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Prot: Als Edmund Stoiber war Wolfgang Krebs brüllend komisch.

Brillanter Abend

Obergrenzenloses Gelächter: Wolfgang Krebs dreht beim Starkbierfest Weihenstephan auf

Freising - Herzhaftes Lachen war garantiert: Beim achten Weihenstephaner Starkbierfest am Donnerstagabend blieb Kabarettist Wolfgang Krebs den Freisingern nichts schuldig. Als politisches Dreigestirn – Seehofer, Söder, Stoiber – wechselte er in Windeseile Rollen, Frisur, Outfit und Stimmlage.

So dicht gedrängt standen die Stuhlreihen im Stephanskeller des Bräustüberls schon lange nicht mehr. Die Organisatoren hatten sich im Vorfeld zwar bemüht, den Termin des diesjährigen Starkbierfestes geheim zu halten – ohne Erfolg. Weihenstephans Brauereidirektor Josef Schrädler begrüßte die Vertreter der Wissenschaft vom „Nährberg“ („Bierbrauen ist ja Wissenschaft und Kunst in einem“) und den Klerus vom „Lehrberg“. Über den „Geldberg“, ganz im Norden der Domstadt, ursprünglich Sitz der Bundeswehr, wurde das Publikum dann vom Ministerpräsidenten alias Wolfgang Krebs, dem Star des Abends, höchstpersönlich aufgeklärt: Dieser sei zum Wohle der Stadt Freising billigst eingekauft und „sehr, sehr teuer“ wieder verkauft worden.

Dröhnendes Gelächter vom Seehofer-Double ging vielen Pointen voraus. Etwa, als er TUM-Präsident Wolfgang Herrmann als „Professor Dr. Dr. hc Multiplex“ begrüßte. „Ich sag’s auch für die Nicht-Lateiner: das ist ganz, ganz großes Kino.“ Seehofers Streit mit der CDU sei mittlerweile so weit eskaliert, dass er nur noch schriftlich kommuniziere. Krebs als Ministerpräsident:: „Ich bin ja jetzt der Brieffeind der Kanzlerin.“

Vor allem die lokalen Aufreger sind es aber, die Krebs die Lacher brachten. Beispiel: Flughafen. „Braucht man eine dritte Startbahn?“ Seehofer sei ja ein Mann der Überzeugungen. Und davon habe er wahrlich genug.“ Ich hab sogar so viele, dass ich täglich neue benutzen kann.“ Früher sei er für eine dritte Bahn gewesen, momentan sei er dagegen.„So etwa nennt man ein flexibles Bauherren-Modell.“

Wenn eine Broschüre der Stadt Freising in italienischer Sprache gelesen werde, so tauche das Wappentier der Domstadt als „Wolf“ auf. Hoffentlich lese die Broschüre in der Südtiroler Partnerstadt Innichen keiner. „Sonst tauschen die das Wappen aus und malen einen Wolf drauf.“ Wobei der Bär gemäß einer Abhandlung über Fabeltiere doch weitaus geeigneter sei für die Domstadt. „Der Bär gilt als freundlich, gutmütig, ein wenig naiv und einfältig: Na bitte, das passt doch viel besser zu Freising.“

Als fränkelnder Markus Söder gab Krebs dem Ministerpräsidenten den Rat, auf die „Bumbe aufzubassen“. Für die Spitzenämter in der CSU brauche es jemanden ohne Herzschwäche. „So jemand wie mich. Ich hab ned amal a Herz.“ Denn der Kreislauf des Finanzministers werde nicht durch einen entzündungsanfälligen Muskel in Gang gehalten, sondern durch Twitter und Facebook. Deshalb habe er auch beste Genesungswünsche für stark geschwächte MP’s in seinen Account gestellt. „Damit kommst du in Nullkomanix in die Trending Topics.“

Authentisch von der Haarwurzel bis zum Wiegeschritt war Krebs als sprunghafter Parlierer Edmund Stoiber. Eine Ansiedlung von „Sardellen, pardon: Bordellen“ wäre in Freising nicht mehr vermeidbar, wenn die Einwohnerzahl die Marke von 50 000 überschritten hätte. Ob ein „Domina-Berg“ inmitten gewachsener Strukturen – etwa auf dem Domberg – eine Lösung sein könnte? Am Ende könnte dies zu einem „Kardinalsfehler“ führen.

Verballhornung auch in Richtung Erweiterung des Gewerbegebiets Clemensänger: zu groß wären Lärm- und Lasterverkehr. „Wenn die Nachbarn so vehement dagegen sind, werden sie auch keine erogene Zone im Gewerbepark wollen.“ Denn die würde ja noch ganz andere Laster mit sich bringen. „Vielleicht lieber Tobi“, wandte sich Krebs an den Freisinger OB Tobias Eschenbacher, „ist es doch die einfachste Lösung, Obergrenzen für die Freisinger Einwohnerentwicklung zu definieren.

Zum Schluss gab’s noch eine besondere Verleihung: Peter Müller, seines Zeichens Ministerialdirektor am Kultusministerium, wurde mit einem „Ersatzkesselfleischorden“ ausgezeichnet. Wer es nicht weiß: Als „höchste Auszeichnung Bayerns“ wird der „Kesselfleischorden“ alle Jahre wieder in Weihenstephan verliehen. Ein wertvolles Stück „Knochen“ , das der jeweilige Preisträger im nächsten Jahr an den neuen Gewinner abgeben muss. Peinlich, wenn man diesen dann nicht mehr vorweisen kann – so wie Müller: An dessen Orden hatte sich sein Jagdhund gütlich getan. Deswegen bekam Müller nun ein Ersatz ans Revers geheftet.

Maria Martin

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