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Endlich hat Neufahrn ein Radverkehrskonzept - und am Bahnhof wird auch gehandelt

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Von: Andreas Beschorner

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die Fahrrad-Abstellplätze an der Neufahrner S-Bahn.
Da schadet eine Renovierung sicher nicht: die in die Jahre gekommenen Fahrrad-Abstellplätze an der Neufahrner S-Bahn. © Beschorner

Jetzt ist es endgültig beschlossene Sache: Neufahrn hat ein Radverkehrskonzept. Der Gemeinderat hat am Montag dem Papier einstimmig grünes Licht erteilt.

Neufahrn - Exakt zwei Jahre sind damit seit dem Beschluss vergangen, so ein Konzept erstellen zu lassen. Bürgermeister Franz Heilmeier dankte dem Gemeinderat für eine „bemerkenswert unideologische Diskussion“. Und weil man gerade beim Thema war, hat man gleich auch noch die Erneuerung und Erweiterung der Fahrradabstellanlagen am S-Bahnhof beschlossen.

Im September war das Radverkehrskonzept, das vom Institut für innovative Städte erarbeitet worden war, dem Bauausschuss bereits vorgestellt worden. Dem Gemeinderat wurde das Konzept einstimmig zur Annahme empfohlen (wir berichteten). Und der Gemeinderat folgte brav dem Empfehlungsbeschluss – wohl wissend, dass die Genehmigung des Konzepts noch keinen einzigen Maßnahmenbeschluss bedeutet.

Ziel der Maßnahmen: „Radfahren soll froh machen.“

Thiemo Graf, der Geschäftsführer des Instituts für innovative Städte, skizzierte noch einmal kurz, wie man von einer Bestandserhebung über eine Stärken-Schwächen-Analyse zu dem Maßnahmenkatalog gelangt war. Das Radverkehrskonzept sei dabei als langfristige, auf rund 20 Jahre angelegte Gesamtstrategie zu verstehen, die – sollten alle Maßnahmen realisiert werden – ein Kostenvolumen von rund 26 Millionen Euro bedeute. Sollte man dabei auf elf Millionen Euro verzichten, die Unter- und Überführungen allein ausmachen, und dann noch Fördermittel in Anspruch nehmen, so verblieben bei der Gemeinde sechs Millionen Euro für die kommenden 20 Jahre, rechnete Graf vor. Ziel der Maßnahmen: „Radfahren soll froh machen.“

Aus den Reihen der Gemeinderäte kam fast nur Zustimmung: „Das ist eine gute Zeit, die wir erleben“, so Florian Pflügler (ÖDP). Dass es „ein dynamisches Konzept bleibt“, hoffte Frank Bandle (Grüne). Lediglich Frank Langwieser (CSU) bemängelte, dass eben nicht alle Verkehrsteilnehmer bei der Ausarbeitung des Konzepts berücksichtigt und befragt worden seien. Aber auch er stimmte dem Konzept zu.

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Weiter ging’s mit Beschlüssen pro Fahrrad: Man will das Bundesförderprogramm „Bike & Ride-Offensive“ nutzen, um die in die Jahre gekommenen Fahrradabstellanlagen am S-Bahnhof zu erneuern, erklärte Simon Weichwald, der Mobilitätsbeauftragte der Gemeinde. Denn: 90 Prozent Zuschüsse, das dürfe man sich nicht entgehen lassen. Zumal die Anlagen aus dem Jahr 1972 „wirklich alt“ seien (so Florian Pflügler) und „kein Aushängeschild für Neufahrn“ darstellten (so FW-Gemeinderat Christopher Aichinger).

Die Zahl von 466 Fahrradabstellanlagen wird auf 564 erhöht

Und was bekommt man dafür? Die Zahl von derzeit 466 Fahrradabstellanlagen wird auf 564 erhöht – davon 108 als Reihenbügel und 456 als Doppelstockparker. Und selbstverständlich bekommen alle Abstellplätze einen Witterungsschutz, werden mit LED-Beleuchtung ausgestattet und überdacht – aber, wenn möglich, so die Anregung von Pflügler, begrünt, damit das Ganze „nicht so kahl“ aussehe.

Die Gesamtkosten werden derzeit auf 670 000 Euro geschätzt. Das dürfte nach Adam Riese einen Eigenanteil von rund 67 000 Euro für die Gemeinde Neufahrn bedeuten. Wenn alles klappt, wird man den „deutlichen Qualitätsgewinn“, so Heilmeier, bereits im kommenden Jahr genießen können.

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