Brillante Forscherin: Susanne Jochner (32) bei der Verleihung des Forstwissenschaftspreises. Foto: TUM

"Oscar" für junge Weihenstephaner Forscherin

Freising - Der Deutsche Forstwissenschaftspreis 2014 wurde an Susanne Jochner (32) vom Fachgebiet für Ökoklimatologie der TU München verliehen. Die Auszeichnung gilt als „Forst-Oscar“ , wird alle zwei Jahre von der Eva Mayr-Stihl-Stiftung gestiftet und ist mit 15 000 Euro Preisgeld der höchstdotierte forstwissenschaftliche Preis im deutschsprachigen Raum. Jochner ist nach Prof. Annette Menzel bereits die zweite Preisträgerin des TUM-Fachgebiets Ökoklimatologie seit Gründung des Preises im Jahr 2000.

Mit dem Deutschen Forstwissenschaftspreis werden im zweijährigen Turnus herausragende Forschungsarbeiten von jungen Wissenschaftlern zum Erhalt, zur Nutzung und zur Funktion von Waldökosystemen ausgezeichnet. Die Jury, bestehend aus Wissenschaftlern aller vier deutschen forstwissenschaftlichen Universitäts-Fakultäten sowie einem Vertreter der Eva Mayr-Stihl-Stiftung, war sich für 2014 einig: „Susanne Jochner ist eine hervorragende junge Preisträgerin, die mit ihren Forschungsergebnissen auch über den unmittelbar forstwissenschaftlichen Bereich hinaus auf großes Interesse stößt.“

Die 32-jährige Wissenschaftlerin beschäftigt sich mit den sich verändernden Blühzeitpunkten unserer Baumarten durch den Treibhauseffekt. Diese Veränderungen können durch eine verstärkte Samenproduktion zur Verjüngung von Waldbeständen beitragen und beeinflussen dort auch die Biodiversität positiv - machen jedoch gleichzeitig den mehr als 12 Millionen Pollenallergikern in Deutschland das Leben schwer. Jochner hat durch eine Fülle von exzellenten internationalen Publikationen auf sich aufmerksam gemacht, besonders ihre im Jahr 2012 abgeschlossene Promotion fand große Beachtung in der Fachwelt.

Darin untersuchte die Weihenstephaner Forscherin die Wachstumsperiode, Blühzeitpunkte und Pollenemissionen von Stadt-Bäumen. Städtische Ökosysteme rücken aufgrund des Klimawandels immer mehr in den Fokus der Forstwissenschaftler: Denn urbane Wärmeinseln erlauben mit höheren Temperaturen und stärkerer Luftverschmutzung schon heute einen Blick in die Klimazukunft. Als natürliche Experimentalflächen für die erwarteten Veränderungen in anderen Waldregionen erlauben sie nämlich eine Bewertung der zukünftigen Baumarteneignung. ft

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