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Zwei, im 90-Grad-Winkel zur Residenz stehende Gebäudeflügel, dazwischen eine Glas-Aula mit Treppen und der Blick auf einen Vorplatz zum Diözesanmuseum hin: Dieses Konzept des neuen Bildungszentrums hat das Preisgericht begeistert.

Ordinariat stellt Favoriten vor

Freisinger Domberg: Das ist das Döpfner-Haus der Zukunft

Freising - „Ein epochales Bauwerk“, „ein ganz großer Wurf“. Was da als Siegerentwurf aus dem Wettbewerb für das neue Kardinal-Döpfner-Haus hervorging, hat bei der Jury und bei den Verantwortlichen für Glücksgefühle gesorgt. Bei der Präsentation am Freitag kam man aus dem Schwärmen nicht mehr heraus.

Freising – 14 Entwürfe waren im Erzbischöflichen Ordinariat eingegangen – 14 Ideen und Vorschläge, wie man die alte, denkmalgeschützte Residenz des Fürstbischofs mit einem neuen Neubau kombinieren könnte. Die Vorgaben, die an die Wettbewerbsteilnehmer gestellt worden waren, formulierten der Finanzdirektor der Erzdiözese, Markus Reif, und Generalvikar Peter Beer: Zum einen war da eine finanzielle Obergrenze für die Sanierung des denkmalgeschützten KDH und für den Ersatzbau von 53 Millionen Euro. Zum anderen sollte die Architektur das widerspiegeln, für was die Kirche auch stehe: für Offenheit, für den Dialog, für die Menschen. Außerdem: Der Domberg solle nach seinem Umbau kein exklusiver Ort, sondern ein Ort der Begegnung sein. Wie also sollte der Neubau aussehen? „Kein reiner Funktionsbau“, so Beer, sondern ein Gebäude, „das diese Idee und dieses Programm zum Ausdruck bringen soll“.

Über den Entwurf des Büros gmp aus Berlin war Jury-Vorsitzender Lutz Hesse (r.) nach eigenen Worten „überglücklich“, Aber auch Finanzdirektor Markus Reif (l.) und Peter Beer zeigten sich am Freitagvormittag ebenfalls überzeugt.

Am besten gelungen ist dies dem Entwurf von gmp International GmbH aus Berlin. Dahinter steckt mit Meinhard von Gerkan einer der renommiertesten Architekten Deutschlands, wie der Vorsitzende der Jury, Lutz Heese, betonte. Heese, der das Projekt des neuen KDH als eines der anspruchsvollsten Projekte in Bayern der vergangenen Jahre bezeichnete, war über den Entwurf von gmp „überglücklich“. Warum, das erläuterte er gestern auch anhand der beiden dritten Preise, die die Jury vergeben hatte. Anders als die Entwürfe von Knerer und Lang Architekten aus München und Schmidt-Schicketanz und Partner GmbH ebenfalls aus München habe es der Siegerentwurf nämlich „auf fast geniale Weise“ geschafft, eine zeitgenössische Architektursprache zu finden, „die dem Alten nicht weh tut, aber stark genug ist, ernst genommen zu werden“. Zwei, im 90-Grad-Winkel zur Residenz stehende Flügel, dazwischen eine Glas-Aula mit Treppen und Blick auf einen Vorplatz zum Diözesanmuseum hin – diese Idee habe das Preisgericht begeistert, schilderte Heese. Man könne es nicht anders sagen: Dieser Vorschlag sei „ein ganz großer Wurf“.

Noch freilich, so sagte Heese auch, seien mit den Planern Feinheiten zu besprechen, müsse man in die Tiefe gehen. Das dürfte drei Monate dauern, danach werde die Erzdiözese endgültig entscheiden, ob sie den Siegerentwurf auch tatsächlich realisiert. Denn, und darauf legte Generalvikar Beer Wert: „Wir befinden uns in einem Prozess“ – ein Prozess, in den sich auch die Gläubigen mit Anregungen und Wünschen unter www.domberg-freising.de einbringen könnten.

Dass der Siegerentwurf tatsächlich Wirklichkeit wird, dafür spricht, dass er nach ersten Grobschätzungen „doch ein ganzes Stück“ unter der vom Erzbistum festgesetzten Obergrenze von 53 Millionen Euro liege, wie der Finanzdirektor am Freitag sagte. Dennoch: Im Ordinariat rechnet man lieber weiterhin mit 53 Millionen Euro.

Würde der Entwurf von gmp International Berlin umgesetzt, wäre das, da waren sich Heese und die Jury sicher, „ein ganz enormer Zugewinn – für die Erzdiözese und für ganz Bayern“. Der Domberg als geistiges und historisches Zentrum, als ein Ort, an dem schon immer Gelehrsamkeit geherrscht habe, so Beer, würde ein Bauwerk bekommen, das eine Idee und ein Programm zum Ausdruck bringe. Nicht umsonst sprechen die Planer des Siegerbüros vom „westlichen Kraftfeld des Dombergs“.

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