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Wissen nicht mehr aus noch ein: Das Unverständnis der Eltern, deren Kinder keine Aussicht auf einen Kita-Platz haben, ist groß. Zu Dutzenden kamen sie am Montag in den Gemeinderat. So wollten hören ob auch wirklich alles getan wird.

Personalmangel

Kita-Krise in Neufahrn: Bis zu 100 Kinder könnten bis Herbst „auf der Straße stehen“

Eltern in Neufahrn laufen Sturm gegen den Notstand im Kita-Bereich. Die Enttäuschung darüber, dass bis Herbst wohl 100 Kinder „auf der Straße stehen“ wie es hieß, ist riesig. Beteuerungen des Bürgermeisters, dass es nicht an Plätzen, sondern am Personal fehlt, wollten sie nicht gelten lassen.

Neufahrn– Dass die Lage aus Sicht der Eltern prekär ist, und dass dies nicht erst seit gestern so ist, daran gab es nichts zu deuteln. Auch aus Sicht der Neufahrner Gemeindeverwaltung nicht. Bürgermeister Franz Heilmeier räumte ein, dass sich an den jüngsten Zahlen nichts geändert hat, und die sind alarmierend: Knapp 60 Kinder aus der Gemeinde Neufahrn haben nach jetzigem Stand keine Möglichkeit, in Kindertagesstätten unterzukommen. Bis Herbst könnten es sogar 100 werden.

Heilmeier verwies auf verstärkte Bemühungen seitens der Kita-Träger und auf Pläne, wonach man Personalwohnungen zur Verfügung stellen werde, wenn man eine weitere Kinderkrippe und einen Kindergarten bauen werde. Der Bürgermeister betonte aber auch: Daran, dass einfach kein zusätzliches Personal zu finden sei, ändere das aber alles nichts.

Die Eltern, allen voran Marc Bosch, treibende Kraft einer Elterninitiative, forderten indes „einen Notfallplan“, dass man nach Alternativen suchen sollte. Dafür müsse man alle Beteiligten mit ins Boot holen – sprich: Eltern, Gemeinde und Landratsamt. Bosch wollte wissen, wo man die Kinder denn „hinstellen“ solle am 1. September. Er stellte die Frage in den Raum: „Bei Ihnen oder bei Landrat Hauner?“

Heilmeier verwahrte sich dagegen, dass „die Gemeinde die Existenz von Familien“ gefährde – ein Vorwurf, der wohl bei einem E-Mail-Verkehr mit den Beteiligten erhoben worden war. „Uns ist die Situation sehr, sehr bewusst. Wir tun hier, glaube ich, schon Einiges“, gab er unmissverständlich zu verstehen. Außerdem brachte er erklärtermaßen Verständnis dafür auf, „wenn Eltern klagen“ würden aufgrund des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz ab dem dritten Lebensjahr. „Ich bin nicht einmal böse, wenn geklagt wird“, machte der Rathauschef deutlich. Und er stellt noch einmal klar, dass nicht die Gemeinde sondern das Landratsamt Adressat für eine entsprechende Klage sei.

Als Hauptgrund für die missliche Lage nannte Heilmeier einmal mehr, dass es einfach nicht genug Personal gebe für die Kitas. „Wir könnten, wenn wir das Personal hätten, sofort für jedes dreijährige Kind einen Platz schaffen.“ Dort, wo das auf normalem Weg nicht möglich sei, stünden Container bereit. Auf einen Einwand, dass das aus Sicht der Erzieherinnen nicht gerade attraktiv sei, entgegnete Heilmeier, dass die Container heutzutage weitaus brauchbarer und komfortabler seien als früher.

Der Idee von einem Runden Tisch, den eine Mutter forderte, zeigte man sich im Gemeinderat am Ende nicht abgeneigt. Ungeachtet dessen hatten die Eltern noch lange Redebedarf im Foyer.

Alexander Fischer

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