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Ein Bild, das alles sagt: Trachten, Burschen, Madeln, die Isar, Bier und eine große Werbekampagne für das Geburtstagsfest des Mintrachinger Burschenvereins.

Feiertage bei der „Isarlust“ Mintraching

Fünf Tage für 100 Jahre: Große Jubiläumsfeier der Burschen

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Von Mittwoch bis Sonntag feiert Mintrachings Burschenverein seinen 100. Geburtstag. Es gibt Musik, Märkte, Ehrungen, kulinarische Schmankerl - und als Hauptpreis einen Bulldog.

Mintraching – Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg, die Zeiten waren unsicher. Trotzdem gründeten die Mintrachinger Burschen unmittelbar nach den dramatischen Kriegserfahrungen noch während der turbulenten Nachkriegsmonate einen Verein, in dem sie sich folgende Ziele setzten: Jedes Mitglied des Burschenvereins bekam einen Mitgliedsausweis in Form eines kleinen Heftes, in dem eine Aufnahmeurkunde, das Protokoll der Gründung und die Satzung abgedruckt waren. Es war die Geburtsstunde des Katholischen Burschenvereins „Isarlust“ Mintraching. 100 Jahre später kann man feiern. Groß feiern.

Fünf Mark bei Arbeitsunfähigkeit

Ein Mitgliedsausweis von Josef Stanglmeier ist das einzige überlieferte Schriftstück, das Einblicke in die Gründung, die Ambitionen sowie die Zusammensetzung des Burschenvereins gibt. Laut Satzung kam es am 24. Mai 1919 im Gasthaus Holzner zur Gründung. 30 Mitglieder haben die erste Vorstandschaft gewählt. Bemerkenswert an der Satzung ist zweierlei: Zum einen schreibt Paragraf 17 einen gänzlichen Ausschluss von Politik und Polemik vor. Zum anderen besagt Paragraf 20 der Satzung, dass erkrankte Kameraden bei mindestens achttägiger Arbeitsunfähigkeit eine einmalige Unterstützung von fünf Mark erhalten.

Keine Informationen der Vereinsgeschichte liegen für die Epoche von 1919 bis 1949 vor. Nicht nachvollziehbar ist deshalb, welche konkreten Festivitäten der Burschenverein „Isarlust“ organisierte oder wie sich der Verein weiterentwickelte. Allerdings ist anzunehmen, dass während der NS-Zeit der Burschenverein, wie zahlreiche andere Jugendverbände im Deutschen Reich, zerschlagen wurde. Im Rahmen der Gleichschaltung der Gesellschaft wurde bereits 1936 die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend für die Heranwachsenden im Alter von zehn bis 18 Jahren verpflichtend. So mussten die Mitglieder des Burschenvereins der HJ beitreten oder wurden ab 18 Jahren zum Arbeitsdienst akkreditiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zwei Burschenvereine

In einem Zeitungsartikel vom 2. März 1950 im Freisinger Tagblatt geht es dann um den Zusammenschluss zweier Burschenvereine in Mintraching. Laut Aussagen von Zeitzeugen ist davon auszugehen, dass der Burschenverein „Isarlust“ während der NS-Zeit nicht bestand. Jedoch gründeten sich im Jahre 1949 zum einen der Katholische Burschenverein und zum anderen der Burschenverein „Isartaler“. Die katholische Gesinnung des einen Burschenvereins ist auf den damaligen Pfarrer sowie ein paar Gründungsmitglieder zurückzuführen. Nachdem der Geistliche bei einer Gruppe von Mintrachinger Burschen aber nicht gerade auf Sympathie gestoßen war, gründeten die einen eigenen Burschenverein: die „Isartaler“. Am 22. Februar 1950 schloss man sich aber zum Katholischen Burschenverein Mintraching zusammen. Seit 1949 gibt es auch eine Vereinschronik.

Nach dem Zusammenschluss stieg die Mitgliederzahl auf 34 an. Als großes Ereignis stand die Fahnenweihe am 21. Mai 1950 bevor. Die Mitgliederzahlen schwankten von 1949 bis 1964 zwischen 19 und 34. Nachdem ab 1968 das Vereinsleben immer weniger wurde, schlief der Burschenverein buchstäblich ein. So gab es von 1969 bis 1978 keine Aktivitäten des Vereins. Als dann Hans Manhart, Albert und Erich Burglechner die Initiative ergriffen, um 1978 einen Maibaum in Mintraching aufzustellen, wollte man damit auch einen Maibaumverein gründen. Jedoch setzten sich einige Burschen aus dem Dorf mit Nachdruck dafür ein, dass das Maibaumaufstellen künftig ihre Aufgabe sein sollte. Das Ergebnis: Am 19. Juli 1978 gründete sich der Burschenverein „Isarlust“ Mintraching wieder. Bei seiner Wiederbelebung zählte der Verein 18 Mitglieder.

Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Mitglieder stetig an, brach aber in den 90er Jahren wieder ein. Die Lösung: Am 6. Mai 1999 wurde die Satzung des Vereins geändert. Seitdem dürfen nicht nur ledige Burschen, sondern auch Mädchen ab dem 15. Lebensjahr dem Burschenverein beitreten. Ebenso nahm man 2004 nochmals eine Satzungsänderung vor: Die Klausel, dass die Mitglieder nach der Heirat aus dem Verein austreten müssen, wurde gestrichen. Jetzt dürfen alle feiern.

Fünf Tage lang volles Programm

Mit ihrer „Tour 4000“ eröffnen am Mittwoch auf der Festwiese an der Kirchenstraße die bayerischen Folkrocker von Django 3000 um 20 Uhr (Einlass: 18 Uhr) die Feierlichkeiten. Karten gibt es noch für 28 Euro an der Abendkasse. Weiter geht’s am Donnerstag, 15. August, mit Oldtimertreffen & Künstlermarkt von 10 bis 18 Uhr. In diesem Rahmen gibt es auch Kinderbetreuung und Kinderprogramm sowie eine historische Landmaschinenvorführung. Als besondere Attraktion wird ein MAN-Bulldog 4L2 (1964) verlost. Für Musik sorgen Rupp Schorsch mit Band sowie die Partygaranten von Tetrapack (ab 19 Uhr). Parallel dazu wird das Kaffeezelt der Mintrachinger Landfrauen eröffnet, wo es bis einschließlich Sonntag Torten, Schmalzgebäck und Kuchen in allen Variationen (auch zum Mitnehmen) gibt. Happy Hour, zwei Areas und vieles mehr erwartet die Besucher (ab 16 Jahren) am Freitag, 16. August, beim Isarrauschen. Die Party mit DJ daKaos startet um 20 Uhr (Eintritt: zehn Euro). Achtung: Aufsichtszettel werden nicht akzeptiert. D Huawa, da Meier und I sorgen am Samstag, 17. August, ab 20 Uhr (Einlass: 18 Uhr) mit ihrem Programm „Agrat“ für gute Laune. Die Veranstaltung ist bestuhlt. Karten kosten an der Abendkasse 26 Euro. Zum großen Finale am 18. August, dem Festsonntag, haben sich der Musikverein St. Andreas , Trompasound und DJ daKaos angesagt. Dem Weckruf mit Empfang der Vereine schließen sich Kirchenzug, Gottesdienst, Fahnensegnung, Ehrungen und Danksagungen im Festzelt an. Mit Brotzeiten und Barbetrieb werden die Feierlichkeiten langsam ausklingen.

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