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Die Wirkung von echter Kamille sei mittlerweile in Vergessenheit geraten. Apotheker Roland Andre erklärte die Einsatzgebiete verschiedener Kräuter am Wegesrand. 

Kräuterwanderung mit Experte Roland Andre

Die Apotheke am Wegesrand

Zurück zur Natur: Immer mehr Menschen besinnen sich wieder auf die Heilkraft der Kräuter und alte Hausmittel. Und so haben Kräuterwanderungen Hochkonjunktur. Apotheker und Kräuterexperte Roland Andre lud zu einer Kräuterexkursion in Paunzhausen ein.

Paunzhausen„Es gibt keine Unkräuter“, schickte Roland Andre zu Beginn der Wanderung am Sportplatz voraus. Und genau auf die als Unkraut verrufenen Pflanzen ging er ein, wollte sie ins rechte Licht rücken. „Klein und unscheinbar wirkt das Gänsefingerkraut und kann doch so viel: Es ist eines der typischen Frauenkräuter, denn es wirkt krampflösend und blutstillend. Früher haben die Leute ihre Schuhe damit ausgepolstert. Das war weich und hat bei Blasen gleich gegen die Entzündung und Schmerzen geholfen.“ Diese und ähnliche Geschichten weiß Andre von jedem Kraut zu erzählen. Fast schon entgegengesetzt wirke der Steinklee, dessen frischer Duft an Waldmeister erinnert, berichtete der Kräuterkundler. Durch das Trocknen der Pflanzen wird Cumarin freigesetzt, wodurch der typische Heugeruch entsteht. Dieser Wirkstoff verstärke den Blutfluss und würde eher bei Krampfadern, Venenentzündungen aber auch Gelenkschmerzen eingesetzt. Bluter, Schwangere oder Herzkranke, die blutverdünnende Medikamente nehmen, sollten mit dieser Pflanze vorsichtig umgehen.

Noch stärker wirke der gelbe Honigklee durch seinen höheren Anteil an Flavonoiden. „Er heißt übrigens nicht nur wegen der gelben Farbe Honigklee, sondern auch wegen seines an Honig erinnernden Dufts. Er gibt im Tee einen wunderbaren süßen Geschmack.“

Der Spitzwegerich kann nicht nur bei Erkältungen gegen Husten eingesetzt werden, sondern vor allem gegen Entzündungen und Juckreiz. „Wenn man gestochen wird, muss man die Blätter kauen, damit der Wirkstoff freigesetzt wird und dann die Paste auf die Wunde legen und mit einem weiteren Blatt verschließen. Das wirkt antiseptisch und beruhigend“, so der Kräuterheiler. Dass Frauenmantel im Tee gut gegen alle möglichen Arten von Frauenleiden, vom prämenstruellen Syndrom über den Milchfluss bis hin zu den Wechseljahren ist, sagt ja schon der Name. Es gibt Kräuter, die sind so etwas wie Allroundgenies. Im Englischen sagt man dazu „All heals“. Neben den Lindenblüten gehört dazu vor allem die echte Kamille. „Auch wenn sie bei uns mittlerweile in Verruf geraten ist, was ich nicht verstehen kann“, sagt Andre und pflückt sie vom Wegrand, um genauer auf die botanische Seite des Korbblütlers einzugehen. Er erläutert auch die Unterschiede zur geruchlosen Kamille, um Verwechselungen auszuschließen.

Am Ende der Führung wartet Roland Andres Frau Bärbel in ihrem Kräutergarten auf die Gruppe: Sie plädiert dafür, sich vom Gefühl leiten zu lassen. Das berühmte Bauchgefühl würde einem den Weg zur richtigen Pflanze weisen.

Birgit Schmid

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