Die komplette Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Paunzhausen feiert  den 125. Geburtstag - mit einem rauschenden Fest. 

125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Paunzhausen

Es begann mit einer Tragödie

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Seit 125 Jahren gibt es in der kleinsten Gemeinde des Landkreises Freising die Freiwillige Feuerwehr. Die Floriansjünger von Paunzhausen haben sogar Geschichte geschrieben. Am kommenden Wochenende wird gefeiert.

Paunzhausen 1892 ist das Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Paunzhausen. Die Ursprünge der Truppe reichen aber noch viel weiter zurück. Denn am 18. Juli 1827, so verzeichnen es die Annalen, gab es einen Großbrand in Paunzhausen, der 27 Anwesen, Ställe sowie Nebengebäude und die Kirche mit Turm in Schutt und Asche legte. Da die Einwohner damals größtenteils auf den Feldern waren, griff das Feuer derart rasch um sich, dass von vielen Häusern beinahe nichts mehr gerettet werden konnte. Bei diesem Brand kamen drei unmündige Kinder und eine Dienstmagd in den Flammen um. Eine echte Katastrophe. Solche Brandfälle stürzten oft viele Familien und ganze Teile einer Ortschaft in großes Unglück. Einzelne Bürger waren machtlos bei der Bekämpfung der Feuersbrunst. Die Folge: Nur durch Zusammenhalt und durch Gründung von Freiwilligen Feuerwehren konnte man einigermaßen erfolgreich gegen schlimme Brände vorgehen.

Auch in Paunzhausen. Freilich: Es dauerte 65 Jahre nach dieser Katastrophe, bis sich 1892 im Mai 30 engagierte Männer zusammenschlossen und die Freiwillige Feuerwehr Paunzhausen gründeten. Ihre Namen sind heute noch bekannt: 1. Johann Mooser, 2. Georg Neumeier, 3. Martin Oberndorfer, 4. Josef Scharf, 5. Georg Stampfl, 6. Leonhard Mooser, 7. Johann Geyer, 8. Johann Mooser, 9. Stephan Schweiger, 10. Ambros Dick, 11. Johann Kernthaler, 12. Matthias Nadler, 13. Joseph Schaller, 14. Simon Würfel, 15. Wilhelm Frank, 16. Lorenz Weinhuber, 17. Jakob Pauker, 18. Anton Fritz, 19. Thomas Vierthaler, 20. Lorenz Kreidenweis, 21. Matthias Schwaibl, 22. Joseph Dersch, 23. Andreas Schwaibl, 24. Georg Stelzer, 25. Andreas Felbermeier, 26. Johann Stampfl, 27. Michael Liebhardt, 28. Albert Keckner, 29. Georg Dersch und 30. Georg Promoli.

In den folgenden Jahren und bis heute konnte bei der Paunzhausener Wehr stets ein guter Zuwachs von Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern verzeichnet werden. Der Stand der aktiven Mitglieder im Jahr 2017 zur 125-Jahr-Feier: zwölf weibliche und 50 männliche Mitglieder.

Selbstverständlich ist die Geschichte einer Feuerwehr auch immer die Historie von Fahrzeugen und Feuerwehrhäusern: Den Brandbekämpfern aus Paunzhausen stand für lange Zeit lediglich eine manuelle Löschpumpe zur Verfügung, die mit purer Muskelkraft angetrieben wurde. Erst 1955 schaffte die Gemeinde eine von einem Motor angetriebene Tragkraftspritze (eine TS8/8) an, die in einem Transportanhänger untergebracht war. Im Falle eines Einsatzes musste der Anhänger mit Spritze von einem Schlepper zur Brandstelle gezogen werden.

