Beim Pressetermin im Rathaus: (v. l.) Christl und Helmut Malenke (vorne), Beate Frommhold-Buhl und Hans Halbinger.
+
Beim Pressetermin im Rathaus: (v. l.) Christl und Helmut Malenke (vorne), Beate Frommhold-Buhl und Hans Halbinger.

„Es war ein guter Schritt“

Unbürokratische Hilfe vor Ort: Seit zehn Jahren gibt es in Neufahrn die Malenke-Stiftung

Vor zehn Jahren haben Christl und Helmut Malenke eine Stiftung gegründet. Seither helfen sie in Not geratenen Neufahrnern schnell, unbürokratisch und anonym.

Neufahrn – Einem schwerbehinderten Mann soll der Strom gesperrt werden. Ein junger Mann, der zu Hause rausgeflogen ist und einen Ausbildungsplatz ergattert, nun aber kein Geld für die Monatskarte für die Fahrt zur Arbeit hat. Nach einem Wohnungsbrand verstirbt der Ehemann. Die Witwe hat kein Geld, um die Beerdigung zu bezahlen. „Es gibt so viel stille Armut, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können“, sagt die Sozialreferenten Beate Frommhold-Buhl. Aber es gibt auch stille Helden, die ohne viel Aufsehen großherzig helfen: Christl und Helmut Malenke haben eine Stiftung für in Not geratene Neufahrner Bürgerinnen und Bürger gegründet.

Malenke-Stiftung wirkte viele Jahre im Verborgenen

Viele Jahre lang wirkten sie im Verborgenen. Nun existiert die Malenke-Stiftung seit zehn Jahren. Wegen der Corona-Pandemie kann man das Jubiläum nicht feiern. Stattdessen gab es nun ein Pressegespräch im Rathaus.

Christl Malenke arbeitete früher bei einer Bank. Dort hat sie Menschen getroffen, die mit sehr wenig Geld auskommen mussten. „Meine Generation und gerade Frauen haben oft eine einfache Ausbildung, war wegen der Kindererziehung zu Hause oder in Teilzeit und verfügt nur über eine kleine Rente“, berichtete Christl Malenke. Aber auch jungen Menschen, Familien, fehle es am Nötigsten, sogar an Lebensmitteln. Immer öfter, so die Erfahrung, schnappt bei Menschen „die Stromfalle zu“. Das kinderlose Rentner-Ehepaar hat selbst lange gespart und es zu einem gewissen Wohlstand gebracht. Es geht ihnen gut, nun wollen sie zu Lebzeiten etwas davon abgeben. „Es war ein guter Schritt“, sagt sie rückblickend.

Stiftung ist „das Beste, was der Gemeinde passieren konnte“

Sechs Jahre lang wirkten die Malenkes unbemerkt von der Öffentlichkeit: Sie unterstützten die Sozialstation, bedürftige Bürger und Rentner mit Patenschaften von 35 Euro monatlich. Wegen der niedrigen Zinsen wirft das Stiftungskapital mittlerweile nicht mehr viel ab. Das Ehepaar entschloss sich deshalb, an die Öffentlichkeit zu gehen, um Spenden zu sammeln. Mehr als 37 000 Euro sind in den vergangenen vier Jahren eingegangen. „Die Stiftung ist das Beste, was der Gemeinde passieren konnte“, dankte die Sozialreferentin den Stiftungsgründern.

Frommhold-Buhl gehört dem Stiftungsrat an, genauso wie der Kämmerer der Gemeinde, Hans Halbinger. „Jeder gespendete Euro kommt an“, versicherte Halbinger. Und: Die Hilfen werden nicht auf etwaige Sozialleistungen angerechnet. Die Stiftung arbeitet eng mit der Kommune zusammen, berät und vermittelt Ansprechpartner. Damit die Zuwendungen an der richtigen Stelle ankommen, so die Sozialreferentin, überprüft man zusammen mit den zuständigen Stellen die Bedürftigkeit. Man hilft, die Hilflosigkeit bei der Beantragung von Hilfen zu überwinden. Und auch die Schamgrenzen und die Angst, dass Fremde von der Not erfahren könnten. „Anonymität ist garantiert. Einfach auf uns zukommen“, versichert die Sozialreferentin.

Gut zu wissen

Spendenkonto der Malenke-Stiftung: IBAN DE69 7009 3400 0006 4260 26 bei der VR-Bank Ismaning-Hallbergmoos-Neufahrn.

Eva Oestereich

Auch interessant

Kommentare