Auch in Neufahrn wird fleißig geradelt
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Auf die kommenden 20 Jahre ist das Radverkehrskonzept der Gemeinde Neufahrn ausgelegt, mit dem sich nun der Bauausschuss befasst hat.

Sitzung des Bauausschusses

Radverkehrskonzept für Neufahrn: Langfristig angelegt und nicht unbedingt billig

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Einstimmig hat Neufahrns Bauausschuss das gemeindliche Radverkehrskonzept durchgewunken. Eine „Zukunftsvision“, die im Gremium trotz hoher Kosten gut ankam.

Neufahrn - Das nennt man wohl langfristig: Am Montag wurde im Neufahrner Ausschuss für Bau, Umwelt und Mobilität der Entwurf für das Radverkehrskonzept der Gemeinde beschlossen, dessen Umsetzung für die kommenden rund 20 Jahre vorgesehen ist. Und das nennt man wohl teuer: Würde man alle Maßnahmen, die vom Planungsbüro „Institut für innovative Städte“ in diesem Konzept aufgeführt werden, umsetzen, dürfte das ein Kostenvolumen von 26 Millionen Euro bedeuten.

Von Beschilderungen und Markierungen bis zu Fahrradstraßen

Im November 2019 war beschlossen worden, ein Planungsbüro mit der Erstellung eines gemeindlichen Radverkehrskonzepts zu beauftragen. Ziel war es unter anderem, den Radverkehrsanteil von 19 Prozent (im Jahr 2018) auf 24 Prozent zu erhöhen. Im Juli 2021 wurde den Gemeinderäten ein Zwischenbericht zugesandt, in dem die aktuelle Situation für Radfahrer in Neufahrn und die künftige Entwicklung samt Empfehlungen und Maßnahmen dargestellt sind. Enthalten ist darin auch ein spezieller Fünf-Jahresplan, der verdeutlichen soll, welche Maßnahmen und Projekte besondere Priorität und besonders großen Nutzen haben. Dazu gehören beispielsweise Beschilderungen und Markierungen, aber auch Verbesserungen bei der Beleuchtung von Radwegen, die Errichtung von Radabstellplätzen, sowie die Überarbeitung der Fahrradabstellsatzung oder teurere Projekte wie die Einrichtung von Fahrradstraßen.

Wie Bürgermeister Franz Heilmeier erklärte, dürfte sich das Kostenvolumen bei Umsetzung aller Maßnahmen auf rund 26 Millionen Euro belaufen. Davon machten Unter- und Überführungsbauwerke allein elf Millionen Euro aus. Würde sich die Gemeinde dazu entschließen, alle Maßnahmen mit Ausnahme der Unter- und Überführungen zu realisieren und dabei die zu erwartenden staatlichen Fördermittel erhalten, reduziere sich der Kostenanteil der Gemeinde auf sechs Millionen Euro.

Rübenthal (CSU): In dem Konzept müssen sich alle Verkehrsteilnehmer wiederfinden

Josef Eschlwech (FW) betonte, der Beschluss zur Annahme des Entwurfs des Radverkehrskonzepts stehe „außer Frage“. Denn im Wesentlichen gehe es um „Zielvorgaben“, wobei einzelne Maßnahmen durchaus diskussionswürdig seien – beispielsweise die Einrichtung von Fahrradstraßen. Frank Langwieser (CSU) bemängelte, dass die Steuerungsgruppe etwas „einseitig“ besetzt gewesen sei, weil ausschließlich Verbände und Organisationen vertreten gewesen seien, die die Interessen der Radfahrer wahrnahmen. ADAC oder andere Verbände seien nicht gehört worden. Burghard Rübenthal (CSU) befürwortete das Radverkehrskonzept, legte allerdings Wert darauf, dass sich darin alle Verkehrsteilnehmer wiederfinden. Es müsse einen „Gleichklang der Verkehrsteilnehmer“ geben.

Christopher Aichinger (FW) fand diese „Zukunftsvision“, wie der Radverkehr künftig in Neufahrn aussehen solle, „gut und zeitgemäß“. Anfangs und zuerst sollte das Augenmerk auf die für Radler gefährlichen Stellen im Gemeindegebiet gelegt werden, um dort schnell Abhilfe zu schaffen. Der Ausschuss verabschiedete den Entwurf des Radverkehrskonzepts einstimmig.

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