Kinder vor einem Schulbus
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An einem großen Bus besteht noch kein Bedarf. Symbolbild/Archiv

Anfragen von Eltern der Kindergartenkinder abgewiesen

Schulbus für Kinder aus Paunzhausen fährt weiter - Gemeinde bietet diesen Service auch künftig an

  • VonNico Bauer
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Das Projekt „freiwilliger Schulbus“ in Paunzhausen wird verlängert. Der Bus muss aber größer werden - damit steigen auch die Kosten.

Paunzhausen – Der „freiwillige Schulbus“ von Paunzhausen fährt weiter. Nach einem Jahr Testbetrieb hat der Gemeinderat das Projekt nun verlängert. Allerdings muss der Bus wegen der steigenden Kinderzahl größer werden – und damit wachsen auch die Kosten für die Gemeinde.

Der Bürgermeister hatte mit einem anderen Ergebnis gerechnet

Vor einem Jahr gab es die Mehrheitsentscheidung für ein Testprojekt, Grundschüler aus Hohenbuch, Schernbuch und Walterskirchen mit einem eigenen Bus zur Schule zu bringen. Für die acht Kinder reichte ein Kleinbus. Gemeinderätin Annette Baier legte nun eine recht beeindruckende Bilanz vor, denn der Bus wurde von den Familien fast zu 100 Prozent genutzt. Die Eltern bezahlten gut 800 Euro Eigenanteil, die Gemeinde übernahm 6200 Euro der Kosten für diesen Testlauf. Angesichts dessen, dass das Angebot so gut genutzt worden war, schlug Baier in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor, den Schulbus durch die Gemeinde für die Grundschüler fortzuführen.

Bürgermeister Johann Daniel hatte eher damit gerechnet, dass der Bus sich nach der Versuchszeit wieder erledigen würde. Er betonte, dass die Familien aus den Ortsteilen aufgrund zu geringer Entfernung zur Grundschule keinen Anspruch auf den Bus haben. Es sei eine rein freiwillige Leistung seitens der Gemeinde. Annette Baier schlug dem Gemeinderat aufgrund der hohen Nutzerzahlen eine Fortsetzung des Angebotes vor, aber sie musste auch von neuen Herausforderungen berichten: Die Zahl der Kinder steigt in den Ortsteilen von acht auf 13, weshalb der Neunsitzer nicht mehr ausreicht. Vor einem Jahr bekam die Gemeinde über den kleinen Transporter hinaus nur Angebote für große Busse. Damit steigen die Kosten voraussichtlich auf 13 300 Euro bei knapp 1000 Euro Eigenanteil der Eltern.

Annette Baier machte deutlich, dass die Gemeinde mit der Investition junge Familien in der Gemeinde unterstütze. Der Gemeinderat verband den Beschluss für die Fortführung des Schulbusses mit der Auflage, dass die Verwaltung noch einmal Angebote von Busunternehmen einholen soll. Hier besteht die Hoffnung, dass ein kleiner Bus mit rund 20 Plätzen günstiger werden könnte. Bürgermeister Johann Daniel sagte, dass nun geburtenstarke Jahrgänge kommen und man die kommenden Jahre Busse für die Grundschule einsetzen müsse.

Sorge vor rechtlichen Schwierigkeiten

In der Diskussion um die Schülerbeförderung schaute der Gemeinderat auch die anderen Zahlen an. Eine Stunde vor dem freiwilligen Grundschulbus durch das Gemeindegebiet fährt ein anderer Schulbus, mit dem im aktuellen Schuljahr drei Kinder nach Schweitenkirchen gebracht werden. Johann Daniel betonte, dass die beiden Fahrten nicht zusammengelegt werden können, was auch an Anschlussfahrten des Schweitenkirchen-Busses liege. Außerdem kam das Thema auf, ob man das Angebot der Busbeförderung auch auf den Kindergarten erweitern könne. „Da bin ich raus“, schimpfte Bürgermeister Johann Daniel und spöttelte, „dass wir dann gleich noch einen Kreißsaal bauen können“.

Er warnte, dass es rechtliche Schwierigkeiten bei der Beförderung von Kindergartenkindern gebe. Deshalb haben andere Kommunen entsprechende Angebote auch wieder eingestellt. Johann Daniel warnte davor, diese rein freiwilligen Leistungen der Gemeinde immer wieder auszubauen. Letztlich wurde der Beschluss dann mit drei Punkten gefasst. Der gemeindliche Bus für Grundschüler aus den Ortsteilen bleibt bestehen. Mit Anfragen für einen kleinen Bus mit 20 Plätzen wird man versuchen, die Kostensteigerung zu begrenzen. Parallel wird die Gemeinde Paunzhausen untersuchen, wie gefährlich der Schulweg für die beförderten Kinder ist. Bestehen nämlich Gefahrenpunkte, könnte man staatliche Förderungen beantragen.

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