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Die Grundschule Paunzhausen wird von Schülern aus Hohenbuch, Johanneck, Schernbuch und Walterskirchen besucht. Die Eltern haben einen konkreten Wunsch für ihre Kinder.

Paunzhausen: Täglich eine Stunde zu früh in der Schule

Paunzhausen: Hitzig diskutiert wurde in der jüngsten Ratssitzung: ein Änderungsantrag der morgendlichen Buszeiten für einige Grundschüler sorgte für Uneinigkeit.

Paunzhausen –Es ist ein ausführlicher und emotionaler Brief, in dem sechs Familien aus den Gemeindeteilen Hohenbuch, Johanneck, Schernbuch und Walterskirchen beanstanden, dass die morgendlichen Schulbuszeiten nicht tragbar seien. Sie schildern einen normalen Morgen: bereits gegen 6.50 Uhr würden ihre Kinder, die allesamt die Grundschule Paunzhausen besuchen, von Schulbus aufgesammelt. Um kurz nach sieben Uhr seien sie dann schon an der Schule – fast eine Stunde zu früh. „Diese Uhrzeit halten wir für nicht zumutbar für sechs- bis zehnjährige Kinder“, finden die betroffenen Eltern. „Bis zum Schulstart um acht Uhr sind die Kinder vom Toben und Spielen schon wieder erschöpft. Das wirkt sich auf die Konzentrationsfähigkeit aus.“

Problem ist jedoch, wie Bürgermeister Johann Daniel erläuterte, dass der bisherige Busplan so streng durchgetaktet ist, dass eine Änderung unmöglich für das Busunternehmen sei. Es bleibt deshalb nur die Möglichkeit, einen weiteren Schulbus einzusetzen.

Kinder haben keinen Beförderungsanspruch

Vor der Genehmigung dieses Antrags warnte Johann Daniel die Gemeinderäte jedoch: „Das endet uferlos! Drei der Familien haben gar keinen Beförderungsanspruch. Wenn wir das genehmigen, dann kommt in zwei Wochen der nächste Antrag.“ Mit seiner Aussage weist Bürgermeister Daniel auf die Regelung hin, dass lediglich Kinder, die einen Schulweg von mehr als zwei Kilometern oder einen besonders gefährlichen haben, ein Recht darauf hätten, mit dem Schulbus zu fahren. Bereits jetzt werden die Kinder aus den genannten Ortsteilen, die keinen Anspruch auf Beförderung haben, lediglich aus Kulanz mitgenommen.

Die Eltern finanziell mit beteiligen

Gemeinderätin Anette Baier war da anderer Meinung: Um den Vorgang zu beschleunigen, hatte sie zur Sitzung am Donnerstag sogar bereits Kostenvoranschläge bei verschiedenen Busunternehmen eingeholt. Ein Kleinbus, ausreichend für acht Schüler, würde die Gemeinde zwischen 35 und 45 Euro pro Fahrt Kosten. Baier erweiterte den Antrag um die Klausel, dass der Bus nur bestehen bleibe, wenn er auf Dauer zu 80 Prozent gefüllt sei – sprich: sechs oder besser sieben Kinder müssen also im Schnitt pro Fahrt mit dem Bus zur Schule kommen. Außerdem schlägt sie eine Selbstbeteiligung der Elter von 20 Euro pro Monat und Familie vor: „Wenn man mitzahlt, dann nutzt man es automatisch auch mehr“, so die Gemeinderätin. Auch Franz Bauer pflichtete dem Antrag bei: „Wir haben im Wahlkampf alle mit dem Erhalt der Schule geworben. Genau solche Maßnahmen fallen unter dieses Versprechen. Wir sollten den Bus zumindest ein Jahr testen.“

Paunzhausens Bürgermeister Johann Daniel: Gutmütigkeit „wird negativ ausgelegt“

Das sah Johann Daniel jedoch ganz anders: „Wo fördert das denn die Schule? Die Eltern haben keine andere Wahl, als ihre Kinder dort beschulen zu lassen! Die Gutmütigkeit, mit der man die Kinder freiwillig im Bus mitnimmt, wird einem jetzt negativ ausgelegt“, bekräftigte der Bürgermeister. Trotz des Widerspruchs des Gemeindeoberhaupts einigte man sich schließlich mit zwei Gegenstimmen darauf, den Bus für ein Jahr als Pilotprojekt fahren zu lassen. Um auch Johann Daniels Bedenken gerecht zu werden, wurde in der Beschlussvorlage ausdrücklich vermerkt, dass aus diesem Pilotprojekt kein Anspruch für andere abgeleitet werden könne.

Pascale Fuchs

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