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Zwei von 20: (v. l.) Harald Reents übergab Helga Lipka und Gerd Schünemann die Silberne Bürgermedaille.

Hallbergmooser Neujahrsempfang

Paradebeispiel für ehrenamtlichen Einsatz

Hallbergmoos - Ehrenamtliche, die sich in Vereinen, Kirche, sozialen Organisationen oder im kulturellen Bereich engagieren: Sie standen im Mittelpunkt des Hallbergmooser Neujahrsempfangs. Um ihre Verdienste zu würdigen, überreichte Bürgermeister Harald Reents an 57 Personen Ehrenbriefe, Verdienstnadeln und Medaillen.

Der Bürgermeister hatte die Amtskette umgelegt, Ehrengäste – darunter Landrat Josef Hauner und Freisings OB Tobias Eschenbacher – hatten in der ersten Reihe Platz genommen und das Barock-Ensemble spielte: Es war ein feierlicher Rahmen, den die Gemeinde für die Ehrenamtlichen im Sitzungssaal vorbereitet hatte. Nach zweistündigem offiziellen Teil wurde das Büfett eröffnet. Wertschätzung und Anerkennung für die Leistungen, die die Ehrenamtlichen für die Gesellschaft erbringen, will die Gemeinde nach den Worten von Bürgermeister Harald Reents damit ausdrücken. „Sie fragen nicht, was sie bekommen, sondern was kann ich geben?“, wandte er sich an die vielen Menschen, die sich seit Jahrzehnten in ihrer Freizeit engagieren. Nur so könne eine Gesellschaft funktionieren.

Das weiß auch die politische Gemeinde zu schätzen: 2016 erhielten Vereine und Organisationen Zuschüsse in Höhe von 300 000 Euro. In Bayern engagiert sich jeder Zweite im Ehrenamt, berichtet Vereinsreferent Heinz Bergmeier, der selbst für seine Schiedsrichterkarriere ausgezeichnet wurde. „Man hat so viele positive Erfahrungen, die man daheim vorm Fernseher nicht bekommt.“

Ein Paradebeispiel dafür ist die Moosgemeinde: Die Zahl derer, die sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg für das Gemeinwohl engagieren, ist enorm. Um allen gerecht zu werden, hat die Kommune eigens „Ehrungstatbestände“ in einer Satzung fixiert. Dort ist geregelt, wer Ehrenbrief, Verdienstnadeln und -medaillen als Anerkennung erhält.

Für zehn Jahre im Ehrenamt wird ein Ehrenbrief verliehen. An Rosalie Moll (82) beispielsweise, die als unermüdliche Sammlerin für die VdK-Aktion „Helft Wunden heilen“ unterwegs war. Mehr als 30 Jahre aktiv ist Helmut Wolter: Das Theater-Urgestein von VfB und Moosbühne erhielt die Bronzene Ehrenmedaille. Insgesamt wurden 13 Ehrenmedaillen (Bronze), zehn goldene, neun silberne und acht bronzene Verdienstnadeln sowie 15 Ehrenbriefe verliehen.

Erstmals mit dabei: die Feuerwehrmänner. Denn auch sie, so der Bürgermeister, leisten ehrenamtlich und rund um die Uhr ihren Dienst an der Gesellschaft.

Die Silberne Bürgermedaille ist die zweithöchste Auszeichnung nach der Ehrenbürgerwürde, die die Gemeinde Hallbergmoos vergibt. Sie wird an Persönlichkeiten verliehen, die durch besondere Leistungen in Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft, Sozial- oder Vereinsleben das Wohl und Ansehen der Gemeinde gemehrt haben. Die Zahl der Träger ist auf 30 beschränkt. Aktuell tragen 20 Personen die Würde. Helga Lipka und Gerd Schünemann gehören nun auch dazu.

Verdient hat sich Helga Lipka (72) die Auszeichnung dank ihres kulturellen und sozialen Engagements: Sie gründete 1985 die Gemeindebücherei und leitete sie ehrenamtlich bis 2011. Gemeinsam mit ihrem Mann Roland rief die ehemalige Schulsekretärin 1980 den Volkstanzkreis ins Leben. Darüber hinaus war sie im Pfarrgemeinderat aktiv und gestaltete die Partnerschaft mit Predazzo aktiv mit. „Gerade die Uneigennützigkeit ihrer Tätigkeiten, die Zuverlässigkeit und das Dasein für andere“, sagte Bürgermeister Harald Reents, zeichne sie als herausragende Persönlichkeit aus.

Breit ist auch das ehrenamtliche Spektrum, dem sich Gerd Schünemann (76) verschrieben hat. Seit 1980 engagiert er sich in zahlreichen Vereine und Verbänden. Bei der Vhs, den Schützenvereinen Hubertus und SG Edelweiß, bei der CSU ist und war er fast zeitgleich und immer in führender Position – als Schützenmeister, Sportleiter oder Schriftführer – aktiv. Er hat die EDV der Vhs und den Hubertus-Schützenstand auf Vordermann gebracht. „Sein Markenzeichen ist Korrektheit, Zuverlässigkeit und Menschlichkeit“, so Reents.

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