Training im Blaulicht-Simulator: Ein so genannter Sondersignalfahrttrainer zeigt den Feuerwehrleuten, worauf sie speziell achten müssen.
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Training im Blaulicht-Simulator: Ein so genannter Sondersignalfahrttrainer zeigt den Feuerwehrleuten, worauf sie speziell achten müssen.

In der Feuerwache Neufahrn

Wenn plötzlich ein Kind vor den 16-Tonner läuft: Feuerwehrleute trainieren im Fahrsimulator

In der Feuerwache Neufahrn können Feuerwehrleute sechs Wochen lang unterschiedliche Einsatzfahrten simulieren. Und die sind äußerst anspruchsvoll.

Neufahrn – Blaulicht, Martinshorn, Alarmdurchsagen der Rettungsleitstelle und völlig unerwartete Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer – wer Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr fährt, braucht starke Nerven. Der Fahrer eines Feuerwehr-Einsatzfahrzeugs, der sogenannte Maschinist, hat vielfältige Aufgaben. Eine davon ist es, die Kameraden und die im Fahrzeug befindlichen Gerätschaften möglichst schnell, aber auch sicher zur Einsatzstelle zu bringen – eine hohe Verantwortung. Die Stresssituation, mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatzort zu eilen, können Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner des Landkreises Freising jetzt gefahrlos trainieren.

Ein Betreiber- und Sponsoringkonsortium aus Versicherungskammer Bayern, Bayerischem Innenministerium, Landesfeuerwehrverband Bayern und Staatlicher Feuerwehrschule Regensburg stellt einen Sondersignalfahrttrainer der Leipziger Firma IFE Systems sechs Wochen lang zu Schulungszwecken in der Feuerwache Neufahrn auf.

Simulationsfahrten mit ordentlich Zusatzstress

Zu Beginn der Schulung erfolgt eine einstündige Theorie-Schulung, in der die Themenschwerpunkte Rechte und Pflichten, Unfallrisiken, Bremsweg, Stressfaktoren und das Verhalten bei Unfällen wiederholt werden. Danach geht es in den Simulator. Nach einer ersten Eingewöhnungsfahrt beginnen die „Blaulicht-Fahrten“ – und damit auch jede Menge Probleme: auf die Straße laufende Kinder, abrupt abbremsende Verkehrsteilnehmer, Gegenverkehr beim Überholen und Zusatzstress durch Funksprüche der Rettungsleitstelle. Dunkelheit, Regen, schlechte Sichtverhältnisse und kritische Straßenbelagsbedingungen erhöhen die Schwierigkeiten bei den Stadt-, Überland- und Autobahnfahrten zusätzlich.

Die sechs Teilnehmer bei einer der ersten Einheiten wechselten sich beim Fahren ab und nach jeder Einsatzfahrt diskutierte die gesamte Gruppe mit ihrem Ausbilder, was gut gelaufen ist und was noch verbessert werden kann. 

Komplexe Verkerssituationen

Nach knapp vier Stunden endete das doch recht anspruchsvolle Training und die Teilnehmer zogen folgende Bilanz: „Den Stress der Einsatzfahrer kennenzulernen und nachvollziehen zu können, ist eine wertvolle Erfahrung und eine gute Vorbereitung auf die ersten eigenen Alarmfahrten“, sagte etwa Feuerwehrfrau Manuela (23), die noch nie mit Blaulicht gefahren ist. Und Jens (48), Feuerwehrmann und Rettungsassistent, der seit 30 Jahren Blaulicht-Einsätze fährt, fügte hinzu: „Ich möchte es nicht live erleben, dass mir ein Kind während einer Alarmfahrt vor das 16 Tonnen schwere Feuerwehr-Einsatzfahrzeug läuft. Im Simulatortraining ist das aber eine sinnvolle und wichtige Erfahrung.“ 

Dem konnte sich Kreisbrandmeister Reinhold Jasch nur anschließen: „Vor allem das vorausschauende Fahren und das schnelle Einschätzen komplexer Verkehrssituationen macht Einsatzfahrten mit Blaulicht so anspruchsvoll.“ Der Fahrsimulator sei eine hervorragende Möglichkeit, diese Herausforderungen zu trainieren.

Selbst am Einsatzgeschehen teilnehmen - so geht‘s

Wer sich für den Einsatzdienst in der Freiwilligen Feuerwehr Neufahrn interessiert, ist eingeladen die „Wir-brauchen-Dich!“-Seite der Homepage www.feuerwehr-neufahrn.de zu besuchen. Oder man schreibt eine Mail an interesse@feuerwehr-neufahrn.de.

Jens-Peter Lentrodt

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