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Metzgerwirt-Rettung und ÖPNV-Neuerungen die Höhepunkte 2021 für Neufahrns Bürgermeister

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Von: Andreas Beschorner

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Gemeindechef Franz Heilmeier
Für James-Bond-Fan Franz Heilmeier stand 2021 unter dem Titel „Der Morgen stirbt nie“. © Gemeinde

Er ist mitten in seiner zweiten Amtszeit als Neufahrner Bürgermeister: Franz Heilmeier. Wie 2021 war und wie 2022 werden könnte – das verrät er im FT-Interview.

Neufahrn - Er ist mitten in seiner zweiten Amtszeit als Neufahrner Bürgermeister: Franz Heilmeier. Wie 2021 war und wie 2022 werden könnte – das verrät er im FT-Interview.

Herr Heilmeier, können Sie als Kommunalpolitiker und als Privatperson das Wort Corona überhaupt noch hören? Wie sehr hat das die Arbeit in der Gemeinde 2021 beeinflusst?

Welches Wort? Im Ernst: Es bleibt politisch und privat nichts anderes übrig, als mich weiterhin mit diesem C-Wort und mit seinen Auswirkungen auseinanderzusetzen. Corona hat die Gemeinde Neufahrn als Arbeitgeber und als Mitverantwortliche für öffentliche Ordnung, aber vor allem im Zusammenkommen und Feiern sehr beeinflusst. Ich gehe davon aus, dass wir diese Pandemie nicht vollkommen überwinden werden, aber doch als Gefahr für Menschenleben und Gesundheitsstruktur bändigen können – und hoffe, dass dies noch in diesem Jahr gelingt. Die große Aufgabe und Sorge dabei ist, dass wir nicht ausgelaugt und zerrissen bis hinein in persönliche Verbindungen werden.

Was waren die drei positivsten Entscheidungen und/oder Ereignisse im vergangenen Jahr?

Zunächst denke ich an den glimpflichen Verlauf der Corona-Infektion bei einer meiner beiden Töchter. In der Gemeinde fällt mir einerseits die großartige Initiative aus der Ortschaft Giggenhausen mit der Gründung der Genossenschaft Metzgerwirt zur Rettung der Dorfwirtschaft ein und andererseits die gleich mehrfachen Verbesserungen der Angebote im Öffentlichen Personennahverkehr. Für Deutschland habe ich den mit Respekt vor unserer Grundordnung und Institutionen vollzogenen Wechsel der Regierung als sehr positiv empfunden – ganz anders als derjenige in den Vereinigten Staaten, so wie wir es zu Beginn des vergangenen Jahres erlebt haben.

Worüber mussten Sie sich als Bürgermeister in 2021 am meisten ärgern?

Am meisten ärgert es mich, wie sehr unsere Gesellschaft in Gruppen zerbröselt ist, die nicht mehr miteinander reden und debattieren können. Wenn selbst der breite Konsens der Wissenschaften von Internet-Gurus ohne ernsthafte Qualifikation als Verschwörung diskreditiert wird und signifikante Unterstützung erfährt, ist dies ebenso besorgniserregend wie ärgerlich.

In diesem Jahr stehen einige große Projekte an. Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Vorhaben so wie geplant vorangehen? Oder wo sehen Sie Klippen und Hürden?

Wir sind bis jetzt finanziell und in unseren Projekten besser durchgekommen, als wir dies zu Beginn der Pandemie befürchtet haben. Ich bin daher schon zuversichtlich, dass wir mit unseren aktuellen Projekten wie dem Bau der Doppelturnhalle, dem Pausenhof an der Jo Mihaly-Mittelschule, der Containeranlage an den Grundschulen oder der Renovierung des Mesnerhauses gut vorankommen werden.

Auf was freuen Sie sich als Rathauschef 2022 am meisten?

Ich glaube schon und freue mich darauf, dass wir im Laufe des Jahres wieder vielfach zu einer „neuen Normalität“ in unserem Zusammenleben finden werden. Persönlich bedeutet dies wieder mehr Besuche bei unseren Kindern und Treffen mit Freunden. Vielleicht sollte ich mal bei den Stockschützen nachfragen, wo sich viele meiner ehemaligen Fußballkameraden regelmäßig treffen.

Wie beurteilen Sie die Stimmung und die Zusammenarbeit im Gemeinderat?

Das Miteinander im Gemeinderat ist von einem guten gegenseitigen Respekt getragen, durch den auch Meinungsunterschiede selten zu persönlichen Auseinandersetzungen führen. Natürlich halten sich manche mehr zurück, während andere raumgreifender und zeitfüllender auftreten. Aber insgesamt gelingt es, dass wir auch als 31-köpfiges Gremium kollegial und nicht als Parlament zusammenarbeiten, genauso wie es die Bayerische Gemeindeordnung vorgibt.

Welchen großen Wunsch hat der Bürgermeister von Neufahrn für 2022?

Ein großer Wunsch ist eine „neue Normalität“, die sicher nicht die Rückkehr zu 2019 sein wird, aber in der wir vom Volksfest (das vielleicht noch zu früh kommt) über Vereinsfeiern bis zum Winterprogramm am Marktplatz wieder vielfältig zusammenkommen können.

Und mit welchem Film- oder Buchtitel würden Sie das vergangene Jahr beschreiben?

Mit James Bond: „Der Morgen stirbt nie.“

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