Sitzung der Fluglärmkommission

„Fliegeralarm“ über Neufahrn

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Es war Anfang des Jahres ein großer Aufreger: Ab 3. Februar flogen bei Westbetrieb die auf der Südbahn startenden Flugzeuge ganz ungewohnte Linien und donnerten über Neufahrn.

Neufahrn – Schnell war klar, dass es sich um einen technischen Fehler handelte, der nach einigen Wochen offenbar abgestellt wurde. Am Mittwoch bei der Sitzung der Fluglärmkommission wurde das Thema von der Deutschen Flugsicherung (DFS) noch mal aufgerollt.

Alle 28 Tage werden weltweit sämtliche Navigationsdatenbanken für Flughäfen aktualisiert. Bei der Aktualisierung im Februar war es nun dazu gekommen, dass aus einem Fly-by-Punkt, also einer Stelle, an der die Piloten vorbeifliegen sollen, ein Fly-over-Punkt geworden war, also ein Punkt, über den die Flugzeugführer ihre Maschinen lenken sollen. Ungewohnte Belastungen durch Lärm und Abgase für Neufahrn waren die Folge, die Beschwerden zahlreich. Wie die DFS nun betonte, habe man nur wenige Tage später, als man das Problem bemerkt hatte, ein Notem veröffentlicht und alle Piloten darauf hingewiesen, dass dieser Flyer-over-Punkt eigentlich ein Fly-by-Punkt sei. Außerdem habe man auf allen nur erdenklichen Kanälen erklärt, was da gerade am Himmel über Neufahrn passiere. Dass trotz Notem vier Wochen lang viele Flugzeuge die falsche Abflugrouten nahmen, habe man jetzt dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung mitgeteilt. Dort werde geprüft, ob es sich um Zuwiderhandlungen von Piloten gegen luftverkehrsrechtliche Vorschriften handele.

Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier lobte zwar den professionellen Umgang mit dem Problem durch die DFS und bestätigte, dass Maßnahmen schnell ergriffen worden seien, betonte aber auch, dass er nicht verstehen könne, wieso es 28 Tage bis zur nächsten Aktualisierung der Systeme dauern müsse, um den Fehler zu beheben. Antwort der DFS: Weil eben global die Navigationsdatenbanken aktualisiert würden. Und weil es durchaus öfter mal weltweit zu solchen Fehlern und Pannen komme, würde man mit Nachjustierung und Verbesserungen nur schwer hinterherkommen. Wie die DFS mitteilte, habe sie die meisten Anrufer auch beruhigen und ihnen den Fehler im System erklären können. Bei zehn Prozent habe das nicht geklappt. Die seien der festen Meinung gewesen, mit den geänderten Abflugrouten sei die Geduld der Anwohner getestet worden, wenn einmal die dritte Startbahn gebaut worden sei.

Rubriklistenbild: © dpa

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