Erstes Merz-Statement nach der Wahl-Pleite: Für gewisse Ämter würde er alles aufgeben

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So sah es 1979 am Diözesanmuseum aus.

Entscheidung im Ticker

Ticker zum Nachlesen: Gigantischer Bauantrag der Erzdiözese genehmigt

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Das Oktogon war der Stein des Anstoßes: Zunächst lehnte der Freisinger Stadtrat die Baupläne ab. Nun musste erneut darüber entschieden werden - mit einem anderen Ausgang. 

  • Bauantrag der Erzdiözese im Volumen von 100 Mio. Euro wurde noch einmal vorgestellt
  • Die Kommunikation zwischen Erzdiözese und Stadt wurde bemängelt
  • Fünf Gegenstimmen im Stadtrat - Bauantrag genehmigt
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21.32 Uhr: Mit fünf Gegenstimmen wird der Bauantrag genehmigt. Susanne Günther (Grüne) war bei der Abstimmung nicht im Saal, ihre Stimme geht demnach nicht in die Wertung mit ein.

21.30 Uhr: Es werden Beschlüsse getroffen. Es wird ernst!

21.27 Uhr: Monika Hobmair (ÖDP): „Mir ist wichtig, dass der Domberg lebendig ist.“

21.24 Uhr: Peter Warlimont (SPD): „Mir ist wichtig, zu betonen, dass sich im Oktober niemand die Entscheidung leicht gemacht hat.“ Aber auch Warlimont erklärt, dass er die Unterlagen, die man heute vorliegen hat, gerne schon im Oktober hätte. Er ändert seine Meinung und wird heute für die Umbaupläne stimmen.

21.19 Uhr: Hubert Hierl (CSU) bittet darum, dem Antrag zuzustimmen. Peter Geiger (CSU) möchte noch eines herausstellen: „Vor Weihnachten hatte ich das Gefühl, dass man sich auf eine Ebene begeben hat, auf der es hieß: Wir müssen das noch einmal neu bewerten.“ Die Fraktionsspitzen waren damals bei der Erzdiözese zu Gast. 

21.14 Uhr: Guido Hoyer (Linke): „Wenn man sich die Matrix anschaut, könnte man auch zu einem anderen Ergebnis kommen.“ Der Abriss sei für eine nachhaltige Nutzung erforderlich, heißt es da beispielsweise. „Ja, was war denn vorher 40 Jahre lang?“ Das habe doch auch funktioniert. Er wird dem Bauantrag nicht zustimmen.

Reitsam: „Kooperation muss verbessert werden“

21.12 Uhr: Benno Zierer (FW): „Als die ersten Pläne der Erzdiözese vorgestellt wurden, waren wir alle begeistert. Die Schuld, warum wir hier zum zweiten Mal sitzen, ist beim Landesamt für Denkmalpflege zu suchen.“

21.09 Uhr: Charlotte Reitsam (Grüne): „Ich bin eine Verfechterin der Sanierung des Dombergs. Umso mehr möchte ich darauf drängen, dass die Kooperation zwischen den Entscheidungsträgern verbessert wird.“ 

21.08 Uhr: Anna-Maria Sahlmüller (FDP): „Ich werde die Letzte sein, die hier so ein Projekt verhindert.“ Sahlmüller kritisiert die Wortwahl der vergangenen Monate und betont, dass so ein Abend im Oktober wichtig gewesen wäre.

21.05 Uhr: Reinhard Fiedler (FSM): „Wir schaffen die Grundlagen für die Zukunftsfähigkeit der Stadt.“ Die Freisinger Mitte erachtet es als Glücksfall, dass die Erzdiözese zeitgleich zur Innenstadtsanierung solche Planungen vorantreibt. Aber auch er plädiert für eine bessere Kommunikation.

21.02 Uhr: Rosemarie Eberhard (Linke): „Grundsätzlich finde ich diesen Umbau ein großes Leuchtturmprojekt. Wäre dieser Turm vom Denkmalamt nicht als Abriss genehmigt worden, beflügelt das andere Ideen.“ Sie könne nicht zustimmen, weil ihr diese Verfahrensweise nicht gefällt und sie von vielen Bürgern angesprochen wurde, es zu erhalten.

