Landrat Hauner: "Nicht die richtige Entscheidung"

Neufahrn: Traglufthalle wieder abgebaut - ungenutzt

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Landkreis -  Noch bevor Flüchtlinge in die Traglufthalle am Neufahrner Keltenweg eingezogen sind, muss sie auch schon wieder abgebaut werden. Landrat Josef Hauner ist, wie er gestern bei der Besichtigung einer neuen Asylbewerberunterkunft in Eching verlauten ließ, alles andere als begeistert darüber. Immerhin bietet die Regierung, was das komplizierte Thema Familiennachzug betrifft, nun zumindest eine Zwischenlösung an.

Aus Weihnachten wurde Februar, aus Februar März und schließlich konnte die Traglufthalle in Neufahrn erst Mitte April von der Gemeinde an den Landkreis übergeben werden. Dabei hätte man sich die Anstrengungen bei der Installation der für bis zu 300 Flüchtlinge Platz bietenden Halle, wie sich jetzt herausgestellt, getrost sparen können. Wie die Regierung von Oberbayern in Absprache mit dem Bayerischen Sozialministerium entschieden hat, wird der einjährige Vertrag mit dem Landratsamt aufgelöst und die Traglufthalle abgebaut. Und das, obwohl nie Asylbewerber dort eingezogen sind.

„Ich will das nicht dramatisieren“, sagte Landrat Josef Hauner bei dem Besichtigungstermin in Eching, „aber ich halte das nicht für die richtige Entscheidung.“ Er habe sich vehement für den Verbleib der Halle stark gemacht, so Hauner, „ schon alleine für den Fall, dass im Winter ein Problem auftritt.“ Gemeint sind erneut sprunghaft ansteigende Zugangszahlen von Flüchtlingen.

Immerhin können zwei andere, bereits begonnene Projekte zu Ende geführt werden: die dezentrale Freisinger Unterkunft an der „Katharina-Mair-Straße“ sowie die Notfallerstaufnahmeeinrichtung im ehemaligen Praktiker-Markt in Attaching. Für den Landrat eine wichtige Basis, um künftig auf die Belegung von Turnhallen im Landkreis verzichten zu können. Ansonsten, so gab Josef Hauner auch bekannt, sind Neuanmietungen von Unterkünften für Asylbewerber laut einem Ministerratsbeschluss nur mehr im Einzelfall möglich.

Auch zum Thema Familiennachzug äußerte sich der Landrat gestern, nachdem das FT über die Probleme beim Nachzug einer syrischen Familie berichtet hat: Mindestens 90 Personen aus dem Landkreis hätten Hauner zufolge bereits einen Familiennachzug beantragt. Angenommen wird, dass im Schnitt pro Person drei Menschen nachkommen. Grundsätzlich, so heißt es seitens des Landratsamts, sind die Gemeinden für die Unterbringung zuständig – zumindest so lange, bis der Neuerlass der Durchführungsverordnung zu den Asylgesetzen (DVAsyl) da ist. Bei fehlenden Kapazitäten besteht für das Landratsamt die Möglichkeit, den Gemeinden verfügbare Plätze in dezentralen Unterkünften zur Verfügung zu stellen. Die dadurch verursachten Kosten sollen über das Jobcenter aus Bundesmitteln übernommen werden. In den kommenden Wochen wird das Landratsamt zudem mit den Gemeinden über diese Aufgaben sprechen. Das Vorgehen bedarf enger Abstimmung, um den Ablauf möglichst reibungslos zu gestalten.

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