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Zu klein geraten: Der Discounter Aldi Süd möchte am Standort Neufahrn auf 1200 m2 Verkaufsfläche wachsen.

Neubaupläne für Neufahrner Aldi-Filiale stoßen auf Ablehnung

Hier nur beschränktes Wachstum

Aldi will seine Neufahrner Filiale massiv vergrößern. Dem Discounter reicht die geplante Erweiterung um ein Viertel nicht mehr aus. Deshalb soll ein Neubau her – mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche. Geht aus rechtlichen Gründen aber nicht, hieß es im Bauausschuss. Dort ging gleichzeitig die Angst um, der Marktführer könnte wegziehen.

Neufahrn – Damit, den Antrag von Aldi Süd auf Neubau einfach abzulehnen, mochte sich kaum jemand im Ausschuss anfreunden. Allerdings hatte die Verwaltung in der Beschlussvorlage triftige Gründe vorgetragen. Es war von „gravierenden rechtlichen Hindernissen“ die Rede. Eines davon: die dafür notwendige Ausweisung eines Sondergebiets, die genau so wenig gegeben sei wie die laut Landesentwicklungsplan erforderliche „integrierte Lage“. Demnach sollte solcher Einzelhandel fußläufig erreichbar sein und sich im Umkreis von 300 bis 400 Metern „ein relevanter Wohnanteil“ befinden – was nicht der Fall ist im Gewerbegebiet „Neufahrn- West“ (Philipp-Reis-Straße).

Ganz zu schweigen davon, dass die Vorstellungen, wie viele Stellplätze für eine vergrößerte Aldi-Filiale nötig sind, auseinandergehen. Nachzuweisen sind nur gut 100 von notwendigen 120 – wohlgemerkt für Autos. Bei Fahrrädern ist die Diskrepanz noch größer. Der Discounter weist nur sechs der geforderten 67 Abstellplätze nach.

Welchen Stellenwert Aldi hat und dass man ihn nicht ohne Weiteres vergraulen möchte, zeigte die Debatte. Eine ganze Reihe von Wortmeldungen ging in die Richtung „unbedingt noch mal reden mit den Aldi-Verantwortlichen“. Auch der Hinweis, dass das ja Aufgabe der Wirtschaftsförderung im Rathaus sei und längst hätte geschehen sollen, blieb nicht aus.

Laut Bauamtsleiter Michael Schöfer hat man von Rathausseite bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert – aber ohne Erfolg. Dass man Anbieter wie Aldi nicht mehr nur in der Peripherie ansiedeln möchte, führte Schöfer auf einen „Paradigmenwechsel“ in der Politik zurück.

Befürchtungen, der Einzelhändler könne Konsequenzen ziehen und seine Pläne anderswo – zum Beispiel in Eching – verwirklichen, entbehren laut Geschäftsleiter Eduard Sczudlek jeglicher Grundlage. Davon habe bis dato niemand gesprochen. Am Ende einigte man sich auf einen Zusatz im Beschlussvorschlag, wonach noch Gespräche zu führen und Aldi Alternativen aufzuzeigen sind am aktuellen Standort. Wo das sein könnte, konnte allerdings niemand sagen.

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