„Freising ist nicht glattgebügelt“

20.55 Uhr: Wir kommen zu den Wortmeldungen - den Auftakt macht Sebastian Habermeyer: „Müssen klar machen, was wir als Stadt wollen. Uns ist doch wichtig, dass dieses Geld hier in Freising investiert wird und nicht woanders. Und wenn wir uns darüber einig sind, müssen wir eine Abwägung treffen.“ Die Diskussion habe dazu geführt, dass man beim KDH einen anderen Weg einschlägt, dass man beiderseits sensibler geworden ist, und wie man auch mit dem Stadtrat umgeht. „Ich kann mit dem Kompromiss leben, dass die Kommunikation in Sachen KDH besser als beim Diözesanmuseum wird - und man besser miteinander umgeht. Ich hätte es auch für besser gefunden, wenn das Oktogon stehen bleiben würde. Freising ist nicht glattgebügelt.“ Weiter: „Ich opfere das Oktogon, weil ich nicht will, dass da oben nichts passiert.“

20.51 Uhr: Finanzdirektor Markus Reif: „Eine Drohkulisse sehe ich nicht. Wir müssen im ganzen Bistum rechtfertigen, dass wir einen dreistelligen Millionenbetrag investieren wollen. Ich bin der Meinung, dass wir von unserer Seite sehr viel getan haben.“

20.50 Uhr: OB Tobias Eschenbacher eröffnet jetzt offiziell die Diskussion, nachdem wir ohnehin immer wieder abgedriftet sind.

20.47 Uhr: Eckhardt Kaiser (fraktionslos): „Die Frage nach der Verlässlichkeit der Stadt finde ich empörend. Freising war immer ein guter Partner.“ Was ihm noch dazu sauer aufstößt, sei der Druck, der auf die Stadträte ausgeübt wird. Konkret meint er die Überlegungen, sich einen anderen Standort zu suchen.

20.43 Uhr: Waltraud Heinlein-Zischgl (Grüne): Es gebe nur noch ein Abort-Denkmal in Bayern, wenn das Oktogon nicht mehr wäre.

Oktogon befindet sich an einer kritischen Stelle

20.39 Uhr: Brückner stellt die Problematiken bei den Planungen dar: Das Gefälle müsse man beispielsweise beachten. Thema Oktogon: Der Erker befindet sich an einer kritischen Stelle. Nur dort sei der barrierefreie Zugang und der Fluchtweg möglich.

20.29 Uhr: Architekt Peter Brückner hat das Wort. Er erklärt die Planungen nochmals im Detail.

20.27 Uhr: Peter Geiger (CSU) betont, dass es den Abwägungsprozess gegeben hat, die Bevölkerung eingebunden wurde.

So sah es 1979 am Diözesanmuseum aus.

20.25 Uhr: Kürzeder: „Das ist uns nicht leicht gefallen.“ Die Belebung der Westterrasse sei mit dem Erker nicht möglich, auch der Brandschutz spiele eine große Rolle. Man habe bei einem Erhalt des Oktogons viele Probleme mit der Erschließung des Hauses. „Wir haben darüber sehr intensiv diskutiert. Ich kann Ihnen sagen, ich habe viel mehr Zustimmung als Ablehnung für diesen Entwurf erfahren.“ 

20.24 Uhr: Susanne Günther (Grüne): „Es ist uns ein großes Anliegen, bei den Menschen zu sein.“ Sie will wissen, warum das Museum, das nah an den Menschen sein will, das Oktogon dann abreißen will - wenn ein Teil der Freisinger es behalten möchte.

Terrasse soll erlebbar werden

20.21 Uhr: Programmatik des Entwurfs von Brückner & Brückner hat „uns total aus dem Herzen gesprochen“, erklärt Kürzeder. Von der Terrasse des Diözesanmuseums schwärmt der Direktor besonders: „Der schönste Platz von ganz Freising.“ Der soll bei einem Umbau erlebbar gemacht werden. Wie die Aussicht ist? Scrollt runter, da gibt‘s ein Video. 

20.13 Uhr: Kürzeder zeigt jetzt einige Stücke, die das Museum ausstellt. 

20.08 Uhr: Museumsdirektor Christoph Kürzeder will aus dem Diözesanmuseum ein „offenes Haus“ machen. Er stellt kurz die Geschichte des Museums dar.

