Nur noch ein Windrad wird gebaut

Fahrenzhausen - Beide Seiten - Gegner und Befürworter - können von einem Teilerfolg sprechen. Bei Antragsteller Vitus Hinterseher überwiegt gerade die Freude über eine genehmigte Windkraftanlage am Weißlinger Holz. Auch, wenn zwei weitere nicht gebaut werden können.

Nach einem achtmonatigen Antragsverfahren hat das Landratsamt Freising der SL Windenergie die Genehmigung für die südliche Anlage - die der Ortschaft Lauterbach am nächsten ist - erteilt. „Die intensive behördliche Prüfung sämtlicher Unterlagen, Gutachten und Einwendungen ergab, dass der Standort allen gültigen Normen und Gesetzen zum Schutz von Mensch und Natur entspricht“, heißt es in einer Presseerklärung, die die SL Windenergie gestern herausgab, nachdem sie die frohe Botschaft aus dem Landratsamt erhalten hatte. Und obwohl nur die eine Anlage genehmigt wurde, gab sich Vitus Hinterseher gestern als Gewinner: „Bei uns ist das Glas halb voll, wir sehen das optimistisch“, sagte er dem FT. „Es ist ein normaler Prozess, dass bei so einem aufwändigen Genehmigungsverfahren Standorte dabei sind, die den Anforderungen nicht standhalten und man sie deshalb wieder zurückzieht.“ Und genau das hat er getan: Da kurz vor Abschluss der mehrjährigen naturschutzfachlichen Untersuchungen ein Gutachter am westlichen Waldrand den Horst eines geschützten Wespenbussards nachgewiesen hat, und eine Beeinträchtigung des Vogels durch die mittlere und die nördliche Anlage nicht ausgeschlossen werden könne, habe sich die SL Windenergie dazu entschieden, die beiden Anträge zurückzuziehen.

Die nun genehmigte südliche Anlage sei besonders geeignet, da sie „viele positive Faktoren verbindet“, betont Vitus Hinterseher und verweist auf die 1200 Meter Abstand vom ersten Wohnhaus in Lauterbach und somit auf „minimale Auswirkungen“ für die Lauterbacher.

Zudem werde der Einfluss auf den Naturraum um das Weißlinger Holz auf ein Minimum reduziert, da die Anlage außerhalb des Waldes liege und man auf bereits bestehende Wege zurückgreifen könne. Durch den Wegfall der beiden anderen Anlagen verringern sich die Schall- und Schattenwerte nochmals erheblich, sagt Hinterseher, wenngleich er sich durchaus im Klaren sei, auch nach diesem Beschluss beim Gegner nach wie vor im Feuer zu stehen. „Ich persönlich rechne weiterhin mit Widerstand. Es wird wohl trotzdem Menschen geben, die versuchen, das Windrad zu verhindern.“

Und tatsächlich kündigt BI-Vorsitzende Elfriede Eisenhofer an, sich „damit wohl nicht abzufinden“. Denn der Vereinszweck der Bürgerinitiative sei „gar kein Windrad“. Grundsätzlich herrsche bei ihr im Moment „verhaltene Freude“ darüber, dass immerhin zwei Windräder aus dem Rennen sind. Doch die Genehmigung der verbleibenden Anlage gebe ihr sehr zu denken. In der vergangenen Woche habe sie die Auskunft erhalten, dass das artenschutzrechtliche Gutachten noch gar nicht vorliege.

„Und heute ist das eine Windrad plötzlich genehmigt - da hat sich das Landratsamt allerhöchstens eine Woche für den Inhalt des Gutachtens und die Bewertung Zeit genommen.“ Diese „Eilbedürftigkeit“ sei für Eisenhofer absolut nicht nachvollziehbar. Am Mittwoch habe sie als Vorsitzende der BI in der Sache einen Termin bei Landrat Josef Hauner, den sie auch trotz der Genehmigung wahrnehmen werde. „Dass das jetzt noch schnell vor unserem Gespräch entschieden wurde, finde ich seltsam“, sagt Elfriede Eisenhofer. Die BI sei damit vor vollendete Tatsachen gestellt worden, ohne davor ihre Bedenken bei Josef Hauner persönlich vorgetragen zu haben.

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