Aus mehreren Gründen

Nils Daimer beendet seine Karriere: Vom Triathleten zum Fitnesstrainer

Der Langenbacher Triathlet Nils Daimer (27) hat seine Karriere beendet – aufgrund einer schmerzhaften Knieverletzung, die ihm zuletzt schwer zu schaffen machte und aufgrund einer veränderten Lebensplanung, wie er dem Tagblatt verriet. Im Zuge der Verletzung hat sich der Spitzensportler auch von seinen Hauptsponsoren getrennt – in gegenseitigem Einvernehmen wie es hieß.

Freising/Erding – „Nach zweieinhalbjähriger Förderung verlässt Nils Daimer auf eigenen Wunsch das Erdinger Alkoholfrei Perspektivteam“, lautet die Quintessenz der Pressemitteilung eines von Daimers Hauptsponsoren. Der Triathlet, der über 25 Wettkämpfe gewonnen hatte, wolle sich künftig „verstärkt auf seine berufliche Laufbahn als Fitnesstrainer konzentrieren“, hieß es weiter.

Daimer, der Gesundheitsmanagement studiert hat und in dem renommierten Fitnessstudio „New Mountain“ beschäftigt ist, bestätigte die Meldung jetzt schweren Herzens, aber auch mit einer gewissen Erleichterung. Spaß hat es dem Extremsportler, der während seiner Karriere über 15 nationale Triathlons gewonnen und eine ganze Reihe von Meisterschaften eingeheimst hat, nämlich nicht mehr sonderlich gemacht. Sein Problem: Ein sogenannetes „Läuferknie“. Eine Muskelüberlastung, die bei starker Belastung Schmerzen bereitet, im Alltag hingegen aber kaum Probleme macht. Daimer beschreibt die Situation so: „Da kommst du mit zwei Minuten aus dem Wasser, schließt auf dem Rad zum Spitzenreiter auf, dann kommen die Schmerzen und beim Laufen geht schließlich gar nichts mehr.“

Im Zuge dessen hat Daimer in jüngster Zeit „einige Wettkämpfe sausen lassen müssen“, wie er sagt. Stattdessen war ein Marathon durch die Orthopädie-Praxen und Spezialkliniken angesagt. Mit der deprimierenden Diagnose, dass er, wenn er so weitermacht, irgendwann einen irreparablen Schaden davon tragen könnte.

Jammerschade, denn eigentlich wollte sich Nils Daimer doch in zwei Jahren seinen großen Traum erfüllen und bei der Weltmeisterschaft in Hawaii antreten. Dass dieser Traum nun geplatzt ist, sieht der erfolgreiche Triathlet auf der anderen Seite auch als Erleichterung und als Befreiung an. Die Vorstellung, dauerverletzt zu sein und sich dann doch wieder durch 20 bis 40 Stunden Training in der Woche quälen zu müssen, das alles spielte eine Rolle bei seiner Entscheidung.

„Die Monotonie wiederholt sich mit der Zeit“, stellt Daimer fest. Inzwischen geht sein Blick nach vorne. Bei seinem Arbeitgeber tun sich Perspektiven auf. Außerdem will er seinen Master machen und sich beruflich verbessern. Zu guter Letzt führt Daimer auch noch private Gründe als Argument ins Feld. Gerade baue er das Dach in seinem Elternhaus aus. „Die Freundin zieht ein“, freut sich der Aussteiger. Als aktiven Triathleten hat sie ihn nicht so oft zu Gesicht bekommen. Die letzten drei Jahre weilte Nils Daimer bis zu vier Monate im Ausland, war ständig unterwegs zwischen Hochleistungstraining und Wettbewerb.

Nicht zuletzt freut er sich, nicht mehr so auf seine Ernährung achten zu müssen. Schließlich betreibt die Mutter in Oberhummel eine Gastwirtschaft. Und gegen „so einen Schweinsbraten“ ist doch nichts einzuwenden, für einen, der das Schwimmtrikot ausgezogen, das Rad in die Ecke gestellt und die Laufschuhe an den Nagel gehängt hat.

Und was macht der Hauptsponsor? Der schaut sich vermutlich nach einem anderen Leistungsträger um. Nils Daimers Schritt bringt man erklärtermaßen Verständnis entgegen. Es war von einem zuverlässigen und zielstrebigen Athleten die Rede, dem man Einiges zu verdanken habe und für seine weitere private und berufliche Zukunft alles Gute wünscht. Daimer selbst legt indes Wert auf die Feststellung, dass er klare Verhältnisse hat schaffen wollen. „Ich hätte auch sagen können, ich bin dauerverletzt, aber so etwas ist nicht meine Art“, stellte er gegenüber dem FT klar.

Alexander Fischer

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