20.06 Uhr: Norbert Gmeiner (SPD): „Wir sind da, um ein klares Bekenntnis für den Domberg zu geben.“ Jetzt werde über Verfahren diskutiert, das Konzept sei mehrfach vorgestellt und diskutiert worden. 

20.02 Uhr: Habermeyer: „Heute wäre die Möglichkeit, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie toll das da werden soll.“ Er hat keine Lust, hier „zum 17. Mal zu hören, wer alles beteiligt war und wie lange das Verfahren gedauert hat. Ich hätte da etwas mehr erwartet“.

Planung wird noch einmal vorgestellt

19.59 Uhr: Bei einer Umfrage, die wir auf Facebook gestartet haben, sprachen sich bisher 65 Prozent für die Umbaupläne der Erzdiözese aus. Wie sich bei der Umfrage hier im Artikel zeigt, die uns mehrere Antwortmöglichkeiten gibt, sind einige der Leser dafür, die Umbaupläne mit einem Oktogon zu genehmigen.

19.53 Uhr: Stadtdirektor Gerhard Koch stellt die Planung noch einmal vor.

19.46 Uhr: Der sonst so emotionale Habermeyer zeigt sich heute gefasst - und muss selbst schmunzeln, dass er so ruhig ist. Jetzt geht‘s um den Bauantrag.

19.44 Uhr: Sebastian Habermeyer (Grüne) mahnt an, sich wieder an die Tagesordnung zu halten. Planungen vorstellen, diskutieren, Beschluss fassen. 

Benno Zierer rechnet mit dem Landesamt für Denkmalpflege ab

19.40 Uhr: Benno Zierer (FW): „Auch in der Sitzung im Oktober ging es nie um eine Ablehnung ihrer Pläne. Es ging bei vielen Diskussionen um ein Verständnis, warum ein Teil der Stadträte und der Bevölkerung es gerne hätte, dass das Oktogon stehen bleibt.“ Kritisiert wurde nicht die Erzdiözese, sondern die Unfähigkeit des Landesamts für Denkmalpflege, sich hier konkret zu erklären. Man hätte durchaus diskutieren können. „Es war der Frust vieler Stadträte, die seit Jahren erleben müssen, wie kleinen Bauherren auf die Finger gehauen wird, und hier, bei so einer Diskussion nimmt es nicht teil.“ Der Wunsch wäre gewesen, eine Planung mit dem Oktogon ins Auge zu fassen. „Die Entscheidung am 26. Oktober wäre sicherlich anders ausgegangen, wenn eine Abordnung des Landesamts da gewesen wäre, um mit uns zu diskutieren.“

19.37 Uhr: Hubert Hierl (CSU): „Was uns alle massiv beschäftigt hat, war das Thema Oktogon. Da haben wir das Gesamte aus den Augen verloren.“ Hierl: „Ich bin dankbar, dass die Erzdiözese so viel Geld für Freising in die Hand nehmen.“

Stimmen Sie ab: Sollen die Pläne genehmigt werden?

19.32 Uhr: Charlotte Reitsam (Grüne): „Ich muss energisch protestieren, wenn der Stadt keine Verlässlichkeit vorgeworfen wird.“ Grund: Ein Masterplan hat keinen Rechtscharakter, jetzt wurde den Stadträten erst die komplette Differenzierung vorgelegt. Der Masterplan wurde intern hitzig diskutiert, aber man habe nichts davon in der Öffentlichkeit mitbekommen. „Ich war baff, dass dieses Ding (das Oktogon) abgerissen werden soll.“ Die Zwischenschritte seien nicht transparent gewesen.

Landesamt für Denkmalpflege habe der Erzdiözese genau auf die Finger geschaut

19.30 Uhr: Das Landesamt bittet um Vertrauen in dieser Sache.

19.27 Uhr: Beim Landesamt für Denkmalpflege habe man der Erzdiözese bei der Planung genau auf die Finger geschaut. Die Gespräche seien intensiv gewesen. Es wäre schade, so heißt es seitens eines Vertreters des Denkmalschutzes, wenn man diese Chance zur Umgestaltung nicht nutzen würde. „Da könnte etwas Besonderes herauskommen.“

19.22 Uhr: Reif zeigt anhand einer Powerpoint-Präsentation, wo man Zugänge schaffen und die Situation verbessern will.

Video: So sieht es vor Ort am Oktogon aus

19.21 Uhr: „Es muss heute um die verbesserte Erschließung des Dombergs gehen.“ Wenn man die Zugänglichkeit nicht verbessern würde, könne die Erzdiözese solche Investitionen nicht vertreten.

