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Vieles ausgedeutscht! Kursleiter und Organisatoren zogen eine positive Bilanz: (von links) Nikolaus Marzahn, Ulrike Baghdadi, Pfarrer Reinhold Henninger, Kathi Kalojanidis, Inge Bornhorst, Josef Bornhorst und Sigrid Kirmse.

Sprachkurse für Asylbewerber in Neufahrn

„Totale Erfolgsgeschichte“

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Dass an diesem Spruch was dran ist, zeigte sich auch bei den von Ehrenamtlichen angebotenen Sprachkursen für Flüchtlinge in Neufahrn. Um so erfreulicher fiel nun das Fazit der Beteiligten aus.

Neufahrn – Einfach war es nicht, den Flüchtlingen Grundkenntnisse in Deutsch beizubringen. Viele konnten weder lesen, noch schreiben und mussten erst alphabetisiert werden. In kleinen Schritten, wie es jetzt zum Abschluss der Kurse hieß.

Pfarrer Reinhold Henninger, Leiter des Neufahrner Flüchtlingshelferkreises, zog ungeachtet dessen eine positive Bilanz der Deutschkurse. „Eine totale Erfolgsgeschichte“, urteilte er im Beisein aller sechs Kursleiter. Ein Großteil der insgesamt 2160 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten hatte in dem Räumen der evangelischen Kirchengemeinde stattgefunden.

„Alle, die dageblieben sind“, hätten Erfolge erzielt bei ihrem Bestreben, Deutsch zu lernen, stellte Henninger zufrieden fest. Josef Bornhorst, einer der Kursleiter, hatten einen ganzen Ordner voller Anwesenheitslisten dabei. Demnach haben 52 Flüchtlinge mehr oder weniger regelmäßig am Deutschunterricht teilgenommen – mit beachtlichen Erfolgen. 20 der Teilnehmer besuchen demzufolge jetzt einen weiterführenden Integrationskurs. Immerhin sechs befinden sich in einer Schul- oder Berufsausbildung. Sechs Frauen, teilweise mit kleinen Kindern, werden von Sprachpaten betreut.

Ein Wermutstropfen sei es laut Henniger, dass man vier Teilnehmern die Arbeitserlaubnis wieder entzogen hat. Über den Rest liegen keine Informationen vor. Sie seien vom Landratsamt verlegt worden. Einer der Schützlinge hätte eine Festanstellung bekommen, fügte Nikolaus Marzahn den Ausführungen des Pfarrers hinzu.

Der Unterricht hatte im Mai 2015 begonnen und bis Ende Februar gedauert – zunächst in der Unterkunft an der Ludwig-Erhard-Straße und danach an der Dietersheimer Straße. „Mit speziellen Ersteinweisungen – gespickt mit Grammatik“, wie Josef Bornhorst erklärte. Was nicht einfach gewesen sei mit teilweise „lernungewohnten Kursteilnehmern“. Auch Tugenden wie Pünktlichkeit seien anfangs nicht selbstverständlich gewesen, merkte Sigrid Kirmse, eine von vier Kursleiterinnen, an.

Mit den ehrenamtlichen Deutschkursen für Flüchtlinge ist es laut Henninger vorerst vorbei. Sollen Neue kommen, könne man aber jederzeit wieder einsteigen.

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