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An der Jo-Mihaly-Mittelschule in Neufahrn sollen Ganztagesklassen gestrichen werden.

„Erstaunt und irritiert“

Neufahrner Mittelschule will Ganztagesklassen streichen: Gemeinde funkt SOS ans Schulamt

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Die Jo-Mihaly-Mittelschule in Neufahrn will Ganztagesklassen streichen. Nun bittet die Gemeinde  das Staatliche Schulamt um Hilfe.

Neufahrn – „Erschütternd und unglaublich“ fand es SPD-Gemeinderätin Beate Frommhold-Buhl. Und damit war sie nicht allein. Die Ankündigung der Schulleitung der Jo-Mihaly-Mittelschule in Neufahrn, ab dem Schuljahr 2020/2021 das Angebot von gebundenen Ganztagesklassen einzustampfen, hat auch im Gemeinderat und bei Bürgermeister Franz Heilmeier Unverständnis und Fassungslosigkeit hervorgerufen. Jetzt funkt die Gemeinde SOS an das Staatliche Schulamt.

Die per E-Mail verschickte Mitteilung, keine Ganztagesklassen mehr zu anzubieten, traf die Gemeinderäte wie ein Blitz aus heiterem Himmel. „Erstaunt und irritiert“ sei man gewesen, schilderte Heilmeier am Montag im Gemeinderat seine Reaktion. Offenbar hat man auch sofort das Gespräch mit der Schulleitung gesucht. Doch, so steht im jetzt verfassten Schreiben an das Staatliche Schulamt mit der Bitte um Unterstützung zu lesen, habe sich „eine enge Kooperation mit der Schulleitung“ in dieser Frage „als schwierig erwiesen“. Verwaltung und politische Vertreter hätten das Gespräch gesucht, aber leider nicht verhindern können, dass mit den gebundenen Ganztagesklassen „eine wichtige Säule unseres Schulbetriebs wegfallen soll“.

Hilferuf aus Neufahrn an das Schulamt

Nun also der Hilferuf an das Schulamt, auf die Schulleitung der Neufahrner Mittelschule „einzuwirken“, damit den Eltern und Schülern weiterhin dieses Angebot gemacht werden könne. Die müsse man sonst – obwohl man der größte Partner im Schulverbund sei – nach Eching oder Hallbergmoos verweisen. 

In dem Brief betont Heilmeier, dass der Aufbau dieser Klassen von der Gemeinde „mit viel finanziellem und personellem Aufwand“ unterstützt worden sei. Und mit Investitionen von mehr als 2,4 Millionen Euro habe man in den vergangenen zehn Jahren große Anstrengungen unternommen, eine „zeitgemäße Schule“ zu gewährleisten. Den kontinuierlichen Rückgang der gebundenen Ganztagesklassen von neun auf vier und jetzt zwei Klassen (mit 44 Schülern) habe man mit Sorge beobachtet.

Schulreferent Eschlwech: „Nicht mehr wegzudenken“

Trotzdem wollte man ab 2020 weitere wichtige Weichen für das Ganztagesangebot stellen: Die Sanierung der Schulhöfe, erste Planungen für die Erneuerung der Schulküche und vor allem der Baubeginn für eine neue Mensa waren fest vorgesehen. Sollte das gebundene Ganztagesangebot gestrichen werden, sei der Bau einer Mensa nicht mehr zu rechtfertigen, weil es dann auch keine Zuschüsse mehr gebe.

Sollten die Bemühungen des Staatlichen Schulamts, die Jo-Mihaly-Schulleitung – auch entsprechend den Zielsetzungen des Kultusministeriums – doch noch umzustimmen, von Erfolg gekrönt sein, sei man sofort bereit, die Mittel für die Mensa in den Haushalt einzustellen. Zusatz: „Wenn mit der Schulleitung eine gute Kooperation möglich ist.“

Schulreferent Josef Eschlwech (FW) bedauerte, dass die Mittelschule diesen Weg gehen wolle, zumal Ganztagesbetreuung in diesen Zeiten „nicht mehr wegzudenken“ sei. Burghard Rübenthal (CSU) betonte, dieses Angebot sei wichtig für „die gute Ausbildung unserer Schüler“.

Lesen Sie auch: Müllautos dürfen die Meichelbeckstraße in Freising nicht mehr befahren. Gelbe Säcke können jedoch problemlos abgeholt werden. Dieses kuriose Chaos war nun Thema im BR-Magazin „quer“.

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