Paunzhausen: Bürgerinitiative kämpft weiter gegen das geplante Windrad

Paunzhausen - Im Kampf gegen das geplante, 180 Meter hohe Windrad bei Paunzhausen wird die Bürgerinitiative "Windrad 180" wieder aktiv:

„Wir dachten zwar, es sei vom Tisch“, begründet Anna Elisabteh Häusler von der BI, dass man sich in den vergangenen Wochen und Monaten ruhig verhalten habe. Man glaubte, die normalerweise von der Bundeswehr geforderten Abstände zu Radaranlage (in diesem Fall Haindlfing, wir haben berichtet) würden das Aus für das Projekt bedeuten. Doch die geplante Windkraftanlage von Thomas Gasteiger bei Johanneck ist mitnichten vom Tisch. Und deshalb macht die BI nun wieder mobil.

Vom 29. August bis zum 28. September liegen die Unterlagen zum Bau des 180 Meter hohen Windrades öffentlich aus. Und da sei es ganz wichtig, innerhalb dieses Zeitraums Einwände zu erheben, sagt Häusler. Wer sich jetzt nicht zu Wort melde, habe im späteren Verfahren keine Chance mehr, mitzureden. Um die Bürger darüber aufzuklären und auf diese Möglichkeit der Willensbekundung hinzuweisen, wird die BI am Donnerstag, 1. September, zwischen 17 und 19 Uhr einen Infostand am Paunzhausener Rathausplatz aufbauen. „Gründe, Einwendungen gegen die Windkraftanlage zu erheben, gibt es genug“, so Häusler: Die nächste Wohnbebauung zu dem geplanten Windrad sei 671 Meter entfernt, berichtet sie. Und: Das sei ähnlich weit wie beim Windrad in Ammerfeld (Kreis Neuburg-Schrobenhausen), das jetzt allerdings nach einem Gerichtsurteil vom 4. August wegen zu hoher Lärmentwicklung in der Nacht abgestellt werden muss. Und auch im Falle von Johanneck dürfte der in den Unterlagen prognostizierte Dauerschallpegel von 35,2 dB(A) bei der nächstgelegenen Wohnbebauung „nicht der Realität entsprechen“. Tatsächlich, so Häusler, werde der Dauerschall die für Nacht vorgegebene Lärmgrenze von 45 dB(A) überschreiten. Außerdem, so ein weiterer Kritikpunkt, werde das Windrad bei den jetzt angegebenen 18 Umdrehungen pro Minute die nach dem Erneuerbaren Energiegesetz vorgeschriebene Auslastung von 60 Prozent nicht erreichen.

Mit einem anderen Thema wird man sich bei einer Informationsveranstaltung auch beschäftigen: Über Infraschall wird Dr. Reinhard Lange vom Pfaffenhofener Klinikum referieren. Wie Häusler sagt, sei von dieser Art der Belastung die Bevölkerung in einem Umkreis von „mindestens zwei Kilometer“ betroffen. Der Termin für den Info-Abend steht noch nicht fest.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

BI Attaching: „Söder ist zehnmal gefährlicher als Seehofer“
Der „Paukenschlag“, mit dem das Jahr 2018 begonnen habe, stimmt den Vorsitzenden der BI Attaching hoffnungsfroh. Söders Kurswechsel sorgt für gute Stimmung bei den …
BI Attaching: „Söder ist zehnmal gefährlicher als Seehofer“
Stellungnahme gegen 3. Startbahn: Kranzberg verschärft den Ton
Der Gemeinderat hat noch einmal nachgelegt und seine Stellungnahme zum Luftverkehr im Zuge der Fortschreibung des Regionalplanes München „verschärft“.
Stellungnahme gegen 3. Startbahn: Kranzberg verschärft den Ton
Die Ortsdurchfahrt Helfenbrunn steht im Fokus - auch ohne Strabs
Wenn alles gut geht, wird im kommenden Jahr mit dem Ausbau der maroden Ortsdurchfahrt in Helfenbrunn begonnen. Bei einer gemeinsamen Sitzung des Kirchdorfer Gemeinderats …
Die Ortsdurchfahrt Helfenbrunn steht im Fokus - auch ohne Strabs
Räte wünschen sich eine S-Bahn-Station
Da waren sich die Marzlinger Gemeinderäte einig: aufgrund der gesundheitlichen Auswirkungen des Fluglärms sowie der Fein- und Ultrafeinstaubbelastung im Umland des …
Räte wünschen sich eine S-Bahn-Station

Kommentare