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Über Ultrafeinstaub aufgeklärt haben die führenden Köpfe des Bürgervereins Freising (v. l.): Wolfgang Herrmann, Oswald Rottmann und Gerhard Müller-Starck.

Agenda-21-Vollversammlung

Ultrafeinstaub: „Ziemlich erschreckende Informationen“ veranlassen Neufahrns Rathauschef zum Handeln

Die Ultrafeinstaubbelastung rund um den Flughafen ist „hoch und gesundheitsgefährdend“, wie es in der Neufahrner Agenda 21-Vollversammlung hieß. Mit Messungen soll jetzt für Aufklärung gesorgt werden.

Neufahrn – Die Gemeinde macht Front gegen die Ultrafeinstaubbelastung am Münchner Flughafen. Jüngst hat man im Verbund mit den Nachbarkommunen Freising, Hallbergmoos und Wartenberg beschlossen, dem FMG-Aufsichtsratsvorsitzenden Albert Füracker einen geharnischten Brief zu der Problematik zu schicken. Darin weisen die Kommunen auf erhebliche Anstiege von ultrafeinen Partikeln in der Luft hin. Wörtlich heißt es: „So müssen wir feststellen, das wir mit dem Wind vom Flughafen die Abgasfahne der Flugzeugtriebwerke atmen“.

Bisherige Messergebnisse sprechen deutliche Sprache

Die Messergebnisse sprechen nach Darstellung von Wolfgang Herrmann eine deutliche Sprache. Der Vize-Vorsitzende des Bürgervereins Freising, der zum Schwerpunktthema „Gesundheitsrisiko durch Flugzeug-Abgase“ im Gremium referierte, legte Zahlen vor, wonach am Flughafenzaun von 141 000 bis 1,4 Millionen Partikel pro Kubikzentimer gemessen worden sind. Weiter weg, im Bereich Freising und Neufahrn, waren es immerhin noch über 20 000 Partikel pro Kubikzentimeter, machte Herrmann vor gut einem Dutzend Zuhörern deutlich. Dass das zu Lungenkrebs, Leukämie und Missbildungen bei Geburten führen könne, führte Oswald Rottmann, ebenfalls im BV-Vorstand, aus.

Zahlen und Fakten, die sowohl Politiker, als auch die Flughafenverantwortlichen bis dato infrage stellen. Deshalb will man laut Bürgermeister Franz Heilmeier auch nicht mehr länger tatenlos zusehen und selbst tätig werden, wie er bezüglich der „ziemlich erschreckenden Informationen“ anmerkte.

Ein eigenes Messgerät hat Neufahrn schon

Ein eigenes Messgerät gibt es bereits. Das hat die Gemeinde Neufahrn für knapp 10 000 Euro angeschafft. Auch an Unterstützung mangelt es nicht. In der Vollversammlung erklärten sich drei Mitglieder bereit, sich an den Messungen zu beteiligen.

Für Umweltreferent Florian Pflügler liegt indes auf der Hand, was zu tun wäre, um den Ultrafeinstaubausstoß zu senken. Die „europaweite Besteuerung“ von Flugzeugbenzin wäre demnach ein probates Mittel, um den Ausstoß von Ultrafeinstaub deutlich einzudämmen. Will heißen: Man müsste das Fliegen nur nicht mehr subventionieren. Alexander Fischer

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