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„Uns lief die Zeit davon“: Wie in Neufahrn doch noch der Abiball gefeiert werden konnte

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Fesch angezogen: die Neufahrner Abiturienten
Das wird gefeiert: Lange stand schließlich überhaupt nicht fest, ob die Neufahrner Abiturienten überhaupt einen Abiball bekommen werden. © Lehmann

Dass Neufahrns Abiturienten heuer gemeinsam ihren Abschluss feiern konnten, war nicht selbstverständlich. Doch Schüler und Eltern kämpften - und wurden belohnt.

Neufahrn - Die Frage lautete tatsächlich: Gibt es in Neufahrn überhaupt irgendwann noch mal einen Abiball? Nachdem die Feier 2019 mit massiv betrunkenen Schülern und Sachschäden völlig aus dem Ruder gelaufen war und Corona in den beiden vergangenen Jahren derartige Festivitäten ohnehin unmöglich gemacht hatte, war der Stand 2022, wie es Markus Schlüter (59) formuliert: „Hier findet kein Abiball mehr statt.“ Doch der Vater eines OMG-Absolventen, andere Eltern und nicht zuletzt die Schüler selbst schafften es, dass am Abend nach der Zeugnisübergabe doch noch in der Aula gefeiert wurde: Einerseits ausgiebig und fröhlich, andererseits aber auch gesittet und mit Sperrstunde.

Stadthalle Erding wäre die Notlösung gewesen

Dabei waren die Perspektiven noch vor einigen Wochen alles andere als ideal: Weder vom OMG-Förderverein noch von der Schule selbst hatte die Absolvia große Unterstützung zu erwarten, weshalb man quasi als Notlösung eine Feier in der Stadthalle Erding ins Auge fasste. Die Vorbereitungen, auch in Sachen Versicherung, liefen allerdings recht zäh. Und als Markus Schlüter, der seinem Sohn und dessen Mitschülern unterstützend zur Seite stand, ein „unerfreuliches Gespräch“ mit den Verantwortlichen der Halle geführt hatte, „standen wir mit leeren Händen da“.

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Kulinarisch versorgt wurden die Abiturienten von Johann Fischer jun. aus Großeisenbach (Mitte). „Obwohl der an dem Abend eigentlich schon ausgebucht war“, wie Markus Schlüter mitteilte. Selbiges galt im Übrigen für Getränkelieferant Günter Altinger. © Lehmann

Doch jetzt kamen auch vom OMG selbst wieder positive Signale: Quasi als „Test“ bewertete man kurz vor Pfingsten den Ball der SMV (Schülermitverantwortung), der laut Schulleiter Stefan Bäumel „prima gelaufen ist“. Damit war klar: Die Absolventen kriegen ihre Chance, den Abiball in der Aula durchzuführen. „Aber uns lief jetzt die Zeit davon“, erzählt Schlüter. Trotzdem gaben Schüler wie Eltern nicht auf, fanden einen Caterer, der trotz vollem Terminkalender einsprang, und einen Sicherheitsdienst, der acht Leute abstellte, lösten die Versicherungsfragen, klärten alles Nötige mit den zuständen Behörden – und halfen einfach alle zusammen. „Ich war schon sehr beeindruckt von diesem Engagement“, sagt Bäumel, während Schlüter seinen Einsatz so begründete: „Ich habe mir fast täglich gesagt: Die Jungs und Mädels haben es einfach verdient, an dem Tag ihren Ball zu feiern.“

Um Mitternacht war Schluss - da begann das große Aufräumen

Aber auch ein bisschen Disziplin musste sein: Um 18 Uhr ging’s am vergangenen Freitag los, der folgende Samstag war bereits tabu. Markus Schlüter: „Um null Uhr wurde angefangen zu räumen – das war vorher jedem klar.“ Überhaupt verliefen die sechs Stunden in der Aula ziemlich skandalfrei. Wofür laut dem 59-Jährigen auch die Auswahl der alkoholischen Getränke verantwortlich war: „Es gab Wein, Sekt und Bier – aber keinen Schnaps.“ Den Organisatoren ähnlicher Bälle könne er nur raten, auf Hochprozentiges zu verzichten. „Dann hat man ein Problem weniger.“

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OMG-Chef Bäumel übrigens sieht die Schuld an einer Eskalation solcher Feiern weniger bei den „eigenen“ Schülern. Nach den Erfahrungen, die er bislang gemacht habe, „sind meistens nicht die Abiturienten das Problem, sondern diejenigen, die von außen dazukommen“.

ba

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