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Interessiert lauschen Neufahrns Gemeindeoberhaupt Franz Heilmeier (3. v. r.) sowie Bürger den Ausführungen.

Förster zum Zustand der heimischen Wälder

Neufahrns Wälder profitieren von ihrer Vielfalt

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Rund 30 Hektar Fläche umfasst der Neufahrner Gemeindewald. Bürgermeister Franz Heilmeier hat sich zusammen mit Interessierten bei Förster Bernhard Söllner über den Zustand der Wälder informiert. Die Esche liegt auch hier im Sterben. 

Neufahrn – Natürlich ist auch Neufahrn betroffen vom Eschentriebsterben, das die Natur in den vergangenen zehn Jahren teilweise dramatisch in eine Schieflage brachte. Im Landkreis München müssen teilweise Wälder wegen der Krankheit neu aufgebaut werden, und in den Isarauen ist etwa die Gemeinde Ismaning extrem betroffen. Söllner konnte berichten, dass die Problematik im Bereich Neufahrn weitaus weniger dramatisch sei, da im Gemeindewald nur teilweise Eschen stünden. Aber auch hier seien 98 Prozent der Bäume vom Eschentriebsterben betroffen, bei dem dann Pilze den geschwächten Pflanzen den Rest geben. Bernhard Söllner zeigte eine Esche mit prächtiger Krone, bei der nur der Fachmann feststellen kann, dass der Baum nicht mehr zu retten ist.

Hoher Umsatz beim Holzverkauf steht nicht im Mittelpunkt

Förster Bernhard Söllner zeigt die Neupflanzungen mit Flatterulme und Schwarznuss.

Der Förster betonte, dass die Waldflächen im öffentlichen Besitz vorbildlich bewirtschaftet werden müssten und deshalb das wirtschaftliche Ergebnis mit dem Holzverkauf nicht im Mittelpunkt stehe. Zu dieser bestmöglichen Bewirtschaftung gehört auch, diesen zukunftsfähig aufzustellen. Söllner zeigte bei der Führung durch den Neufahrner Gemeindewald exemplarisch einen Bereich mit jungen Bäumen. „Die Flatterulme ist eine heimische, aber in den vergangenen Jahren in Vergessenheit geratene Pflanze“, erklärte Bernhard Söllner. Sie sei einer der Bäume, die mit zunehmender Trockenheit und den Verhältnissen in den Isarauen gut zurecht komme.

Der Förster hat aber auch neue Sorten wie die Schwarznuss im Blick, die mit den Klimaveränderungen gut zurechtkommen könnte. Die jungen Bäume müssen in den Isarauen wegen der starken Rotwildbestände mit hohen Zäunen geschützt werden. Weiter erklärte er, dass umgefallene oder zwischen anderen Bäumen hängende Stämme im Wald bleiben würden, sofern sie keine Gefahr für Menschen auf den Wegen darstellten. „Wenn mehr Bäume liegen als stehen, müssen wir eingreifen“, so Söllner. Das Totholz biete für Tiere und Pflanzen wertvolle Lebensräume.

Unter dem Strich zieht Söllner für die 30 Hektar Waldbesitz der Gemeinde eine durchaus positive Bilanz. Es sei nicht schlecht um den Wald bestellt, der die Verluste durch das Eschentriebsterben mit seiner Vielfalt besser als andere Wälder verkrafte. Rathauschef Franz Heilmeier kündigte dennoch an, dass die Gemeinde im kommenden Jahr mehr Geld als Unterhaltssumme für den Wald in die Hand nehmen werde. Ein niedriger fünfstelliger Euro-Betrag solle dazukommen: für Nachpflanzungen in den Gemeindewäldern.

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