Ortsumfahrung Eching: Eine Lösung ist nicht in Sicht

Eching - Das Thema "Ortsumfahrung" beschäftigt weiterhin den Echinger Bauausschuss. In der jüngsten Sitzung stellte Verkehrsgutachter seine neuesten Untersuchungen vor.

„Ich möchte nicht an Ihrer Hauptstraße wohnen - bei über 12 000 Fahrzeugen, die dort täglich entlangfahren“, sagte Harald Kurzak. Sein Auftrag lautete, anhand aktueller Verkehrsanalysen zu klären, wie eine sinnvolle Umgehung der verkehrsgeplagten Gemeinde aussehen könnte. Seine Untersuchungen haben ergeben, dass ein Viertel des Lkw-Verkehrs auf der Echinger Hauptstraße in Richtung München aus dem Gewerbegebiet-Ost kommt und rund 30 Prozent aus Neufahrn. Vor diesem Hintergrund kam er zu dem Schluss, dass eine Südumgehung die Ortsdurchfahrt viel stärker entlasten würde als eine West-/Nordumgehung - und diese auch um eine erkleckliche Summe preisgünstiger zu haben ist.

Die ideale Südumfahrung, so der Experte, sollte über den Mastenweg geführt werden und dann in der Verlängerung die Autobahn queren und entlang der Echinger Lohe an die Fraunhoferstraße angebunden werden. Kurzak prognostiziert bei dieser Trassenführung rund 5000 Fahrzeug-Bewegungen am Tag weniger und damit, „eine echte Ableitung für den Schwerverkehr“. Demgegenüber könnte eine Nordwestumfahrung vom westlichen Ortseingang bis über die Bahnlinie und Autobahn A 9 zum Autobahnzubringer zur A 92 ins Gewerbegebiet Ost die Hauptstraße nur um 3000 Kfz-Bewegungen erleichtern, Wegen der nötigen Brückenüberbauungen wäre diese Variante zudem gegenüber der Südumfahrung zwei bis drei Mal so teuer, so Kurzaks vorsichtige Schätzung.

Für uneffektiv hält Kurzak eine reine Westverbindung zwischen dem westlichen Ortsausgang an der Staatsstraße 2053 (Obere Hauptstraße) zur Paul-Käsmaier-Straße zwischen Eching und Günzenhausen. Hierbei kommt er auf eine Minderung der Echinger Ortsdurchfahrt um 1500 Fahrbewegungen.

Die im Ratsgremium vorgeschlagene Verlegung des Autobahn-Anschlusses Eching nach Süden an die Umgehungsstraße anzuschließen, sei „für Eching verheerend“ urteilte Kurzak.

Einstimmig beschloss das Gremium, die gutachterliche Expertise auch auf die Durchfahrten von Günzenhausen und Dietersheim auszudehnen. Wann und wie die Gemeinde zu einer Umgehung kommt, bleibt trotz der vorgelegten Lösungsansätze weiterhin völlig offen, eine Eigen-Finanzierung zudem utopisch. Staatliche Mittel sind nicht in Aussicht gestellt.

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