Warnschilder vor explosiven Stoffen.
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Auf einer Baustelle in Neufahrn wollten Jugendliche einen selbstgebastelten Sprengkörper zünden. (Symbolbild)

Polizei rückt mit Sprengkommando an

Jugendliche hantieren mit tödlichem Sprengkörper - LKA rückt an - Fahndung läuft

  • Armin Forster
    vonArmin Forster
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Einen selbstgebastelten Sprengkörper wollten Jugendliche in Neufahrn zünden. Die Polizei kam gerade noch rechtzeitig - und fahndet nun nach zwei Teenagern.

  • Die Polizei hat auf einem Grundstück in Neufahrn verdächtige Jugendliche bemerkt.
  • Die Teenager flüchteten - und ließen einen Sprengkörper zurück.
  • Das explosive Material hätte im schlimmsten Fall eine tödliche Wirkung entfaltet.

Neufahrn - Das geht weit über die Kategorie Lausbubenstreich hinaus: In Neufahrn bei Freising wollten Jugendliche laut Polizei am Donnerstagnachmittag einen selbstgebastelten Sprengkörper zünden. Die Beamten konnten offenbar in letzter Sekunde eingreifen und Schlimmeres verhindern.

Wie das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord am Dienstag berichtet, war eine Streifenbesatzung an besagtem Gründonnerstag, 1. April, gegen 17.20 Uhr ursprünglich wegen einer anderen Meldung zum Konrad-Lorenz-Weg gefahren. Dort, unweit der Neufahrner Feuerwache, wurden die Beamten dann auf ein junges Duo aufmerksam: Zwei Jugendliche trieben sich auf einem Baugrundstück herum und waren gerade dabei, einen zunächst unbekannten Gegenstand anzuzünden. Als die beiden jedoch die Polizei erblickten, ergriffen sie die Flucht.

Tödlicher Sprengkörper bei Neufahrn: LKA rückt an

Während die Beamten der PI Neufahrn die Örtlichkeit näher begutachteten, zeigte sich, dass die beiden Teenager versucht hatten, einen offenbar selbstgebauten Sprengkörper zu zünden. „Da nicht auszuschließen war, dass von dem Selbstlaborat eine erhebliche Gefahr für Leib oder Leben Dritter ausgehen kann, wurde die Technische Sondergruppe des Bayerischen Landeskriminalamtes hinzugezogen“, heißt es im Bericht. Und so rückte wenig später Verstärkung auf der Baustelle in Neufahrn an. „Nach eingehender Begutachtung durch die Spezialisten wurde der Sprengkörper durch eine kontrollierte Sprengung unschädlich gemacht.“

Wie sich herausstellte, war der Einsatz der Sondergruppe keineswegs übertrieben: Eine Analyse im Nachgang zeigte den Ermittlern, dass der hergestellte Sprengkörper bei einer Explosion die Wirkung von bis zu 100 Gramm TNT erzielen hätte können - was bei einem Wirkungsradius von bis zu fünf Metern schlimmstenfalls tödlich verlaufen wäre.

Fahndungsaufruf der Kriminalpolizei: Zwei Jugendliche gesucht

Inzwischen hat die Kriminalpolizei Erding die Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz an sich gezogen. Die Kripo-Beamten weisen aufgrund des vorliegenden Sachverhalts eindringlich auf die lebensgefährlichen Folgen derartiger Experimente hin und bittet darüber hinaus Zeugen, die Hinweise zu den beiden 14 bis 16 Jahre alten männlichen Jugendlichen geben können, sich unter der Telefonnummer (08122) 968-0 zu melden.

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