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Krisenrunde:  (v.l.) Hildegard Springer (Kath. Kirche), Kinderartenreferent Josef Eschlwech, Wilfried Gast (Rathaus), Pressesprecherin Nicole Dobner, Arabella Gittler-Reichel (La ndratsamt), Otto Knauer und Magdalena Pogorzalek (beide Diakonie).

Personalmangel

Kita-Warteliste auf Rekord-Niveau: Über 50 Kinder in Neufahrn ohne Betreuungsplatz

Die Situation in den Neufahrner Kitas ist kritischer denn je. Knapp 60 Kinder stehen aktuell auf der Warteliste. Es könnten bald 100 sein, wie man jetzt bei einer Pressekonferenz verlautbart hat. Der Grund: Es herrscht akuter Personalmangel.

Neufahrn – Der Gesetzgeber garantiert Eltern einen Kitaplatz ab dem dritten Lebenjahr ihrer Kinder. Nur: Die Gemeinde verfügt nicht über genügend Personal, um dem Anspruch gerecht zu werden. „Theoretisch könnte bis auf ein Kind jedes Kind unterkommen“, erklärte Bürgermeister Franz Heilmeier in einer Runde, an der neben Ressortleiter Winfried Gast auch Jugendamtsleiterin Arabella Gittler-Reichel aus dem Landratsamt, Kindergarten-Referent Josef Eschlwech und mit Otto Knauer und Magdalena Pogorzalek zwei Vertreter der Diakonie teilnahmen.

Letztere hat etwa die Trägerschaft des Kindergartgens am Keltenweg übernommen – ein gutes Beispiel für die prekäre Lage. „Die siebte Gruppe kann nur in Teilzeit besetzt werden, somit fehlen 20 Plätze“, rechnete Heilmeier vor. Auch eine geplante zusätzliche Gruppe im Container, kann laut Bürgermeister nicht in Betrieb gehen, weil Personal fehlt. Hier stünden immerhin noch einmal 25 Plätze zur Verfügung.

Dass es nicht einfach ist, Personal zu finden, das bestätigten sowohl Hildegard Springer, die für den Kindergarten St. Franziskus sprach, als auch die Vertreter der Diakonie. Viele der Fachkräfte zieht es demzufolge nach München.

„Es ist von Jahr zu Jahr schlimmer geworden“, klagte Springer. „Wir konnten unsere Gruppen zuletzt nicht vollmachen, weil wir das Personal nicht hatten.“ Deshalb gehe man inzwischen sogar dazu über, Quereinsteiger zu engagieren.

Gittler-Reichel bestätigte, dass dies unter Umständen möglich sei. Den Erzieherinen einfach mehr Geld zu bezahlen, das geht nach Auskunft von Knauer aber nicht. Schließlich gebe es Tarife. Man könne aber anders Anreize schaffen. Heilmeier verwies auf eine Arbeitsmarktzulage und darauf, dass man beim Bau neuer Kitas Wohnraum für das Personal schaffen könnte. Aktuell fehlen vier Fachkräfte.

Bei der Vergabe gehe es inzwischen „konsequent nach Alter“, erklärte Heilmeier. Sprich: Das älteste Kind auf der Warteliste bekommt den Platz. Dass die Eltern Druck machen und sich eine Initiative gegründet hat, dafür bringt der Rathauschef Verständnis auf. Schließlich gehe es um existenzielle Dinge. Für Entspannung könnte laut Gast sorgen, dass Eltern wegziehen oder Kinder anderweitig unterkommen.

Alexander Fischer

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