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Saubere Satire bei „Boarisch gsogt und gsunga“

Die „Gwamperte“ steht auf grünes Bier

Getreu dem Motto „Boaisch gsogt und gsunga“ könnte man sagen, dass Barbara Preis, Gaudi-Nockerl aus Niederbayern, „den Vogel obgschossn“ hat beim Starkbierfest im OMG – indem sie der lokalen Politikprominenz prompt das Bier wegsoff zum Beispiel. Für Gelächter sorgte auch Engerl Andrea, die gleich „der ganzen Gmoa“ die Leviten las.

Neufahrn – Es kann beim Derblecken und Austeilen gegen Politik und Gesellschaft durchaus von Vorteil sein, nicht aus dem betreffenden Ort zu stammen. Während sich der in Neufahrn bestens bekannte Schauspieler und Moderator Erich Seyfried vergleichsweise vornehm zurückhielt beim Satire-Gipfel in der Schulaula des OMG, nahmen die niederbayerische „Ratschkathl“ Barbara Preis und „Engerl“ Andrea Kirchbauer den Mund im wahrsten Sinn des Wortes g’scheid voi.

„Bist a Greana?“, fragte Preis den in den vorderen Reihen sitzenden Bürgermeister Franz Heilmeier. Es war mehr eine Feststellung, denn bevor sich der Rathauschef versah, schnappte sich die selbsterklärte „Gwamperte“ sein Bier und trank es unter tosendem Gelächter in einem Zug aus. Das gleiche Schicksal widerfuhr wenig später dem Grünen-Landtagskandidaten Johannes Becher. Preis scheute sich ohnehin nicht, Tabu-Bruch zu begehen. Sie fahre demonstrativ Diesel, wie die bayerisch-barocke Ratschkathl ungeniert kundtat.

Apropos, es hätte nicht viel gefehlt und die 100-Kilo-Bavaria hätte einen Striptease hingelegt. Sie beließ es dann aber doch beim Gesang und einem gekonnten Hüftschwung. Der Auftritt von Preis verfehlte seine Wirkung nicht. „Das verdanke ich nur meiner zierlichen Figur“, parlierte die Stimmungskanone.

Ans Neufahrner Eingemachte ging es dann, als Engerl Andrea hereinschneite und den Neufahrnern die Leviten las. Dass die Bahnhofsunterführung zum Himmel stinkt und Erinnerungen an ein Pissoir weckt, zählte ebenso dazu wie, dass man sich bei hoch bezahlten Posten wie dem des Wirtschaftsförderers fragt: „Ja wos duad denn der eigentlich?“

Für einen Lacher gut waren auch Ingrid und Markus Funke, die als einzige Vertreter der FDP im Gemeinderat sitzen. „Der Funke Markus erheitert dann wie immer das Gremium mit der Aussage: „Meine Fraktion und ich“ oder „I und d’Mama“, tönte das spitzzüngige „Engerl“.

Auch CSU-Gemeinderat Burghard Rübenthal bekam sein Fett weg. „Wenn der mit seine Ausführungen ofangt, hörn die anderen mit dem Mitdenga auf, do graust’s de andern scho.“ Wie gut die Derbleckerin gebrieft war, zeigte sich am Beispiel von SPD-Gemeinderätin und Sportreferentin Manuela Auinger. „Die hat jetzt ihren Vorstandsposten vom Gardoloverein niedergelegt“, wusste Kirchbauer zu berichten. Und auch, dass ihrem Nachfolger Hans Hundscheid ein Fauxpax unterlaufen ist bei einem Besuch in Gardolo. Er hatte Ex-Rathauschef Rainer Schneider als „Altbürgermeister“ tituliert. „Oh, da hätt’s den richtigen Altbürgermeister Herrn Michels sehen sollen“, ergötzte sich das Engerl. Der habe einen ganz roten Kopf bekommen, was schon komisch aussehe bei einem Schwarzen.

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