Groß ist das Interesse der Giggenhausener – hier bei einer Genossenschaft-Infoveranstaltung Mitte Juni – am Erhalt des Metzgerwirts.
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Groß ist das Interesse der Giggenhausener – hier bei einer Genossenschaft-Infoveranstaltung Mitte Juni – am Erhalt des Metzgerwirts.

Pächter gesucht

Millionen-Marke ist geknackt: Eigenkapital für den Erwerb des Giggenhausener Metzgerwirts ist gesichert

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Die Freude ist riesig, denn die Giggenhausener haben die Eine-Million-Marke geknackt: Damit ist das für den Erwerb des Metzgerwirts nötige Eigenkapital gesichert.

Giggenhausen – Die Freude in Giggenhausen ist unbandig groß: Denn nach der zweiten Runde, in der man um Zusagen gebeten hatte, Anteile an einer Genossenschaft zur Rettung des Metzgerwirts zu erwerben, hat man die magische Grenze von einer Million Euro geknackt. Jetzt liegen Zusagen über 1,012 Millionen Euro vor. Damit ist das für den Erwerb der Dorfgaststätte erforderliche Eigenkapital gesichert. Und jetzt geht es ans Eingemachte.

Täglich gibt es neue Beteiligungs-Anfragen

Wie Christopher Aichinger vom „Team Dorfwirtschaft“ am Dienstag berichten konnte, seien bis zur Frist am vergangenen Sonntag weitere 68 Absichtserklärungen eingegangen – 44 über die im Dorf aufgestellten Urnen, 24 auf digitalem Weg. Die Auswertung habe nun ergeben, dass man die bisher zugesagte Summe von rund 750.000 Euro auf jetzt exakt 1.012.622 Euro habe erhöhen können. Und damit, so betonte Aichinger, sei das Ende der Fahnenstange offenbar noch immer nicht erreicht, denn es gebe weiterhin täglich zusätzliche Anfragen, ob man sich noch beteiligen könne. „Der Prozess läuft weiter“, so Aichinger.

Die Zukunft des Metzgerwirts in Giggenhausen sieht nicht schlecht aus: Das benötigte Eigenkapital für den Erwerb der Dorfgaststätte ist zusammengekommen. Jetzt muss noch ein Pächter gefunden werden.

Mit der jetzt erreichten Summe sei man „legitimiert“, das Projekt weiter voranzutreiben. Als nächstes stünden Gespräche mit den Banken über die Finanzierung des Kaufs auf der Agenda, Termine seien schon ausgemacht. Und auch ein fertiger Wirtschafts- und Businessplan liege vor: „Die Hausaufgaben sind gemacht.“ Ebenfalls weiter vorangetrieben und intensiviert würden Gespräche mit Brauereien: Das Hofbrauhaus Freising habe sich bereits zuvor interessiert an einem Bierliefervertrag gezeigt, mit der Staatsbrauerei Weihenstephan sei ein Gesprächstermin vereinbart. Man werde, so Aichinger, die Verhandlungen „vollkommen ergebnisoffen“ führen, sei auch für Angebote anderer Brauereien offen.

Ein Bereich, in dem man nun auch auf neuen Schwung hofft, sei die Pächtersuche: Noch-Besitzerin und Wirtin Elisabeth Kratzer wünsche sich einen Pächter, der in ihrem Sinne den Metzgerwirt als bayerische Dorfwirtschaft weiterführe. Bereits geführte Gespräche mit Pächtern hätten sich derzeit „etwas festgefahren“, jetzt hofft man, auf einen neuen „Push“ für das Projekt. Das „Team Dorfwirtschaft“ sei auch dabei offen für Interessenten – möglicherweise sogar überregional. Intensiviert werden auch die Gespräche mit dem Genossenschaftsverband, kündigte Aichinger an.

Metzgerwirt-Erhalt kostet 2,5 Millionen

2,5 Millionen Euro soll der Metzgerwirt kosten, mit dessen Erhalt die Giggenhausener ihre Dorfgemeinschaft stärken und weiterhin ein Dorfzentrum erhalten wollen, um nicht zur „Schlafstadt“ zu werden. Diejenigen, die in den vergangenen Wochen eine Absichtserklärung unterzeichnet hatten, stammten, so die Auswertung, zum Großteil aus Giggenhausen und der näheren Umgebung. Es gebe aber auch Zusagen von Menschen aus größerer Entfernung, denen offenbar der Erhalt ländlicher Strukturen und bayerischer Lebensart in Dörfern am Herzen liege, so Aichinger.

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