Letzte Zweckverbandssitzung

„Normalregelung“ wird Realität

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Der Zweckverband Staatliches Gymnasium Neufahrn ist Geschichte. Heute wurde in der „denkwürdigen“, weil letzten Sitzung, so Landrat Josef Hauner, die Auflösung beschlossen. Nur einer trübte die Harmonie.

Neufahrn/Freising – In den Verbandsversammlungen der Jahre 2015, 2016 und 2017 war die Angelegenheit bereits behandelt worden. Auf Betreiben der Gemeinde Neufahrn wurde da die Auflösung des 1993 gegründeten Zweckverbands besprochen, wurden in zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen die Modalitäten festgelegt. Und zwar stets in bestem Einvernehmen, wie gestern Landrat Josef Hauner und Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier unisono betonten.

Beide versicherten, dass man am Oskar-Maria-Graf-Gymnasium den Übergang der Trägerschaft von einem Zweckverband auf den Landkreis nicht spüren werde. Dass der Landkreis jetzt allein für diese weiterführende Schule zuständig ist, das sei ja schließlich „die Normalregelung“, sagte Heilmeier auch mit Blick auf die Stadt Freising, die bekanntlich die weiterführenden Schulen, die bisher in ihrer Trägerschaft waren, ebenfalls an den Landkreis abgibt. Die Gemeinde Neufahrn zahlt freilich den Erbpachtzins für das Grundstück weiter und trägt die Zins- und Tilgungszahlungen für die Baukosten des Gebäudes weiterhin mit. Der Übergang der Trägerschaft kostet den Kreis geschätzte 300 000 Euro mehr pro Jahr.

Schulleiter Franz Vogl würdigte den Zweckverband als „geniale Konstruktion“, bestätigte, dass er von seinen Kollegen um dieses „tolle Gebäude“ mit dieser wunderbaren Aula beneidet werde. Zudem habe man landkreisweit das modernste Schulgebäude mit der am besten entwickelten digitalen Infrastruktur – und das alles dank des Zweckverbands.

Auch wenn die Auflösung des Zweckverbands zum 31. Dezember 2017 einstimmig beschlossen wurde, waren nicht alle zufrieden. Rainer Schneider, bis 2014 Bürgermeister von Neufahrn und jetzt noch FW-Kreisrat, sagte, es gebe „keinen sachlichen Grund, den Zweckverband aufzulösen“. Er habe das zwar nicht zu verantworten, mahne aber an, dass es ohne den Zweckverband den Gymnasium-Standort Neufahrn nie gegeben hätte, dass die Auflösung des Zweckverbands für künftige Standortentscheidungen also möglicherweise nachteilig sei. „Und das alles nur wegen ein paar Euro“, so Schneider.

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