Planungen für Personalwohnungen am Neufahrner Keltenweg

Peinlicher Fehler: Experten „übersehen“ Kellerräume

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Da hilft nur noch eine Notlösung: Bei den Planungen für Kita-Personalwohnungen in Neufahrn wurden die Kellerräume vergessen.

Neufahrn – Ein bisschen peinlich berührt war man schon. Denn das hätte eigentlich nicht passieren dürfen: Sowohl die Architekten und Planer als auch die Bauverwaltung haben „übersehen“, dass für die zehn Personalwohnungen in der Kinderkrippe am Keltenweg in Neufahrn gar keine Kellerräume geplant waren. Die Krippe wird bereits bezogen, das Gebäude ist im Prinzip fertig. Jetzt braucht man „eine Notlösung“, so Bauamtsleiter Michael Schöfer. Die kostet 40 000 Euro.

Abstellmöglichkeiten für Möbel und sonstige Hausuntensilien gehörten zum Standard einer Mietwohnung, war im Sachbericht zu diesem Tagesordnungspunkt des Bauausschusses nachzulesen. Weil man aber das Projekt mehrfach umgeplant habe, habe man gar nicht bemerkt, dass in den Nebengebäuden des Hauptbaukörpers kein ausreichender Platz mehr für Kellerabteile vorhanden sei, berichtete Schöfer. Was tun? Das Architekturbüro habe vorgeschlagen, westlich des Zugangsbereichs einen langen Nebenbaukörper in Holzbauweise mit einer Länge von über 16 Meter und einer Grundfläche von 55 Quadratmeter (samt begrüntem Pultdach) zu errichten, um dort die fehlenden zehn Abteile unterzubringen.

Nachträgliche Kosten werden auf rund 40000 Euro geschätzt

Die Baukosten werden dafür auf 40 000 Euro geschätzt, waren in der bisherigen Kostenschätzung für das Projekt Kinderkrippe am Keltenweg nicht vorgesehen. Die Mittel können aber aus den eingesparten Haushaltsmitteln der wegen Corona gestoppten Baumaßnahmen entnommen werden.

Die Gemeinderäte stimmten dieser Vorgehensweise zu, hielten sich sonst aber mit Kommentaren zurück. Lediglich Ozan Iyibas (CSU) merkte an, man müsse dem Architekten, der ja des Öfteren mal für die Gemeinde tätig sei, schon deutlich sagen, dass so etwas nicht vorkommen dürfe. Dem konnte Bürgermeister Franz Heilmeier nur zustimmen.

Grünes Licht für Wohn- und Gewerbegebäude

Genehmigt wurde vom Bauausschuss auch der Neubau eines Wohn- und Gewerbegebäudes an der Wolfgang-Zimmerer-Straße 4. Ein Vorbescheidsantrag von Ende 2018 war bereits genehmigt worden, die Kubatur des Baukörpers habe sich im Vergleich dazu nicht geändert, so Schöfer. Dass jetzt elf statt bisher sieben Wohneinheiten geplant seien, habe bauplanungsrechtlich keine Auswirkungen, da die 22 Stellplätze nachgewiesen werde. Fünf davon werden oberirdisch und in der Vorzone zum Grundstück mit der Nummer 5 nachgewiesen. Das, so Schöfer, sei allerdings nur nach der alten Stellplatzsatzung möglich, denn die neue Satzung der Gemeinde sieht vor, dass nur noch vier Stellplätze unmittelbar von der öffentlichen Verkehrsfläche aus erschlossen werden dürfen. Zu dem Zeitpunkt, als der Vorbescheid genehmigt wurde, habe aber noch die alte Satzung gegolten, weshalb man eine Ausnahme ermöglichen könne. Und das tat der Bauausschuss.

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