Was hat sich getan?

Tag der offenen Tür im Johannecker Windrad: Eine Bestandsaufnahme

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Paunzhausen - Was war das für eine Aufregung, als bei Johanneck in der Gemeinde Paunzhausen das erste Windrad im Landkreis Freising errichtet wurde. Seit 17. Oktober 2013 ist es nun in Betrieb und liefert regenerativen Strom. Und jetzt, zweieinhalb Jahre nach der Inbetriebnahme?

Zum Tag der offenen Tür waren am Freitag ehrlich interessierte Besucher gekommen. Windrad-Eigentümer und -Betreiber Thomas Gasteiger verlebte zwei ruhige Stunden. Und auch sonst, so berichtete er, sei Ruhe in der Gemeinde eingekehrt. Lediglich die erbittertsten Aktivisten machten noch Stimmung gegen die Enercon E 82. Deren neueste These laut Gasteiger: Wegen des Infraschalls seien die schulischen Leistungen ihrer Kinder schlechter geworden.

Doch davon war am Freitag keine Rede. Die Besucher standen eher staunend nicht nur vor, sondern vor allem auch im Windrad, immer wieder schweiften die Blicke nach oben in den Turm. Und Gasteiger wurde mit Fragen zu dem vier Millionen Euro teuren Projekt gelöchert, die er allesamt kompetent und gut gelaunt beantwortete.

Gasteiger hatte auch allen Grund zur Freude. Denn der Februar 2016 sei der beste Monat seit Bestehen des Windrads gewesen. Und auch am Freitag könnte sich die Leistung der Anlage sehen lassen: Auf der Anzeige im Turm war zu verfolgen, dass das Windrad gerade zwischen 700 und 1100 Kilowatt Leistung erbringe.

Gasteiger selbst ist mehr denn je von der Technologie überzeugt: „Man verbraucht keinen Rohstoff, man erzeugt keinen Müll. Das Ding steht einfach nur da. Das ist doch eine zauberhafte Technologie“, schwärmte er. Besonders zauberhaft wird die Technologie freilich dann, wenn der Plan von Gasteiger und seinem Bruder aufgeht, dass sich nach 15 bis 16 Jahren die Investition amortisiert hat. Das Windrad mit seiner Nabenhöhe von 138 Meter und seinem Rotor-Durchmesser von 82 Meter sei rund 4000 Mal in Deutschland gebaut worden. Vier Millionen Kilowattstunden kann die Enercon E 82 pro Jahr erzeugen. Dass es inzwischen größere Windkraftanlagen gibt, macht ihm nichts aus. Die seien ja auch teurer, weiß Gasteiger – etwa das BEG-Bürgerwindrad bei Kammerberg (Gemeinde Fahrenzhausen). Dass Gasteiger und sein Bruder eine Firma gegründet haben, um das Windrad zu bauen und zu betreiben, in Kammerberg das aber eine Genossenschaft übernommen hat, ist ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Windkraftanlagen im Landkreis Freising.

Und auch wenn am Freitag sachliche Fragen, etwa danach, mit wieviel Spannung der Strom eingespeist werde (Antwort: mit 20 KV), im Vordergrund standen, war doch auch der frühere erbitterte Widerstand gegen das Projekt immer wieder Thema. Immerhin sind am Turm noch immer zwei Kameras angebracht, mit Hilfe derer Gasteiger sehen kann, was um das Windrad herum so vor sich geht. Und deshalb weiß er auch, dass sich das Wild von dem Windrad in keiner Weise gestört fühlt. Und dann musste Gasteiger auch noch etwas loswerden: Am allerwenigstens habe er die Argumentation der Windradgegner verstanden, dass die Rotoren so viel Lärm erzeugen würden. Die nächste Wohnbebauung sei 870 Meter entfernt. Vor allem aber: „Alle Geräuschemissionen werden doch durch die A9 übertönt.“ Die Besucher folgten seinem Blick auf die nahe Autobahn und konnten nur verständnislos den Kopf schütteln.

Übrigens: 2017 kommt die nächste Generation der Windräder, speziell für das Binnenland entwickelt. Name: Enercon E 141.

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