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Bericht aus dem Gericht

Ominöser Diebstahl im Volksfest-Trubel

Auf dem Freisinger Volksfest 2016 soll ein 24-Jähriger eine Freundin bestohlen haben. Die 17-Jährige hatte ihrem Begleiter ihre Geldbörse mit 190 Euro anvertraut. Jetzt stand der mutmaßliche Dieb vor Gericht.

Freising Der Angeklagte und die junge Auszubildende gehörten bis zu dem Vorfall demselben Bekanntenkreis an. Sie waren kein Paar, aber gute Freunde. Der 24-Jährige lebt in einer Notunterkunft. Freunde unterstützen ihn. Auch die 17-Jährige half ihm ab und an aus der Klemme. Nicht mit Geld, wie sie im Zeugenstand sagte: „Ich kaufte ihm manchmal Lebensmittel, lud ihn zum Essen ein.“

Der 24-Jährige ist wegen Diebstahls vorbelastet, beteuerte für diesen Fall aber seine Unschuld. „Ich bin keiner, der seine Freunde beklaut!“ Dazu passt, dass die Geschädigte selbst auf eine Strafanzeige verzichtete. Sie wisse nicht genau, was sich in jener Nacht zugetragen habe, erläuterte sie dem Richter ihre Einstellung. „Warum also sollte ich ihm schaden!“ Tatsächlich hatte die Polizei den jungen Mann angezeigt. Doch zunächst die Vorgeschichte: Im Bierzelt hatte die 17-Jährige ihrem Begleiter am 8. September 2016 ihr Portemonnaie anvertraut. Die Auszubildende hatte ein wenig getrunken und soll zur Live-Band vergnügt auf den Tischen getanzt haben. „Ich hätte den Geldbeutel sonst irgendwo liegen lassen.“ Der 24-Jährige beglich ihre Rechnungen aus dem Geldbeutel. Gegen 23 Uhr entschloss er sich, vom Bier- ins Weinzelt zu wechseln. Den Geldbeutel will er ihr zurückgegeben haben.

Doch tatsächlich fand sich die Geldbörse später ausgerechnet im Briefkasten der Freisinger Polizeiinspektion wieder. Ohne Geld. Die Beamten leiteten ein Strafverfahren ein. Verwertbare Spuren gab das Portemonnaie nicht mehr her. Die 17-Jährige schloss allerdings aus, dass ihr der 24-Jährige die Börse zurückgegeben hat. Dennoch mochte sie sich nicht auf ihn als Täter festlegen. Auf Frage des Gerichts, ob sie ihm den Diebstahl zutraue, antwortete sie: „Ich hoffe nicht.“

Das Gericht sprach den Angeklagten frei. Die Tat war ihm schlichtweg nicht nachzuweisen.

Andreas Sachse

Quelle: Volksfest Freising

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