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Die Entsorgung macht Sorgen: Manfred Daniel, der Vorsitzende des Wasserzweckverbands Paunzhausen, ist wütend. Sein Verband soll für die Entsorgung des Aushubs aus dem Wasserleitungsbau bezahlen – obwohl es sich um Material handelte, das aus der Staatsstraße kommt.

Wasserzweckverband vs. Freistaat

Zwei böse Überraschungen

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Manfred Daniel ist wütend. Der Vorsitzende des Wasserzweckverbands Paunzhausen versteht die Welt nicht mehr: 70 000 Euro soll sein Verband für etwas zahlen, für das er gar nichts kann. Der Freistaat windet sich raus.

Paunzhausen – In den vergangenen drei Monaten wurde in Paunzhausen kräftig gewerkelt. Bürgermeister Johann Daniel gefällt das: „Es freut mich, wenn sich was rührt.“ Gasleitungen wurden verlegt, am Kanal wurde gearbeitet, der Breitbandausbau geht langsam, aber nun doch „einigermaßen“ voran.

Und noch etwas wurde in den vergangenen Monaten abgearbeitet: Der Wasserzweckverband hat in der Freisinger Straße neue Trinkwasserleitungen verlegen lassen. Und das war für den Vorsitzenden den Wasserzweckverbands Paunzhausen, Manfred Daniel, alles andere als eine Freude. Denn im Untergrund lauerte eine böse Überraschung: 700 bis 800 Tonnen schwer belastetes Material kamen zum Vorschein, als die Firma 1,5 Meter tief graben musste, um die neuen Trinkwasserleitungen zu verlegen. Analysen des Bodens durch die Firma Wessling aus Neuried hätten ergeben, dass die zulässigen Grenzwerte beispielsweise für Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Nickel und Zink dramatisch überschritten seien. Beispiel: Während bis zu zwei Milligramm Arsen pro Kilo zulässig seien, habe man in der Probe aus Paunzhausen 18 Milligramm festgestellt. Noch auffälliger waren die Befunde für Zink: Auch da gilt zwei Milligramm pro Kilo als Obergrenze, gefunden hat man 52 Milligramm. Alle Werte zusammengenommen führen dazu, dass der Aushub als schwer belastetes Z2-Material eingestuft wurde. Und das muss selbstverständlich speziell entsorgt werden. Manfred Daniel hat sich schon einmal erkundigt, was das denn kostet: Von rund 70 000 Euro war die Rede.

Und jetzt kommt das, was Daniel so gar nicht verstehen kann, die zweite böse Überraschung: Obwohl es sich bei der Ortsdurchfahrt um eine Staatsstraße handelt (St 2084), die auch schon ewig eine Staatsstraße ist und somit in die Zuständigkeit des Freistaats fällt, muss nun der Wasserzweckverband für die Kosten zur Entsorgung des belasteten Materials aufkommen. Grund, so die Aussage aus dem Staatlichen Bauamt Freising: Der Wasserzweckverband Paunzhausen sei ja schließlich auch der Verursacher.

Nein, so stellt Manfred Daniel klar: Man sei nicht der Verursacher, sondern lediglich der Entdecker, der jetzt dafür sorge, dass das belastete Material aus dem Untergrund durch sauberes Material ersetzt werde. Derzeit sind die 700 bis 800 Tonnen Z2-Material, die man aus dem 550 Meter langen Bauabschnitt geholt hat, auf einer Fläche in der Nähe des Windrads bei Johanneck gelagert und warten dort auf ihre Entsorgung.

Was Daniel außerdem ärgert: Immer wieder habe er versucht, die zuständige Abteilungsleiterin im Staatlichen Bauamt Freising zu erreichen, um mit ihr die Sache zu besprechen. Doch entweder sei belegt, oder niemand gehe ans Telefon und auf Anrufe und E-Mails erfolge ebenfalls keine Reaktion. Auch das Tagblatt hatte keinen Erfolg. Manfred Daniel weiß von anderen Fällen, in denen es ähnlich war: Nicht der eigentliche Verursacher habe zahlen müssen, sondern der, der dem Ganzen auf die Schliche gekommen sei. In diesem Fall der Wasserzweckverband Paunzhausen, genauer: die Bürger. Denn in die nächste Gebührenkalkulation müssen diese Kosten einfließen.

Ähnlich war das bei den Bauarbeiten zur neuen Ortsmitte in Allershausen. 6000 Tonnen belastetes Material hat man da entsorgt – und dafür bezahlt. Der Unterschied: Das war Gemeindegrund.

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