1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Neufahrn

In Neufahrn ist Eile geboten: Fünf Klassenzimmer vorerst in Container

Erstellt:

Von: Andreas Beschorner

Kommentare

Ein verkleideter Container
Containerlösungen können auch ansehnlich sein, wie auf diesem Bild zu sehen ist. Neufahrn möchte das Provisorium ebenfalls ansprechend gestalten. © Thomas Plettenberg

Es ist nur eine Zwischenlösung - und die ist teuer. Der Gemeinderat stimmte einem Provisorium für die dritte Grundschule in Neufahrn zu.

Neufahrn – „Es ist Eile geboten“, versicherte Neufahrns Bauamtsleiter Michael Schöfer. Denn zum Schuljahresbeginn 2022/2023 müssen die Kapazitäten für Grundschüler in Neufahrn erhöht werden. Und weil das mit dem Bau einer dritten Grundschule selbstverständlich nicht so schnell zu bewerkstelligen ist, sollte der Gemeinderat am Montag eine Containerlösung beschließen. Die Gemeinderäte folgten dem Appell, votierten für diese 1,5 Millionen Euro teure Zwischenlösung und besiegelten damit gleichzeitig den Abriss der Alten Halle.

Im Oktober 2021 hatte der Gemeinderat beschlossen, solch ein Containerprovisorium auf dem Areal der (noch) bestehenden Alten Halle am Fürholzer Weg zu errichten. Daraufhin hatte die Verwaltung geplant und das Resultat jetzt dem Gremium vorgelegt: Fünf Klassenzimmer, zwei Gruppenräume, ein Fachraum und ein Raum für die Förderlehrkraft sollen demnach in der zweigeschoßigen Anlage untergebracht werden. Weil man unter Zeitdruck steht, sei bereits eine Ausschreibung erarbeitet und versendet worden, berichtete Schöfer. Das sei notwendig gewesen, weil die Lieferzeiten für Container lange sein können. Gleichzeitig sei auch die Ausschreibung für den Abbruch der Alten Halle erfolgt.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Schulreferent Thomas Seidenberger (FW) betonte ebenfalls, dass dieses „Provisorium“ notwendig sei. Dass man für die Containeranlage ein Satteldach und eine Fassadenverkleidung vorsehe, um dem Bau ein ansprechendes Aussehen zu verleihen, begrüßte Seidenberger. Gleichzeitig drängte er darauf, dass man den Bau der dritten Grundschule weiterhin zügig vorantreibe – allein schon deshalb, weil man den Standort der Container ja eigentlich für einen Neubau benötige, der ein kulturelles und gesellschaftliches Zentrum für Neufahrn sein solle. Seine Frage, ob eine lufttechnische Anlage vorgesehen sei, beantwortete Schöfer mit Nein. Er sei sich auch nicht sicher, ob das technisch möglich sei, so der Bauamtsleiter.

Als „optisch schöne Zusatzlösung“ bezeichnete Julia Mokry (Grüne) die Containeranlage in der vorgelegten Form, versprach gleichzeitig, man werde zügig an der Realisierung der dritten Grundschule arbeiten. Burghard Rübenthal (CSU) blickte voraus und bat darum, sich zu überlegen, was man denn mit den Containern mache, wenn sie als Provisorium für die Grundschule nicht mehr gebraucht würden.

Der Gemeinderat segnete die Planung ab und beschloss den Bau der Containeranlage. Eine Gegenstimme freilich gab es: Christa Kürzinger (CSU) musste ihren „Unmut über das Projekt“ loswerden. Dass man eine dritte Grundschule brauche, habe man doch schon länger gewusst, schließlich seien die Kinder, die ab September 2022 die Schule besuchten, sechs Jahre alt. „Man hätte vorausschauender arbeiten können“, so Kürzingers Kritik. Und außerdem frage sie sich, ob man denn wirklich alle anderen Möglichkeiten einer Kapazitätserweiterung durchdacht habe. Wäre nicht die Überbauung der Tiefgarage der Schule am Fürholzer Weg möglich gewesen, so dass man den Standort der jetzigen Alten Halle nicht mit Containern belegen müsse? Sie finde es schade, dass man jetzt 1,5 Millionen Euro für ein Provisorium ausgebe – auch wenn das zugegebenermaßen „ein schickes Teil“ sei.

Auch interessant

Kommentare