Johann Vachal spricht von einem „Sündenfall“.

Gemeinde Paunzhausen sieht es gelassen

Klage kippt Flachdachverbot

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In der Gemeindeverwaltung reagiert man gelassen. Man habe alles probiert, aber es habe eben nicht geklappt. Die Rede ist von einer Satzung für die Gemeinde Paunzhausen, die Flach- und Zeltdächer auf Wohn- und Gewerbebauten verbieten sollte, nun aber nach der Klage eines Bauherren vom Verwaltungsgericht München gekippt wurde.

Paunzhausen – Zum Verhängnis wurde der Gemeinde bei einer Klage gegen die Satzung zum einen, dass man keine exakte Bestandsaufnahme der Gebäude im Gemeindegebiet gemacht hatte. Begründet hatten das Bürgermeister Johann Daniel und Geschäftsleiter Johann Vachal damit, dass man in einer kleinen Gemeinde wie Paunzhausen genau wisse, dass es kein einziges Haus mit Flachdach gebe. Zum anderen gab es Zweifel, was den zeitlichen Ablauf betraf. Denn: Erst nachdem der jetzige Kläger, Wilhelm Huber aus Walterskirchen, im Mai 2017 seinen Bauantrag eingereicht und damit den Antrag auf ein 26 Meter langes Gebäude mit Flachdach gestellt hatte, sei die Satzung erstmals im Gemeinderat behandelt worden. Daniel argumentierte, das sei Zufall. Das Thema einer solchen Satzung sei schon länger im Gespräch gewesen, die Unterlagen zur Gemeinderatssitzung seien ja auch schon eine Woche zuvor versandt worden. Daniel versicherte auch, dass es zwar im Vorfeld Gespräche mit Wilhelm Huber gegeben habe, von einem Flachdach da aber nie die Rede gewesen sei. Huber betonte, er habe den Rathauschef selbstverständlich über seine Absicht informiert, in Walterskirchen so ein Haus zu bauen.

Zu einem Urteil kam es, weil die Behörden einen Kompromissvorschlag des Gerichts ablehnte. Richterin Breit hatte angeregt, ob man nicht der Familie Huber das Flachdach als Ausnahme genehmige – unter anderem weil der Bauantrag zur Zeit, als die Satzung verabschiedet wurde, bereits vorgelegen habe. Im Gegenzug hätte die Familie Huber ihre Klage zurückziehen sollen, weshalb die Satzung weiterhin Gültigkeit besessen hätte. Doch auch wenn die Gemeinde (und das Landratsamt) damit rechneten, in einem Urteilsspruch den Kürzeren zu ziehen, lehnte man den Kompromissvorschlag ab. Man wolle, so die Begründung, vor der Bevölkerung sagen können, man habe alles versucht, um die Satzung zu halten.

Während Vachal bei seiner Beurteilung des Gebäudes als „Sündenfall“ blieb, betonte Huber, dass er aus Reihen der Bevölkerung durchaus positive Reaktionen auf seinen Bau bekommen habe. Unklar ist, wie die Gemeinde auf das Urteil reagiert, das noch nicht schriftlich vorliegt.  

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