Metzgerwirt in Giggenhausen
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Nicht wegzudenken: Der Metzgerwirt ist seit mindestens 150 Jahren ein fester Bestandteil von Giggenhausen. Nun soll das Gebäude verkauft werden – doch das will das „Team Dorfwirtschaft“ unbedingt verhindern. 

Interessensgemeinschaft gegründet

Rettet den Metzgerwirt! Giggenhausener Bürger wollen Dorfzentrum erhalten und brauchen eine Million Euro

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Seit über 150 Jahren ist der Metzgerwirt aus Giggenhausen nicht wegzudenken. Nun soll das Gebäude verkauft werden – doch das „Team Dorfwirtschaft“ hat einen Plan.

Giggenhausen – Es geht um viel. Denn Giggenhausen (Gemeinde Neufahrn) droht nicht weniger als der Verlust des Dorfzentrums, des Beisammenseins und der Kultur. Der Metzgerwirt, seit mindestens 150 Jahren fester Bestandteil des Orts, soll verkauft werden. Jetzt will eine Interessengemeinschaft alles daran setzen, das Anwesen zu erwerben. Das „Team Dorfwirtschaft“ will das Ortszentrum retten. Eine Million Euro muss man dafür an Eigenkapital aufbringen.

Wirtin will verkaufen

Manche sprechen von dem „verzweifelten Versuch“, die Dorfwirtschaft zu retten. Eine Genossenschaft soll das schaffen, deren Zweck nicht nur der Erhalt der Gaststätte als kulturelles und soziales Dorfzentrum, sondern auch des gesellschaftlichen Lebens in Giggenhausen sei. Denn für neun Vereine ist der Metzgerwirt heute Treffpunkt und Heimat. Man will ein Dorfzentrum haben, das auch als Ausflugsort dient, ein Platz, „an dem das Dorf lebt“.

Anno dazumal: Nicht nur der Kriegerverein trifft sich im Metzgerwirt.

Damit das so bleibt, arbeitet ein vielköpfiges Team bereits seit Längerem an dem Plan, die Wirtschaft von der derzeitigen Besitzerin und Wirtin Elisabeth Kratzer zu erwerben, die das Haus seit 1999 besitzt und jetzt veräußern will. Zahlreiche Gespräche und Treffen hätten dazu inzwischen stattgefunden, im Laufe derer sich die Gründung einer Genossenschaft als die beste Möglichkeit zur Rettung der Dorfwirtschaft herausgestellt habe, berichtet Christopher Aichinger vom „Team Dorfwirtschaft“.

Doch wie so oft ist nicht das Engagement der Giggenhauser Bürger oder auch die Bereitschaft von Elisabeth Kratzer, das Anwesen an die Genossenschaft zu veräußern, das Problem – sondern das Geld: Über den Verkauf von Genossenschaftsanteilen müsste man Eigenkapital von mindestens einer Million Euro aufbringen, heißt es. Dass das ein ehrgeiziges und hochgestecktes Ziel ist, weiß man in Giggenhausen. Aber: „Ohne ansatzweise diesen Betrag zu erreichen, ist das Projekt nicht zu stemmen“, ist auf der Homepage nachzulesen.

In der Gaststube spielt sich seit jeher viel vom Dorfleben ab.

Deshalb hat das Team nun begonnen, von den Giggenhausenern „Absichtserklärungen“ einzuholen, wer sich vorstellen könnte, mit wie viel Geld einzusteigen. Die Absichtserklärungen sind unter diesem Link herunterzuladen und sollten ausgefüllt bis Sonntag, 6. Juni, entweder in der Urne am Eingang zum Metzgerwirt (täglich von 16 bis 20 Uhr) oder in der Kirche hinter dem Kirchenportal (täglich von 9 bis 16 Uhr) abgegeben werden.

Dabei betonen die Initiatoren der Aktion, dass solche Genossenschaftsanteile „als eine langfristige Investition für die Lebensqualität in Giggenhausen, den Zusammenhalt der Bevölkerung und nicht zuletzt für den Erhalt unseres reichhaltigen Vereinslebens zu verstehen sind“. Das Wirtshausgebäude stehe als Gegenwert für diese Einlagen, sogenanntes „Betongold“ habe in der Vergangenheit stets seinen Wert steigern können. Freilich: Die Rendite werde zunächst der ideelle Wert sein, den das Wirtshaus mit seinem Kultur- und Vereinsleben darstelle. Und: Kinder und Enkel würden dereinst den „finanziellen Kraftakt“ zu schätzen wissen, wenn auch sie sich noch im Wirtshaus treffen können, um zu essen, zu trinken, zu feiern, den Schießsport auszuüben, zu singen, Theater zu spielen und überhaupt ein lebendiges Dorfleben genießen zu können.

Ein „Herzensprojekt“

Die Macher und Initiatoren sprechen von einem „Herzensprojekt“, das im Landkreis Freising und darüber hinaus seinesgleichen suche. Und sie wissen: Eine weitere Chance, „unser Wirtshaus zu retten“, werde es nicht geben. Das Motto ist also klar: „Jetzt oder nie!“

Weitere Informationen – auch zur wechselvollen Geschichte des Metzgerwirts – gibt’s auf der Homepage www.giggenhausen.de.

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