Die Neufahrner Familie in ihrem Wohnzimmer
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Suchen verzweifelt eine neue Bleibe: Özlem Kaplan (r.) mit ihren beiden Kindern Omut und Melissa.

Sie hat Angst, obdachlos zu werden

„Noch nie so einen Druck erlebt“: Alleinerziehende Mutter sucht verzweifelt Wohnung - Kündigung nach 15 Jahren

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Özlem Kaplan (37) hat Angst davor, bald mit ihrer Tochter Melissa (18) und ihrem Sohn Omut (1) auf der Straße zu stehen. Deshalb hat sie nur einen Wunsch: „Ein Dach über dem Kopf.“

Neufahrn – Seit ihrer Geburt lebt Kaplan im Landkreis Freising, ist hier aufgewachsen. Seit 15 Jahren bewohnt die alleinerziehende Mutter eine Wohnung an der Christl-Cranz-Straße in Neufahrn. „Ich bin eine anständige Mieterin, ich habe meine Miete immer pünktlich bezahlt“, berichtet sie dem Tagblatt. Vor einem Jahr allerdings kündigte ihr der Vermieter. Grund: Eigenbedarf. Seine Eltern sollen ab August in die Wohnung einziehen, die unter der des Vermieters liegt.

Alleinerziehende hat überall angefragt - es gibt keine Wohnung für sie

Seitdem ist Özlem Kaplan, deren Tochter gerade eine Ausbildung absolviert und die von Hartz IV lebt, auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Erfolglos. Caritas, Diakonie, Gemeinde – überall habe sie nachgefragt, überall habe sie sich beworben, überall steht sie aber nur auf ganz langen Wartelisten. Und in fünf Monaten muss Kaplan, die außerdem noch von Krankheiten geplagt wird und sich demnächst einer Operation unterziehen muss, ausziehen.

Der Mutter reicht notfalls auch eine Couch als Bett

„Ich habe noch nie so einen Druck erlebt“, schildert sie unter Tränen ihre Lage. Auch die Suche auf Immoscout und in anderen Portalen habe bisher zu keinem Erfolg geführt. Dabei braucht die 37-Jährige, wie sie unterstreicht, wahrlich keinen Luxus, „Hauptsache ein Dach über dem Kopf“: eine Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnung. Wichtig sei das Zimmer für die Kinder, sie selbst könne auch gut auf einer Couch schlafen.

Nur eine Voraussetzung gibt es: Weil Kaplan weder Führerschein noch Auto besitzt, sollte der künftige Wohnort in Nähe der S 1 liegen. Das Jobcenter, das die Miete übernehmen würde, zahlt bis zu 870 Euro Kaltmiete, hat sich Kaplan schon erkundigt. Jetzt also ihre verzweifelte Bitte nach Unterstützung. Vielleicht gebe es ja jemanden im Landkreis, der eine Wohnung und ein Herz für die kleine Familie hat, so ihre Hoffnung. Wer jemand kennt, der jemand kennt – meldet sich unter Tel. (01 79) 4 89 67 08.

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Wohnungsnot ist auch andernorts ein Thema: Einen Aufruf der ungewöhnlichen Art hat der Markt Peiting auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Darin sucht die Gemeinde nach einer Wohnung für eine sechsköpfige Familie. In Freising erging es einem alleinerziehenden Vater mit vier Kindern ähnlich.

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