Hermann Stegschuster
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Hermann Stegschuster feiert am Sonntag seinen 80. Geburtstag

Neufahrner Architekt wird am Sonntag 80

Stegschusters Bauten und Bauwerke: von der „Teppichsiedlung“ bis zu Neu-Jerusalem

Mit seinen Bauwerken war er in besonderer Form an der Entwicklung Neufahrns beteiligt. Die Rede ist vom Architekten Hermann Stegschuster, der heute 80 wird.

Neufahrn - Stegschuster stammt aus einer alteingesessenen Neufahrner Familie. Das Anwesen seines Großvaters Georg Stegschuster, Ehrenbürger der Gemeinde, nach dem auch eine Straße benannt ist, stand einst an der Grünecker Straße auf dem jetzigen Standort der Raiffeisenbank. Nach dem Besuch der Oberrealschule machte Hermann Stegschuster eine Maurerlehre und absolvierte die Staatsbauschule in München zum graduierenden Ingenieur für Hochbau. Es folgte das Architekturstudium an der Technischen Hochschule in München, das er mit dem Titel Dipl.-Ing- Univ. abschloss.

Schon bald sollte aus der Theorie Praxis werden, die Handschrift Stegschusters in Neufahrn zu sehen sein. So war er 1966 für eine moderne Wohnbebauung als so genannte „Teppichsiedlung“ im Süden der Gemeinde verantwortlich. „Die Atriumhäuser hatten einen winkelförmigen Grundriss“, berichtet Stegschuster. „Dadurch entstanden intime Wohnhöfe mit hohem Wohnwert.“ Zwischen 1968 und 1970 folgte die Wohnsiedlung „Am Weideweg“, wo ebenfalls kubische Baukörper mit Flachdach errichtet wurden – „eine Hommage an den Bauhausstil“, erinnert sich der Architekt. Die Neufahrner nannten das Bauvorhaben „Neu-Jerusalem“.

13 um einen autofreien Innenhof gruppierte Einfamilienhäuser sind sein großer Stolz

Das Projekt, auf das Hermann Stegschuster besonders stolz ist, sind die 13 um einen autofreien Innenhof gruppierten Einfamilienhäuser (Maisonettbauweise) in der Anlage „Am Thomahof“. Denn: „Noch heute, 40 Jahre nach Erstellung, gilt die Anlage als modern“, sagt der frisch gebackene „80er“, der sich übrigens ebenfalls noch topfit fühlt. Auch die Häuser „Am Auweg“, die so genannten „Schweigehäuser“, stünden „als vorbildliches Beispiel für verdichteten und preiswerten Wohnungsbau“. Vom Bundesministerium für Raumordnung und Städtebau ist die Hausgruppe mit einem Preisgeld bedacht worden.

Ein echter Hingucker war auch die in den 1970er Jahren erbaute, winkelförmige Wohnanlage am Auweg – durch ihre weißen Mauern, orangefarbenen Ausfachungen und begrünten Dächer. Das Hochhaus am Galgenbachweg, das damals laut Stegschuster als erster Bauabschnitt einer Gesamtlösung entstanden war, wurde von den Bürgern „Weißer Riese“ getauft. In der Bahnhofstraße entwarf er das Wohn-, Geschäfte- und Ärztehaus „Unter den Arkaden“, neben der Polizeistation plante er noch einige Wohnanlagen.

Stadthäuser wurden im Gemeinderat als „Hundehütten“ bezeichnet

Aber auch an weniger schöne Reaktionen muss sich Hermann Stegschuster erinnern: So wurden vier von dem Verfechter des verdichteten Bauens entworfene Stadthäuser mit fünf Metern Achsmaß einst im Neufahrner Gemeinderat als „Hundehütten“ bezeichnet. Mit der Gemeinde liegt der 80-Jährige auch aktuell im Clinch. Der Grund sind drei geplante Appartements an der Fritz-Walter-Straße, mit denen sich derzeit das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig beschäfttigt. Das Ratsgremium hatte vor circa zehn Jahren die Nachverdichtungspläne von Hermann Stegschuster abgelehnt. Dann wurde die Angelegenheit grichtsmassig.

ft/ba

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