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Mühlradl, Hirtamadl und Sternpolka: Beim Gaujugendtag zeigte der Nachwuchs sein Können.

Veiglbergler mit Petrus im Bunde

Gaujugendtag: Zum Festzug scheint die Sonne

Neufahrn - Petrus ist ein Freund der Trachtenjugend. Das bewies er am Sonntag während des Jugendtags des Loisachtaler Gauverbands in Neufahrn.

Ganz wie geplant lief das Fest mit 20 teilnehmenden Vereinen und über 500 Kindern und Jugendlichen allerdings nicht. Improvisationstalent war gefragt, und Markus Markus Schölderle, Vorsitzender des gastgebenden Vereins Veiglbergler Neufahrn, erwies sich als Meister dieses Fachs. Immer wieder musste er den Ablauf ändern und brachte doch alles zu einem sehr guten Ende.

Sehr optimistisch war Schölderle am frühen Sonntagmorgen nicht. Beim Eintreffen der Vereine regnete es wie aus Kübeln. „Wahrscheinlich muss der Festzug ausfallen“, fürchtete der Vereinschef. Keine Wolkenlücke versprach besseres Wetter. Ergo erfolgte die erste Planänderung: Statt im Freien zelebrierte Pfarrer Manfred Wurzer den Festgottesdienst im Zelt, umrahmt von den Fahnenabordnungen der Vereine und musikalisch begleitet von der Dürnstoana Blasmusik unter der Leitung von Hans Schölderle.

Pfarrer wirbt für die Tracht

In seiner Predigt ermutigte Wurzer die Trachtenjugend, zu ihrem Gewand zu stehen – auch „wenn man das nicht anzieht, wenn man modern und hip sein will. Jeder will etwas ganz Besonderes sein und schon gar keine Tracht tragen.“ Da kleide man sich lieber wie Pop-Star Lady Gaga, „und dann sehen wieder alle gleich aus“. Wer sich so kleide, laufe nur einem Trend nach. Wichtiger ist laut Wurzer das Miteinander: „Das ist eure Aufgabe als Trachtler. Ihr steht für die echte Wahrheit, füreinander da sein, sich gegenseitig helfen, in der Gemeinschaft sein, zeigen, wer wir sind.“

Im Anschluss bewiesen die Vertreter der Vereine bei den Ehrentänzen ihr Können. Plattler sowie Volkstänze wie Mühlradl, Hirtamadl und Sternpolka zeigten das in vielen Stunden einstudierte Repertoire. Leider musste der obligatorische Auftanz ausfallen. Die Bühne im Festzelt war zu klein, und draußen regnete es noch. Allerdings inzwischen weniger. Die Lücken zwischen den Wolken wurden größer, mit jeder Minute kam die Sonne mehr durch.

Feuerwehr muss erst noch Keller auspumpen

Hier bewies die weibliche Trachtenjugend, wie flexibel sie ist: Aus den mitgebrachten Regen- wurden nun Sonnenschirme. Dann fiel die Entscheidung zugunsten des Festzuges. Um 13 Uhr könne er starten, meinte Schölderle. Aber dem war nicht so. Er musste noch auf die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr warten. Sie sollten die Straßen für den Umzug sperren, waren aber noch beim Einsatz. Erst einmal mussten zwei Keller leergepumpt werden.

Um 13.30 Uhr formierte sich der Zug schließlich. Angeführt von Schölderle und der Dürnstoana Blasmusik ging es durch den Ort. Am Straßenrand jubelten die Neufahrner den Kindern und Jugendlichen bei strahlendem Sonnenschein zu.

Siggi Niedergesäß

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