Bundesparteitag: SPD stimmt über sofortigen Austritt aus der GroKo ab - so lautet das Ergebnis

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Unzufrieden mit der Ratsentscheidung: (v. l.) Hans und Stephanie Pflügler sowie Hans-Jürgen Anhalt (Hausbau GmbH). fkn

„Ortsabrundung Neufahrn Süd“: Grundstückseigentümer und Bauträger kritisieren Rat

Neufahrn - Mit 15:8-Stimmen hat der Neufahrner Gemeinderat beschlossen, den Bebauungsplan „Ortsabrundung Süd“ in seiner jetzigen Form zu stoppen. Das sorgt allerdings nicht überall für Zustimmung.

In dem gesamtem Baugebiet sollten ursprünglich 40 Reihenhäuser, 26 Gartenhofhäuser und fünf Geschossbauten mit sechs Wohnungen entstehen (wir berichteten). Weil das ausgewiesene Gebiet aber in den Rand eines Wasserschutzgebiets reicht, gab es Probleme. In einer Pressemitteilung meldeten sich nun Grundstückseigentümer und Bauträger zu Wort - und bedauern das Votum des Rats.

Auch weil das Wasserschutz-Thema schon bei Beginn der Planungen vor rund sieben Jahren bekannt gewesen sei, fühlen sich die Eigentümer der Flächen, die Familie Pflügler, vor den Kopf gestoßen: „Die Gemeinde hat sogar Ausgleichsflächen für dieses Gebiet bei uns angekauft, einen Wettbewerb für den Bebauungsplan ausgeschrieben und anschließend planen lassen. Man hat uns im Glauben gelassen, dass ein ernsthaftes Interesse an einer verantwortungsvollen Bebauung besteht“, so Stephanie und Hans Pflügler.

Das Umdenken im Gemeinderat hatte seinen Ursprung in einem Wassergutachten, das die Kommune selbst in Auftrag gegeben hat. In dem Gutachten von 26. Februar wurde festgestellt, dass eine Bebauung das Risiko für die Tiefbrunnen des Wasserschutzgebietes erhöhen würde. Um das Risiko einer Bebauung einordnen zu können, haben die Pflüglers ein zusätzliches Gutachten in Auftrag gegeben. „Das Gutachten des geowissenschaftlichen Büros Dr. Heimbucher GmbH vom 12. August ordnete das Gefährdungsrisiko in einer eigenen, weitergehenden Untersuchung ein“, heißt es dazu. Heimbucher durfte sich dazu auch in der Sitzung äußern. Er sagte: „Eine Bebauung des geplanten Gebiets ist absolut zulässig. Die Untersuchung der tertiären Lehmschichten und Wasserwerte haben ergeben, dass eine Bebauung in der geplanten Form möglich ist.“

Stephanie und Hans Pflügler sind überzeugt: Beim heutigen Erkenntnisstand würde man das Gebiet wegen der guten geologischen Voraussetzungen gar nicht mehr als Wasserschutzgebiet ausweisen. Die bestehende Festsetzung stamme nämlich noch aus dem Jahre 1986 und sei nie aktualisiert worden.

Die Anhalt Hausbau GmbH, die die Häuser auf dieser Fläche realisiert hätte, ist von der Entscheidung des Gemeinderats ebenfalls überrascht: „Wir bedauern die plötzliche Umkehr sehr. Natürlich respektieren wir die Entscheidung, halten sie aber für grundlegend falsch“, so Geschäftsführerin Sabine Anhalt. „Schade ist auch, dass jetzt im Baugebiet gerade der Teil wegfällt, in dem das Thema Mehr-Generationen-Bauen verwirklicht worden wäre.“ Die geplanten Wohneinheiten hätten barrierefreies Leben ermöglicht, was im Rest des Baugebiets keine Berücksichtigung finde. „Insoweit beinhaltet die Entscheidung des Gemeinderats auch ein Stück weit Verlust an Lebensqualität“, sagt Sabine Anhalt.

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