1967 wurde das erste Feuerwehrauto, ein Ford Transit, angeschafft. In dem Fahrzeug waren neben der TS8-Spritze andere erforderliche Gerätschaften untergebracht. Im Jahr 1990 wurde die im Jahr 1955 angeschaffte Spritze ersetzt. Preis der Neuanschaffung: 15 355,80 Mark. Dazu leistete der Freistaat Bayern einen Zuschuss von 4750 Mark, der Landkreis Freising beteiligte sich mit 3840 Mark. 1995 wurde die Ausrüstung der FF Paunzhausen mit der Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges Iveco Magirus LF 8/6 mit Atemschutzausrüstung erneut entscheidend verbessert. Dafür musste die Gemeinde insgesamt 264 000 Mark aufwenden. Der Freistaat Bayern gab einen Zuschuss in Höhe von 98 710 Mark. Im Jahr 1998 erhielt die Feuerwehr Paunzhausen dann einen Mannschaftswagen Ford Transit 11/1, der gebraucht von den Johannitern Allershausen übernommen und in Eigenleistung für den Einsatz überholt wurde. Abgelöst wurde der dann im Mai 2015 durch einen nagelneuen Ford Transit (MTW 14/1). Dieses Fahrzeug ist bereits voll im Einsatz der Paunzhauser Wehr und sorgt dafür, dass der Fuhrpark auf aktuellem Stand ist.

Die Freiwillige Feuerwehr Paunzhausen war bei der Gründung im damaligen Gemeindehaus im Unterdorf untergebracht. Danach zog sie ins Schulhaus, den Standort des heutigen Rathauses. Dieser Anbau wurde mehrmals umgebaut beziehungsweise vergrößert, bis sich die Gemeinde am 21. Januar 1993 für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses entschloss. Dieser Bau mit einer Länge von 30 Metern und einer Breite von zwölf Metern mit zwei Ausfahrten ist der heutige Standort.

Bekannt geworden ist die Paunzhausener Wehr auch durch den örtlichen First Responder. Der war nämlich wirklich „first“, der erste seiner Art im gesamten Landkreis Freising. Die langen Anfahrtswege des Rettungsdienstes (im Durchschnitt mehr als zehn Minuten) waren der Anlass, über die Gründung einer Ersthelfergruppe (First Responder) innerhalb der FF Paunzhausen nachzudenken. Am 5. Juni 2002 fand ein Info-Abend für Interessierte statt, der ein voller Erfolg war. 23 Personen waren sofort bereit, sich drei Monate lang als First Responder ausbilden zu lassen. Die Gemeinde Paunzhausen sagte zu, die Kosten für die benötigte Gerätschaft zu übernehmen. Das erste Auto (ein BMW 525i, Baujahr 1992) haben sich die First Responder im Jahr 2003 durch eine Spendenaktion im Gemeindebereich Paunzhausen finanziert. Im April 2003 wurde dann der Dienst offiziell aufgenommen.

Das Fest

Vom 26. bis 28. Mai gibt es ein Fest für Jung und Alt. Los geht’s am Freitag, 26. Mai, mit einer Jubiläumsparty für die Jüngeren und Junggebliebenen in der Schulturnhalle. Ab 21 Uhr sorgt ein DJ für Musik, das Ganze mit Barbetrieb.

Einen Familiennachmittag mit Kinderprogramm am Feuerwehrhaus stellen die Paunzhauser Floriansjünger am Samstag, 27. Mai, ab 13.30 Uhr auf die Beine. Neben Vorführungen gibt es auch tolle Attraktionen für die Kinder. Außerdem gibt es Frisches vom Grill und Getränke.

Am Samstagabend geht’s weiter mit einem Festabend in der Schulturnhalle. Die „Stachelbären“ mit ihrem 3/5 Kabarett treten auf, zwischen den Akten sorgt die Musikgruppe Phondue für Unterhaltung. Der Einlass ist ab 18 Uhr, um 19.30 Uhr beginnt die Vorstellung. Eintrittskarten für 15 Euro gibt es bei Maximilian Kreidler (01 76/70 63 29 46). Informationen auch unterwww.feuerwehr-paunzhausen.de.

Früh aufstehen heißt es dann am Sonntag. Denn der Festtag beginnt um 7.30 Uhr mit dem Weckruf der Böllerschützen des Schützenvereins „Zur Linde“. Ab 8 Uhr treffen die Abordnungen der Nachbarfeuerwehren und die Ehrengäste am Feuerwehrhaus ein und werden mit Blasmusik zur Festhalle begleitet. Nach einem Weißwurstfrühstück geht es zum Festgottesdienst, der um 10 Uhr am Rathausplatz stattfindet. Gegen Ende des Gottesdienstes werden die Fahnenbänder übergeben und die Ehrengäste halten Festreden.

Nach dem Rückmarsch zur Festhalle ist der Mittagstisch für alle bereit. Gut gestärkt geht’s dann zur Aufstellung für den Festumzug. Der beginnt um 14 Uhr an der Schulstraße.

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