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Neufahrner Grundschule II ist immer noch eine Baustelle

Lange Mängelliste, „deprimierende Situation“

Die Grundschule II ist seit September vergangenen Jahres in Betrieb. Ganz fertig ist sie aber immer noch nicht, wie sich am Montag bei einem Lokaltermin des eigens gebildeten Ausschusses zeigte. Ins Auge fielen etwa schadhaft verputzte Fassaden, volle Container und ein Berg von Paletten. Vieles sieht nach wie vor nach Baustelle aus.

Neufahrn – Die Mienen waren ernst beim Rundgang auf dem Gelände der Grundschule II. Sie sollten es auch im Ausschuss bleiben. Viele Räte zeigten – gelinde gesagt – unzufrieden mit der Entwicklung. Versprechungen, wonach bis Ende der Sommerferien alles fertig soll, stießen auf kollektive Skepsis.

Die Architekten und die Bauleitung machten indes die Firmen und ihre Arbeitsmoral für die Situation verantwortlichen. „Das Mindeste ist nicht mehr zu erwarten. Keiner von denen muss sich mehr um irgendwas bemühen“, echauffierte sich Alexander Vohl vom Projektsteuerungsbüro „Drees & Sommer“. In Bezug auf die Firmen sprach von einer „deprimierenden Situation“ und davon, dass man nur noch „die Hände über dem Kopf zusammenschlagen könne“. Gleichzeitig versprach er aber „nicht nachlassen“ zu wollen. Unter anderem hatten ein Messfehler und ein Wasserschaden zur Verzögerung beigetragen.

Ausschussmitglieder wie Burghard Rübenthal (CSU), Christian Meidinger (Grüne) oder Markus Funke (FDP) reichte das aber nicht. Rübenthal verlangte, den Firmen die „Daumenschrauben“ anzulegen, Meidinger zog den Fertigstellungstermin bis Ende der Sommerferien stark in Zweifel. Genau so wie Fraktionskollege Norbert Manhart. Funke hielt die Bauleitung erklärtermaßen „für überfordert“. Einig waren sich die Kritiker, dass es eines genauen Zeitplanes bedürfe. Eine Meinung, die auch Bürgermeister Franz Heilmeier vertrat. „Mir ist wichtig, dass sie das fixieren“, verlangte der Rathauchef.

Sieben Firmen haben laut Bauleiter Amsal Ibrahimpasic noch keine Abnahme und ihre Leistung noch nicht erbracht, erklärte der Bauleiter. Die Mängelliste ist lang: Von 564 Beanstandungen seien aber immerhin 367 beseitigt.

Als Problem stellten es Architekt Coskun Kocak und die Vertreter des Projektsteuerungsbüros Drees & Sommer dar, dass besagte Firmen teilweise insolvent oder einfach nicht mehr zu erreichen sind. Unabhängig davon sagten sie zu, dass die noch ausstehenden Gewerke, wie etwa Putz- und Schreinerarbeiten sowie Türsteuerungen bis zum Ende der Sommerferien erledigt seien. Letzteres hatte zu Unmut der Schulleitung geführt, weil die Eingangstüre nicht richtig funktioniert, was einen Sicherheitsmangel darstellt, wie Rektor Josef Eschlwech in einer der vorangegangenen Ausschusssitzungen bemängelt hatte (wir berichtetem).

Zur Bausumme, die zuletzt bei knapp über 18 Millionen Euro lag, sagte im Ausschuss übrigens niemand etwas.

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