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Am Keltenweg

Krippe und acht Wohnungen: Gemeinderat Neufahrn stimmt Kombination zu

Neufahrn - Am Keltenweg in Neufahrn sollen eine Kinderkrippe sowie acht Wohnungen entstehen. Darauf verständigte sich der Gemeinderat. Aktuell steht auf dem vorgesehenen Grundstück noch die für Asylbewerber vorgesehene Traglufthalle.

Der Gemeinderat Neufahrn zeigte sich von der Idee an sich und auch von den vorgestellten Varianten des kombinierten Krippe-Wohnungsbau-Modells überrascht. Unterlagen vorab gab es nicht, nur die Einladung zur Sitzung, in der das „Planungskonzept Kinderkrippe Keltenweg mit Wohnungsbau“ stand. Zu wenig, fand Ozan Iyibas (CSU). Er sah sich außerstande, darüber abzustimmen. Daran änderte selbst eine genaue Vorstellung von Architekt Stefan Wagner nichts.

Der präsentierte dem Gemeinderat vier Varianten. Die Krippe an sich, eine Kombination aus Krippe und acht Wohnungen, eine mit 16 und eine mit 18 Wohneinheiten. Letztere nicht mehr aufgestockt, sondern untergebracht in einem eigenständigen Gebäude mit Wohnflächen von 372 bis 744 Quadratmetern. Die zusätzlichen Kosten für die Varianten 2 bis 4 bezifferte Wagner auf eine Million, 1,9 Millionen und zwei Millionen Euro. Die Krippe allein veranschlagte er mit 2,25 Millionen Euro.

Die Reaktionen auf die Vorschläge waren unterschiedlich. Im Gegensatz zu Iyibas erklärte Christian Meidinger (Grüne) sich ohne Weiteres bereit, aufgrund der Sachlage abzustimmen. „Ich traue mir schon eine Entscheidung zu“, machte er deutlich und sprach sich gar für Variante 4 aus – weil die Zinsen so günstig seien.

Schul- und Kindergartenreferent Josef Eschlwech konnte sich mit keiner der Wohnungsbauvarianten so recht anfreunden. Ihm ging es erklärtermaßen viel zu wenig um die Krippe selbst: „Da lege ich mein Augenmerk drauf.“

Gerhard Michels (CSU) gab zu bedenken, dass es bei den Varianten mit deutlich mehr Wohnungen womöglich zu Konflikten „mit normalen Mietern“, sprich mit Bewohnern, kommen könnte, die nicht zum Personal der Krippe oder dem naheliegenden Kindergarten am Keltenweg gehören würden.

Manuela Auinger übte indes Kritik am Modell mit den acht Wohnungen. Die Zuschnitte auf Zweizimmerwohnungen würden ihrer Ansicht nach zu einer Situation wie im „Studentenheim“ führen – mit einem ständigen Wechsel. Denn auch Erzieherinnen blieben erfahrungsgemäß nicht allein, würden heiraten, eine Familie gründen und größere Wohnungen benötigen.

Unabhängig von alledem stellte Iyibas den Antrag, die Entscheidung zu vertagen. Den lehnte das Gremium allerdings mit 9:16 Stimmen ab. Mit 6:19 Stimmen fiel danach die Variante 4 mit den 18 Wohnungen in einem eigenständigen Bau durch. Auch die Varianten 3 und 1 fanden schließlich keine Mehrheit. Für Variante 1 stimmte nur ein Gemeinderat, Variante 3 erhielt elf Stimmen. Klarer Favorit war demzufolge die Variante 2 mit den acht Wohnungen. Die will man nun weiter verfolgen. Sogar Zuschüsse für die Kombilösung soll es geben. Auf dem Grundstück am Keltenweg steht bis dato noch die ursprünglich für Asylbewerber vorgesehene Traglufthalle.

Alexander Fischer

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