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Irrungen und Wirrungen auf der Bühne - oder: Was ein Ferkel im Kinderwagen verloren hat

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Von: Ulrike Wilms

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Schwein im Kinderwagen: (v. l.) Zwetschgerl (Melanie Hagn) weiß, wie man Ferkel beschafft. Wirtin Theres (Isabella Lachner) freut sich ebenso auf die Mahlzeit wie Bene (Thomas Ziegltrum) und Hansi (Hannes Polt). © Wilms

Ihr Ruf eilt der Theatergruppe der Maibaumfreunde Giggenhausen voraus. Gerade mal eine Stunde hat es gedauert - dann waren alle vier Aufführungen des Stücks „Kaffee, Mord und Böfflamott“ ausverkauft.

Giggenhausen – Mit dem amüsanten Dreiakter von Heidi Faltlhauser aus dem Jahr 2015 hat das ambitionierte Bühnenensemble unter Regie von Markus Loibl eine mörderische Schmugglerkomödie in Szene gesetzt. Zu Beginn steht ein im wahrsten Sinne des Wortes ungewöhnlicher „Dreh“, ein im Stile des „Film Noir“ gehaltener Kurzfilm. Mit düsterer Grundstimmung und in plakativen schwarz-weißen Kontrasten wird ein Mord eingefangen. Dieses Verbrechen ist der Auslöser für Irrungen und Wirrungen auf der Bühne.

Der Hinweis kam von der Oma

Die Komödie entführt in die Nachkriegszeit. Einen „realen“ Bogen von heute zurück in die 40er Jahre schlugen Sami und Anna (Samuel Loibl und Annalena Geil), die auf einen Mord kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zu sprechen kamen, von dem sie von ihrer Oma gehört haben.

Vorhang auf: Das kleine Gasthaus von Wirtin Theres (Isabella Lachner), der Schluchtwirt im deutsch-österreichischen Grenzgebiet, ist die „Schmugglerzentrale“ des befreundeten Trios von Sohn Bene (Thomas Ziegltrum) und den Spezln Hansi (Hannes Polz, dem verkannten Westernhelden) und der vorsichtigen Gitti (Christina Thumann). Die drei Grenzgänger versorgen die „Stodara“ in „Minga“ mit begehrten Luxusartikeln von Alkohol über Kaffee bis zu Zigaretten. Auch Benes Freundin Zwetschgerl (Melanie Hagn), bei speziellen Sonntagsspaziergängen nach Österreich mit einem Kinderwagen ausgestattet, befördert ab und zu ein frisches „Facke“ in den Gasthof. Die tüchtige Wirtin trägt das Ihre dazu bei, die Grenzer gnädig zu stimmen, in dem sie ihren „Knödlfriedhöf“ mit Böfflamot (Rinderbraten) vollstopft. Aufregend und gefährlich wird es, als der Mittelsmann und Hehler Karl Mitterer (in dieser Filmrolle war eingangs Walter Thumann zu sehen) nicht mehr auftaucht und sich herausstellt, dass er ermordet wurde. Übernachtungsgast August Stolze (Christopher Aichinger als hochdeutsch parlierender Frauenschwarm „flotter August“) scheint der Retter in der Not zu sein…

Großes Finale mit Fesselung auf der Bühne

Die Laiendarsteller verstehen es, ihre Rollen glaubwürdig zu verkörpern – sei es der mitteilsame Dorfschandi Simmerl (Josef Geil), Näherin Liesi (Elisabeth Lerchl) auf der Suche nach ihren Traummann oder die elegante Lilo aus München (Verena Schubauer). Mit viel Spaß am und Konzentration beim Spielen fesselt das Ensemble sein Publikum. Beim Schlussakt findet dank der „glorreichen Sieben“ sogar eine Fesselung auf offener Bühne statt…

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