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Mit und ohne Papier: Die Künstlerinnen Ines Seidel und Eva-Maria Bischof-Kaupp (r.) stellen im Alten Gefängnis aus.

Ines Seidel und Eva-Maria Bischof-Kaupp im Alten Gefängnis

Papier in allen Formen und Farben - bei der Ausstellung im Alten Gefängnis

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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„Papier. Los!“ heißt die Ausstellung, die derzeit im Alten Gefängnis zu sehen ist. Die Mehrdeutigkeit zwischen „Los geht’s, mit dem Papier!“ und „papierlos“ ist gewollt und passend. Warum? Das steht hier.

Freising – Denn die beiden in Neufahrn wirkenden Künstlerinnen Eva-Maria Bischof-Kaupp und Ines Seidel zeigen Werke aus und mit Papier ebenso wie Stücke, bei denen Papier keine Rolle spielt.

Papier ist geduldig, so sagt man. Aber nicht jedes ist gleich. Und deshalb muss man auch als Künstler wissen, mit welchem Papier man was machen kann. Bischof-Kaupp und Seidel wissen das. So kommen neben klassischen Zeichenpapieren China-, Bütten-, Aquarell-, Transparent- und synthetische Papiere zum Einsatz, aber auch Pappen und Verpackungsmaterialien.

Eva-Maria Bischof-Kaupp präsentiert virtuose Bleistift-Zeichnungen von Mohnblüten, aber auch plastische Formen – man betrachte nur das „Schlafmohnkissen“, für das zunächst Aquarellpapier nass gemacht wurde, um es formen und nähen zu können, bevor auf den unebenen Grund eine Mohnblüte gezeichnet wurde. Ein großes Thema stellen Hände dar, die Bischof-Kaupp neben den bekannten Techniken auch mit Radierungen und genähten Sequenzen realisiert.

Ines Seidel hinterfragt mit ihren Veränderungen den Sinn von Alltagsgegenständen. So entnimmt sie Büchern Seiten, um sie dann in veränderter Form wieder einzusetzen. Manch ein Buch ist bei ihr auch unter die Nähmaschine gelegt worden, um mit dem (sinnbildlichen) roten Faden zusätzliche Verbindungen zwischen den Zeilen zu erstellen. Häufig verwendet Seidel Tageszeitungen als Grundlage. Die „Nachrichtenformen“ entstehen so aus Halbschalen, geformt aus Papiermaché und zu großen Bodenobjekten zusammengenäht. Das Alte auftrennen, mit Kleister formen und wieder zusammenflicken. Eine weitere Art der Spurensicherung macht sie in ihrem Asphalt-Projekt anschaulich: Risse im Asphalt werden als Foto oder Frottage auf Papier übertragen und hinterher zusammengenäht. Wieder mit dem roten Faden.

In der Ausstellung steht also das Material im Vordergrund, Farben spielen eine untergeordnete, aber akzentuierte Rolle. Fast nichts lenkt von den charakteristischen Eigenschaften des Werkstoffs ab. „Papier. Los!“  zz

Gut zu wissen

Die Ausstellung ist im Alten Gefängnis, Obere Domberggasse 16, zu sehen – noch bis 4. Februar: Donnerstag und Freitag von 16 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr.  zz

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