19.18 Uhr: Entgegenkommen beim Kardinal-Döpfner-Haus: Der Turm dort soll bei den Planungen berücksichtigt werden. Das hat Markus Reif bereits öffentlich zugesagt. Trotz allen Bemühungen im Vorfeld habe der Stadtrat den Antrag abgelehnt. Reif: „Für uns stellt sich die Frage der Verlässlichkeit der Stadt als Partnerin bei diesem einzigartigen Projekt.“ Deshalb, und weil die Maßnahmen miteinander verwoben sind, habe man die Planungen gestoppt.

19.16 Uhr: Reif: „Bevor wir den Bauantrag vor einem Jahr eingereicht haben, gab es eine lange Vorbereitungszeit.“

„Nie ernsthafte“ Gedankenspiele, den Standort zu verlagern

19.15 Uhr: Nach der Schließung habe es „nie ernsthafte“ Gedankenspiele gegeben, den Standort des Diözesanmuseums zu verlagern.

19.13 Uhr: Es spricht jetzt der Finanzdirektor der Erzdiözese, Markus Reif. „Als wir das Museum 2013 schließen mussten, haben wir im Anschluss nicht ein klassisches, neues Bauprojekt gestartet.“ Der Grund: Es sei klar gewesen, dass man mehr machen müsse. 

19.11 Uhr: Wie im Vorfeld zu erfahren war, habe man bei der Stadt eine Matrix erstellt, die die Pro- und Contra-Argumente der Baupläne abwägen. Das Ergebnis der Abwägung: 24 Punkte sprechen für die Genehmigung, 8 dagegen. 

19.08 Uhr: Den Auftakt macht Stadtbaumeisterin Barbara Schelle. Sie zeigt den bisher gegangenen Weg auf.

19.06 Uhr: Auf geht‘s! OB Tobias Eschenbacher eröffnet die Sitzung und erklärt, dass zunächst nochmal alle Standpunkte gehört werden, bevor es in die Diskussion geht.

Der Siegerentwurf der Umbaupläne bezüglich des Diözesanmuseums wurde im Juni 2015 präsentiert. Die mehrheitliche Meinung: Begeisterung. Schön offen, lichtdurchflutet - die Planung der Erzdiözese stieß auf großes Wohlwollen.

Zwei Jahre später sorgt ein achteckiger Turm allerdings dafür, dass das gesamte Projekt (geschätztes Volumen: rund 100 Millionen Euro) auf der Kippe steht. Es regt sich Widerstand in der Freisinger Bevölkerung - das Oktogon soll im Zuge der Bauarbeiten abgerissen werden. Wie sich in der Folge der Diskussionen zeigt, beschäftigt das Thema doch viele Menschen. So sehr, dass sich einige Landtagsmitglieder die Situation vor Ort anschauen wollen. Als Sepp Dürr (Grüne) und Thomas Goppel (CSU), beide aus dem Wissenschaftsausschuss des Landtags, dann auf den Domberg begeben, driften die Meinungen weit auseinander. Doch Stadtheimatpfleger Norbert Zanker, der sich massiv für den Erhalt des Oktogons einsetzt, macht sich selbst wenig Hoffnung nach dem Besuch der Abgeordneten. 

Und in der Tat: Die Empfehlung des Ausschusses lautet: „Zieht die Planungen durch.“ Die Überraschung gibt es dann Ende Oktober im Freisinger Stadtrat: Mit 20:17-Stimmen fällt der Bauantrag der Erzdiözese im Rathaus durch. Bei den Geistlichen ist man geschockt und will die gesamte Planung überdenken. OB Tobias Eschenbacher hatte bereits angekündigt, den Beschluss im Falle eines für die Erzdiözese negativen Votums zu reklamieren. In der Folge sieht es aber so aus, als würde man sich doch noch einig werden. Die Fraktionsspitzen treffen sich im Dezember mit Vertretern des Ordinariats und führen „konstruktive Gespräche“. 

Nun stimmt der Stadtrat erneut über den Bauantrag ab - und es zeichnet sich ein Sinneswandel ab. 

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