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Dieses Bild von kaputten Bierflaschen teilte die FFW Paunzhausen auf ihrer Facebook-Seite – mit einem Text, der die Gemüter spaltet. 

Übung mit Folgen

Geschmacklos? Facebook-Post der Feuerwehr sorgt für Aufregung: „Gedanken bei den Hinterbliebenen“

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Die jüngste Monatsübung der Feuerwehr Paunzhausen hatte unerwünschte Folgen: Ein Facebook-Post spaltete die Gemüter - einige empfanden den Post als geschmacklos.

Paunzhausen – Die jüngste Monatsübung der Feuerwehr Paunzhausen hatte unerwünschte Folgen: Ein Facebook-Post, in dem heruntergefallene Bierflaschen mit „sechs Toten und einem Schwerverletzten“ verglichen wurde, hat für große Aufregung gesorgt. Die Leitung der Feuerwehr Paunzhausen hat sich von dem Post distanziert und ihn entfernen lassen.

Paunzhausen: Feuerwehr-Post auf Facebook: „Das Unglück forderte sechs Tote“

Der Facebook-Beitrag zeigte ein Bild von kaputten Bierflaschen und folgenden Text: Nach der Monatsübung habe sich „ein traglisches Unglück“ ereignet, „welches die Einsatzkräfte an ihre mentalen Grenzen brachte“. Und weiter: „Das Unglück forderte sechs Tote und einen Schwerverletzten.“ 

Doch damit nicht genug: Der „Rest der Familie“ – gemeint sind die noch heilen Bierflaschen im Tragl – wurde „von den Einsatzkräften betreut und zur weiteren Behandlung in ein nah gelegenes Kühlhaus gebracht“. Letzter Satz: „Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen der Familie Augustiner Bräu München.“

Paunzhausen: Facebook-Post der Feuerwehr spaltet Gemüter - Wahre Flut an Kommentaren 

All das hat eine wahre Flut an Kommentaren auf Facebook ausgelöst: Manche davon fanden den Post humorig und amüsant, manche echauffierten sich darüber, dass damit das immer wieder aufkeimende Klischee der Feuerwehr als eine Art „Saufverein“ gefördert werde, wieder andere fanden den Vergleich von Bierflaschen mit Toten und Schwerverletzten geschmacklos. 

Teilweise wurde beklagt, dass damit dem Ruf der Feuerwehr geschadet worden sei. Derjenige, der den Post auf der Facebook-Seite der Feuerwehr Paunzhausen abgesetzt hatte, wurde als „Trottel“ bezeichnet, „einfach schlecht, pietätlos und rufschädigend“ schrieb ein Kommentator. Andere sahen darin lediglich „schwarzen Humor“. Insgesamt hatten sich rund 300 Kommentare zu dem Post angesammelt. Geschmacklos dürften viele Freunde der Feuerwehr auch einen Vorfall in Dachau finden: Autofahrer beschimpfen die Feuerwehr wüst, weil sie eine Straße sichert.

Paunzhausen: Facebook-Post der Feuerwehr wird gelöscht

Seit Donnerstagmittag ist der Post aber wieder gelöscht. Denn Martin Binder, 1. Kommandant der Paunzhauser Wehr, hat den Eintrag, als er am Donnerstagvormittag davon erfuhr, umgehend entfernen lassen. Den Grund erklärte er in einem eigenen Facebook-Post: „Dieser Beitrag wird nicht von der Feuerwehr Paunzhausen geteilt!!!“ Er spiegle nur die Meinung einer einzelnen Person innerhalb der Feuerwehr wieder, „die vermutlich die Auswirkungen nicht bedacht“ habe. Die Feuerwehr distanziert sich von diesem Beitrag. Gegenüber dem FT betonte Binder zudem, er werde „mit dieser Person ein ernstes Gespräch führen“.

Facebook-Post der Feuerwehr Paunzhausen: Der Kreisbrandrat ist nicht erfreut

Nicht gerade erfreut hat auch Kreisbrandrat Manfred Danner auf den Post und die damit verbundenen Aufregung im Netz reagiert: Selbstverständlich sei der Beitrag als humorig und spaßig gedacht gewesen, war sich Danner auf Tagblatt-Nachfrage sicher. Aber den geschmacklosen Vergleich mit Toten hätte man sich sparen sollen.

Dem Kampf gegen das allerdings seit rund 30 Jahren veraltete Bild von einer saufenden Truppe seien solche Beiträge auch nicht zuträglich, betonte Danner. Er sieht den Post als warnendes Beispiel dafür, dass man mit Beiträgen in sozialen Netzwerken wesentlich vorsichtiger umgehen müsse. 

Besser lief es in sozialen Medien vor einiger Zeit, als die Feuerwehr Paunzhausen Beschwerden erhielt, dass ihre Sirene zu laut sei. Sie konterte auf Facebook - und erhielten Zuspruch von allen Seiten.

In Kollnburg (Landkreis Regen) sorgte ein Einsatz der Feuerwehr für Streitigkeiten. Ein Gemeinderat will sogar zurücktreten.

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