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Die Ursprung Buam spielen am Sonntag auf: Die Paunzhausener Schützen haben die erfolgreichen Musiker aus dem Zillertal für ihr Fest verpflichtet. 

Jubiläum beim Schützenverein Zur Linde Paunzhausen

In 120 Jahren viele Höhen und Tiefen erlebt

120 Jahre und kein bisschen leise. Und das liegt nicht nur an der Böllerschützenabteilung des Schützenvereins Zur Linde. Am Wochenende feiern die Schützen runden Geburtstag und besinnen sich auf den Ursprung.

Paunzhausen – Und deshalb kommen sogar die Ursprung Buam am Sonntagabend nach Paunzhausen.

Erst schossen sie um Bierpreise, dann um Schützenscheiben

Gegründet wurde der Schützenverein Paunzhausen 1898.  Das erste Vereinslokal, so weist es die Chronik aus, war der Schweibelwirt. Wie bei vielen anderen Organisationen auch, erlosch während des Ersten Weltkriegs das Vereinsleben. Erst um 1920 sammelten sich die Schützen wieder beim Schweibelwirt. Zunächst wurden hauptsächlich Bierpreise, ab Mitte der 20er Jahre wurden auch die ersten Schützenscheiben ausgeschossen. 

Eine weitere Unterbrechung erfuhr das Vereinsleben der Paunzhausener Schützen im Jahr 1937. Nach zehnjähriger Pause wurde der Schützenverein aber 1947 unter der Leitung des Vorsitzenden Hans Schaller als „Schützenverein Paunzhausen“ neu gegründet.

Das erste Gewehr stiftete der Schweibelwirt Georg Niedermeier. Dieses Luftgewehr kostete damals 70 D-Mark, diente aber weniger dem Hochleistungsschießen als vielmehr dem vereinsinternen Wettbewerb und dem Schießen zur Unterhaltung. Beliebte Disziplinen waren das Stroh- sowie das Kasperlschießen.

Beim Silvesterball flogen die Fäuste

Das Jahr 1959 brachte in der Vereinsgeschichte einen Einschnitt: Beim Silvesterball im Vereinslokal kam es zu einer ordentlichen Schlägerei. Nach weiteren Unstimmigkeiten mit dem Wirt kam der Schießbetrieb in Paunzhausen zum Erliegen. Einige Vereinsmitglieder, darunter Andreas Daniel, Lorenz Grünberger und Josef Lachermeier, Edelgard Langer und Leonhard Moser, schossen für vier Jahre beim Nachbarverein in Entrischenbrunn und hielten so die Schießtradition in Paunzhausen zumindest etwas aufrecht.

Der Neustart in Paunzhausen im jetzigen Vereinslokal, dem Gasthaus Liebhardt, fand seinen Ausdruck im neuen Vereinsnamen Zur Linde. Unter dem Vorstand Leonhard Moser erlebte der Schützenverein eine neue Blüte. So wurde in dieser Zeit die Schützenfahne in Auftrag gegeben. 

Leonhard Moser verstarb tragischerweise mitten in der Vorbereitung zur Fahnenweihe. Unter dem neuen Vorstand Johann Lohmeier sen. und dem Festausschuss konnte 1968 Fahnenweihe gefeiert werden – vor 50 Jahren also.

Im Jahre 1994 wurde die Abteilung der Böllerschützen gegründet. Für das 100-jährige Gründungsfest 1998 übernahmen die Aufhamer Schützenkollegen die Patenschaft. Im Jahr 2004 konnten die Böllerschützen ihr zehnjähriges Jubiläum feiern, 2014 schon ihren 20. Geburtstag.

Mitglieder lassen es ordentlich krachen

Und heuer stehen 120 Jahre Vereinsjubiläum an. In der Chronik der Gemeinde Paunzhausen „Heimat auf den Höhen“ findet sich der Hinweis auf die Gepflogenheit, bei festlichen Gelegenheiten zu schießen. „Das wurde nun 1842 durch eine Verordnung verboten und unter Strafe gestellt, wobei die Ortsvorsteher auch noch verpflichtet wurden, Übertretungen zur Anzeige zu bringen“, heißt es da. Diese alte Tradition des Schießens griffen vier Mitglieder des Schützenvereins auf und gründeten die Böllerschützenabteilung, die inzwischen auf fast 20 Mitglieder angewachsen ist und es – nun mit behördlicher Genehmigung – ordentlich krachen lässt: Zwei Kanonen gehören zur Ausstattung.

Das Festprogramm

Das 120-jährige Gründungsfest und das 50-jährige Fahnenjubiläum werden am Wochenende unter Vorstand Johann Lohmeier gebührend gefeiert. Das Programm: Samstag, 30. Juni, um 17 Uhr Festumzug und um 18 Uhr Festgottesdienst mit Fahnensegnung, anschließend Festzeltbetrieb mit den Steinkirchener Musikanten; Sonntag, 1. Juli, ab 11 Uhr Dorffest, um 19 Uhr dann Auftritt der Gruppe Ursprung Buam. 

Von Andreas Beschorner

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